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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Zitat des Monat Juli 2020

von: Marketingabteilung | Datum: 1. Juli 2020

Bemerkenswert und nachdenkenswert:

„Gönne dich dir selbst. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da.“

Bernhard von Clairvaux (um 1090 – 1153)
Abt des Zisterzienserordens, Prediger, Mystiker, heiliggesprochen


Sigma-Institut bietet Anlaufstelle für „Post-Corona-Patienten“

von: Marketingabteilung | Datum: 24. Juni 2020

Emotionale Wunden heilen
Sigma-Institut bietet Anlaufstelle für „Post-Corona-Patienten“

Patienten, die eine schwere Corona-Infektion überstanden haben, und deren Angehörige sehnen sich zurück nach einem normalen Leben. Viele Menschen erleben Symptome, die denen von Traumata ähneln. Jetzt in die Aktion zu gehen hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Vor einer Trauma-Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Bei einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“ (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur Erinnerung.

Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten. Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang „jetzt“ (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst. „Überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund“, erläutert Professor Dr. Christoph Bielitz, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen und ergänzt: „Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Mit der Einrichtung des Sigma-Instituts im neuen Ärztehaus (Wirthstraße 9) beim Diakoniekrankenhaus hat das Sigma-Zentrum auf die immer größere Nachfrage aus dem Raum Freiburg reagiert. Ambulanz, Früherkennungszentrum und Spezialsprechstunden bieten für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden.

Weiterführende Informationen und Kontakt: www.sigma-institut.de (Telefon: 0761 / 15 18 713 – 0, E-Mail).


Leben auf der Überholspurt – Häusliche Gewalt

von: Marketingabteilung | Datum:

Gesund ist, wenn Sie sich rundherum wohl fühlen.

Im eigenen Körper. In der eigenen Seele. Im eigenen Leben.

baden.fm und das Sigma Zentrum in Bad Säckingen kümmern sich um Sie und Ihre Gesundheit.

Erfahren Sie wie Sie mit Körper und Seele im Einklang stehen.

Wir bringen Sie auf neue Ideen. Wir erklären Zusammenhänge und zeigen Ihnen einfache Möglichkeiten wie Sie mit Stress und Belastungen fertig werden.

Heute erhalten Sie bei baden.fm einen Gesundheitstipp in der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von und mit Prof. Dr. Christoph Bielitz und Lisa – baden.fm. Diesmal zum Thema „Häusliche Gewalt“, aufgrund der Covid-19-Pandemie in Form eines Videochats.

 


Therapeutische Schwertarbeit im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 12. Juni 2020

Innere Kräfte wecken, Konzentration auf das Wesentliche, Ruhe und Gelassenheit erlangen. Diese und weitere wichtige Aspekte auf dem Weg zur psychischen Genesung können mit Hilfe einer therapeutischen Schwerttherapie erreicht werden. Lesen Sie hier mehr über diese besondere Therapieform und erfahren Sie, wie die gezielte Aufmerksamkeit für den eigenen Körper den Weg zur psychischen Gesundheit ebnen kann.

 

„Wozu denn bitte Schwertarbeit in der Psychotherapie?“
Das fragen sich nicht nur Patienten in der Sigma-Klinik, die in aller Regel das erste Mal von „therapeutischer Schwertarbeit“ hören und damit in Kontakt kommen. Wenn wir an ein Schwert denken, dann tauchen in uns häufig Bilder von mittelalterlichen Rittern, manchmal europäisch, manchmal japanisch, auf, von männlichen Gestalten also, die – gut gerüstet – unterschiedliche Kampfsituationen zu meistern fähig sind. Wie lässt sich als bildhaftem Symbol zu einer konkreten Lebensrealität herstellen? Denn es wäre ja sehr hilfreich, auch im heutigen Leben – innerlich gut gerüstet – herausfordernde Situationen des „Lebenskampfes“ zu bestehen und damit in adäquater Weise „seinen Mann“ oder „seine Frau“ zu stehen in der modernen Welt des 21. Jahrhunderts.

