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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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So wird die Weihnachtszeit stressfrei

von: Marketingabteilung | Datum: 6. Dezember 2019

Christoph Bielitz, der ärztliche Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, erklärt, wie der Advent und Weihnachten viel entspannter sein können. Hohe Erwartungen an ein perfektes Fest schaffen demnach unnötigen Druck.

Weihnachten ist ein Fest, mit dem in vielerlei Hinsicht hohe Erwartungen verknüpft sind. Es steht sinnbildlich für familiäre Idylle, Besinnlichkeit und Ruhe. Es ist das Fest des Schenkens und Beschenktwerdens. Viele Menschen fühlen sich jedoch in dieser Zeit des Jahres besonders gestresst und empfinden die Weihnachtszeit alles andere als beschaulich. Warum ist das so, und was lässt sich dagegen tun? Wir haben mit dem ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, Christoph Bielitz, gesprochen.

„Stress ist ein subjektives Empfinden. Wir machen uns oft selbst den Druck, es allen Recht zu machen und die Feierlichkeiten harmonisch gestalten zu wollen“, lautet seine These. Vor allem der „Was wäre, wenn…“-Gedanke sei bei vielen Menschen in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten allgegenwärtig und sei laut dem Experten für viele Probleme verantwortlich: „Was ist, wenn mein Geschenk nicht gefällt?“ oder: „Was ist, wenn das Festtagsessen nicht so wird, wie ich mir das vorstelle?“ seien dabei gängige Fragen, die Menschen beschäftigten und für Stress und Verunsicherung sorgten. Das sei bis zu einem gewissen Grad durchaus normal: „Stressempfinden ist bei vielen Menschen mit größeren Ereignissen wie Geburtstagen, Weihnachten oder auch Ostern verbunden“, so Bielitz.

Gerade in der Vorweihnachtszeit häufen sich derweil Verpflichtungen und feierliche Anlässe – betrieblicher und privater Natur. „Statt die Zeit der schönen Rituale genießen zu können, wird die Adventszeit mitunter als lästig empfunden. Dabei liegt es an uns selbst, diesem Empfinden entgegenzuwirken“, erklärt Christoph Bielitz.

Wenn man sich durch die Weihnachtszeit gestresst fühle, helfe es, diese Zeit gelassener zu betrachten. Weniger Pläne, weniger Vorsätze, was alles geleistet werden muss, und generell die Erwartungen herunterschrauben – das alles könne zur Senkung des Stressempfindens beitragen.

Dabei ist es laut Bielitz vor allem wichtig, Prioritäten zu setzen. Das kann so aussehen, dass man eben nur noch drei Sorten Plätzchen statt fünf backt. Oder anstatt zig Weihnachtsbriefe zu verschicken, lasse sich heutzutage auch einfach auf E-Mails zurückgreifen. „Man sollte sich gelassener auf die Rituale vorbereiten und bewusster genießen“, rät der Experte. Machen, auf was man Lust hat, das sei die Devise der Vorweihnachtszeit.

Auch die Suche nach einem passenden Geschenk ist ein Faktor, der viele Menschen stresst. Vereinbarungen, sich keine materiellen Dinge, sondern