 

Wirkweise und Methodik

Zwei Hände ziehen das Bokken

Der übende Umgang mit einem Schwert kann und soll in einem Menschen diejenigen Kräfte wachrufen, die ursprünglich in einer Kampfsituation von Nöten waren und es im Umgang mit sich, mit anderen Menschen und der Welt noch heute sind: gebündelte Kraft, Klarheit, Konzentration auf das Wesentliche, Standfestigkeit, Ruhe und Gelassenheit, Würde, Aufrichtigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Mut – als psychische Qualitäten bzw. Fähigkeiten. Konkret werden in der Therapeutischen Schwertarbeit Übungen mit Schwertern aus Holz, Bambus, unbrechbarem Kunststoff und gelegentlich Metall erarbeitet und mit Elementen aus der Körperarbeit kombiniert. Methodisch wird dies erreicht durch eine geschulte Aufmerksamkeit für den eigenen Körper in Ruhe und Bewegung in Bezug auf

  • Standsicherheit
  • die Zentrierung im Körperschwerpunkt
  • eine würdevoll aufgerichtete Körperhaltung
  • einen ruhigen Atem-Rhythmus
  • eine klare Schwertführung in unterschiedlichen Bewegungsgesten
  • eine wache und aufmerksame Geisteshaltung

All diese Aspekte werden in der praktischen Arbeit mit Patienten gesondert erarbeitet und im Sinne eines Selbstwirksamkeitserlebens geübt.

 

Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Selbstwirksamkeit“?

Hände am senkrechten Schwert

Wir vermögen es als Menschen zu lernen, in uns selbst wirksam zu werden. Das bedeutet, dass wir durch das aufmerksame Richten unseres Bewusstseins auf unseren Körper und unsere inneren gedanklichen und gefühlsmäßigen Vorgänge unsere leib-seelische Verfassung beeinflussen können. Als Beispiel: „Ich spüre mich selbstsicherer, das heißt in mir selbst sicherer, wenn ich mich aufmerksam und bewusst in meinen Füßen, meinen Beinen und meinem Becken als Körperbasis spüren kann, mich dort niederlassen kann und aus dieser Ruhe heraus handeln und mit anderen Menschen kommunizieren kann.“ Ein Mangel an Selbstsicherheit ist in den Bewegungen, die ein Mensch mit dem Schwert in Händen ausführt, spürbar und sichtbar und kann sich im Rahmen der Arbeit an sich selbst zum Positiven verändern.

 

Körperpsychotherapeutische Arbeit
Die speziell körperpsychotherapeutische Arbeit besteht darin, schmerzhafte Erfahrungen, die dazu geführt haben, dass der Zugang zu bestimmten eigenen Kräften blockiert oder sogar verunmöglicht wurde, bewusst zu machen und zu integrieren: Der gewalttätige Vater beispielsweise, der durch seine Unberechenbarkeit und Übergriffigkeit das Entfalten einer eigenständigen Persönlichkeit verhindert hat oder die ängstliche Mutter, die durch ihre ängstliche Haltung der Überbemutterung und Übervorsicht einer freien Entwicklung zu einer selbstbewussten Individualität, die den Herausforderungen des Lebens gewachsen ist, im Wege stand. In diesen Bereich fällt auch die therapeutische Arbeit mit traumatischen Erfahrungen.

 

Interaktive Partnerübungen
Wesentliche Beachtung finden insbesondere in den Schwertgruppen-Therapien interaktive Partnerübungen. In diesen Übungen können Patienten Erfahrungen machen dafür, sich mit dem Schwert als symbolischem und konkretem Hilfsmittel abzugrenzen und zu schützen. Innere Einstellungen, wie sie in konflikthaften Situationen hilfreich sind, wie beispielsweise „ich traue mich, Widerpart zu geben und nein zu sagen“ oder „ich habe Mut, in Klarheit zu äußern, welche Gedanken, Meinungen und Gefühle in mir sind, auch wenn sie dem anderen Menschen mir gegenüber nicht gefallen“, können in Schwertübungen mit Partner ausprobiert und eingeübt werden. Qualitäten von „Angriff“ im Sinne von „etwas in Angriff nehmen, Initiative ergreifen, Führung übernehmen, selbstbestimmt gestalten“ und „Verteidigung“ im Sinne von „adäquat reagieren und sich einlassen können auf die Führung eines anderen“ werden erfahrbar und können thematisch bearbeitet werden. Vertrauen in die eigenen Kräfte zu bekommen, die oftmals aus Angst vor nicht zugelassenen Aggressionen im Menschen angestaut sind, und sie dosieren zu lernen, ist ein wiederkehrendes Thema.

 

Schwertarbeit im Sigma-Zentrum
Dieser körperpsychotherapeutische Ansatz fand schon zu Beginn der 2000er Jahre seinen Eingang in das breit gefächerte Angebot an nonverbalen Therapie-Formen des Sigma-Zentrums und vormals der Penta-Klinik. Er wird sowohl in Gruppen als auch in Einzelarbeit angeboten. Die Ausrichtung in der Therapeutischen Schwertarbeit zielt auf die Erarbeitung einer Grundverfassung von Ruhe und Gelassenheit, von emotionaler Stabilität und zugleich Offenheit sowie von mentaler Präsenz und Klarheit, aus der heraus ein freies und selbstbestimmtes Handeln in der Welt und unter Menschen möglich wird. Für jeden Menschen sind dies sinnvolle Erarbeitungsziele. Daher ist die Schwertarbeit für jene Patienten geeignet, bei denen diese Themen im Verlaufe des Therapieprozesses wichtig sind, unabhängig von ihrer klinischen Diagnose. Für Menschen, die zu ängstlichem Rückzug und Vermeidung neigen, ist sie besonders wirksam.

Es gilt also für den mit dem Schwert übenden Menschen, in den Klippen von Verletzung, Kränkung und Angst, von Aggressionen und Wut nicht hängen zu bleiben. Dann mag ihm – wie der archetypischen Gestalt des „guten Ritters“ – das volle Potenzial seiner Kräfte im Sinne von Möglichkeiten zur Gestaltung seines Lebens und seiner Beziehungen zur Verfügung stehen, um sie mit Klarheit, Kraft, Achtsamkeit und in Würde einzusetzen.



Thomas Schindelin
Körperpsychotherapeut


Zitat des Monats Juni 2020

von: Marketingabteilung | Datum: 1. Juni 2020

Bemerkenswert und nachdenkenswert:

„Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel.“

Sebastian Kneipp (1821 – 1897)
Priester


Leben auf der Überholspur – Corona im Alltag

von: Marketingabteilung | Datum: 28. Mai 2020

Gesund ist, wenn Sie sich rundherum wohl fühlen.

Im eigenen Körper. In der eigenen Seele. Im eigenen Leben.

baden.fm und das Sigma Zentrum in Bad Säckingen kümmern sich um Sie und Ihre Gesundheit.

Erfahren Sie wie Sie mit Körper und Seele im Einklang stehen.

Wir bringen Sie auf neue Ideen. Wir erklären Zusammenhänge und zeigen Ihnen einfache Möglichkeiten wie Sie mit Stress und Belastungen fertig werden.

Heute erhalten Sie bei baden.fm einen Gesundheitstipp in der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von und mit Prof. Dr. Christoph Bielitz und Lisa – baden.fm. Diesmal zum Thema „Corona im Alltag“, aufgrund der Covid-19-Pandemie in Form eines Videochats. Prof. Bielitz beantwortet u. a. wie sich durch Corona der Klinikalltag als auch der private Alltag verändert haben, welche Langzeitfolgen zu erwarten sind und gibt Tipps, wie man es schafft derzeit positiv zu bleiben und den Alltag zu meistern. Zudem wird das Gefühl der Einsamkeit thematisiert.

 

 


SIGMA-Magazin 5/2020

von: Marketingabteilung | Datum: 20. Mai 2020

Vor rund zwei Jahren hatten wir mit der ersten Ausgabe des Sigma-Magazins ein neues Informationsmedium in klassischer Druckform aufgelegt, das in kompakter Form einen Überblick über aktuelle Informationen aus dem Sigma-Zentrum Bad Säckingen gibt.
Wir freuen uns, Ihnen hiermit bereits die fünfte Ausgabe präsentieren zu können.

Sie erhalten wieder Einblicke in viele aktuelle Entwicklungen unseres Hauses. Es wurden beispielsweise drei neue Behandlungskonzepte entwickelt – in dieser Ausgabe wird speziell das Thema „Leitliniengerechte Behandlung von Traumafolgestörungen“ vorgestellt. Weitere vorgestellte Therapien sind „Therapeutische Schwertarbeit“ sowie die „Cranio-Sacral-Therapie“. Auch das im März 2020 eröffnete Sigma-Institut in Freiburg unterstreicht die Besonderheit unseres höchstindividualisierten Therapiekonzeptes. Viele weitere Beiträge verdeutlichen, was das Sigma-Zentrum ausmacht.

Mit dem SIGMA-Magazin bieten wir unseren Patienten, Einweisern, Mitarbeitern und weiteren Interessierten,  eine übersichtliche Möglichkeit, sich über aktuelle Themen und Projekte und die öffentliche Wahrnehmung zu informieren.

Wir freuen uns, Ihnen hier die fünfte Ausgabe zum Download präsentieren zu dürfen und Sie auch so in Zukunft auf diesem Weg an der Entwicklung des Sigma-Zentrums teilhaben zu lassen.

>>> SIGMA-Magazin 5/2020

 


Zitat des Monats Mai 2020

von: Marketingabteilung | Datum: 1. Mai 2020

Bemerkenswert und nachdenkenswert:

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)
Philosoph


Prof. Bielitz im Interview: Informationen zur Corona-Krise

von: Marketingabteilung | Datum: 23. April 2020

Der Geschäftsführende Ärztliche Direktor gibt Einblicke, wie das Sigma-Zentrum mit der aktuellen Situation umgeht, welchen Beitrag die Klinik leistet und welche Folgen und Chancen er im Gesundheitswesen für die Zukunft sieht.

 

Hinweis:
Das Sigma-Zentrum ist als Versorger bei #pflegereserve der Bertelsmann Stiftung registriert. Durch die Covid-19-Pandemie kann es zu Engpässen in der Gesundheitsversorgung und Pflege in Deutschland kommen. Teils gibt es diese schon jetzt, an vielen Stellen deuten sie sich an. #pflegereserve möchte dazu beitragen, die Engpässe zu reduzieren.


Zwangserkrankungen

von: Marketingabteilung | Datum: 22. April 2020

Wenn die Herdplatte zur Plage wird, dann ist dies ein Indiz für eine Zwangsstörung. Diese sind verbreiteter, als gedacht.

Zwangsstörungen – durch Hollywood- Filme wie „Besser geht’s nicht“ oder „Aviator“ ist dieser Begriff schon lange von der Couch des Psychiaters auf die Fernsehcouch unserer Wohnzimmer umgezogen. Betroffene können durch ihre Störung im wahrsten Sinne des Wortes „gezwungen“ sein, bis zu hundert Mal am Tag Herdplatten, Türschlösser, Gashähne oder Aschenbecher zu kontrollieren. Manche verbringen Stunden damit, Gegenstände wie Bücher, Kleidung oder Nahrungsmittel nach genauen Regeln präzise anzuordnen. Andere können an bestimmten Gegenständen wie z. B. Straßenlaternen nicht vorbeigehen, ohne sie anzufassen, wieder andere können bestimmte Gegenstände wie Türklinken niemals anfassen, und wenn, dann nur mit Gummihandschuhen. Diese Handlungen zu unterlassen, bedeutet für einen Betroffenen, unerträgliche Angstzustände aushalten zu müssen. Denn die Definition eines Zwangs ist – im Gegensatz zu beispielsweise wahnhaftem Verhalten – dass der Betroffene die Zwänge selbst als unsinnig und unangenehm erlebt, ihnen aber nicht widerstehen kann. Das macht diesen Zustand umso qualvoller.

Was tun, wenn ich selbst betroffen bin?
Wer zu den 3,8 % der Deutschen gehört, die an einer Zwangserkrankung leiden, muss nicht daran verzweifeln: Bundesweit gibt es ca. 17.000 Praxen von Psychotherapeuten und ca. 2.600 psychiatrische Kliniken. Diese sind verbreiteter, als gedacht. Im Wandel der Zeit sind psychische Krankheiten von einem Dasein hinter geschlossenen Türen längst schon in die Welt der Hochglanzmagazine vorgedrungen. Hollywood-Ikonen wie Charlize Theron thematisieren öffentlich ihre Zwangsstörung, David Beckham erzählt in Interviews, dass er es nicht aushält, wenn Gegenstände in ungerader Anzahl vorliegen. Was einst ein tabuisierter Makel war, ist heute im Auge der Öffentlichkeit zu einem Feature geworden, das der Popularität Menschlichkeit hinzufügt. Auch im Bekanntenkreis wird mittlerweile nicht nur mit Selfies vom Infinity-Pool des letzten Bali-Urlaubs geprahlt oder mit glänzenden Augen von Outdoor-Abenteuern der letzten Backpack-Reise in Neuseeland erzählt. Längst haben der Speiseplan der letzten Privatklinik, die intensiven Erfahrungen mit den Therapiegruppenmitgliedern oder die Frisur des attraktiven Therapeuten bisweilen die ehemals üblichen Gesprächsthemen abgelöst. Offensichtlich ist festzustellen, dass es nicht mehr mit den gleichen gesellschaftlichen Vorurteilen wie vor 20 Jahren behaftet ist, sich Hilfe zu holen. Bleibt die Frage: Wie sieht die Hilfe aus, die ich mir holen kann?

Was aber wirkt nun gegen Zwänge?
Escitalopram, Sertralin, Paroxetin oder Fluoxetin: Diese sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sind im eigentlichen Sinne Antidepressiva, entfalten aber durch ihren Einfluss auf hirneigene Botenstoffe auch eine Wirkung gegen Zwänge. Noch immer sind starke Vorurteile gegenüber Psychopharmaka in unserer Gesellschaft verankert. Ängste vor Nebenwirkungen oder vor Abhängigkeit werden durch das ohnehin schon verbreitete Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie noch geschürt. Dabei gelten vor allem SSRI der zweiten Generation als besonders nebenwirkungsarm und werden daher nicht ohne Grund zu den sogenannten „Clean Drugs“ gezählt. Ebenso ist bei diesen die Abhängigkeitsgefahr reiner Mythos; SSRI greifen in das serotonerge System des Hirnstoffwechsels ein, haben dadurch keinen Einfluss auf das Belohnungszentrum des Gehirns. Letzteres ist für eine Suchtentwicklung unabdingbar. Deshalb machen Antidepressiva nicht abhängig, weder körperlich noch psychisch.

Multimodales Vorgehen
Auch das Argument, dass man mit Tabletten die eigene Persönlichkeit auf unnatürliche Weise verändere, ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Mensch, der sich ein Bein bricht, verzichtet auch nicht auf den Gips, weil dieser nicht natürlicherweise im Körper vorkommt. SSRI haben dem Gips aber voraus, dass sie dem Körper keinen Botenstoff hinzufügen, sondern so wirken, dass sie die hirneigenen Botenstoffe wieder aktivieren. Wer dennoch skeptisch bleibt und eine medikamentöse Behandlung lieber vermeiden möchte, hat trotzdem weitere mögliche Therapieoptionen. Im Sigma-Zentrum Bad Säckingen, einer Privatklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, wird einem multimodalen, interdisziplinären Ansatz Rechnung getragen. Neben der oben genannten Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung bietet die Klinik eine Bandbreite an kreativen und körperorientierten Therapieverfahren an. Die dort vertretene Grundhaltung, dass nicht die Krankheit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht, kann ein wichtiges Fundament zur Reaktivierung eigener Ressourcen des Betroffenen bedeuten. Letzten Endes ist jedes therapeutische Bestreben darauf ausgerichtet, dass Menschen ihren eigenen Weg wiederfinden, den sie mit ihren eigenen Füßen gehen. Auf die Bewältigung einer Zwangsstörung übertragen, bedeutet dies die Rückeroberung eines wichtigen Stücks eigener Freiheit. Um es mit Jean-Jacques Rousseaus Worten abzuschließen: Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.


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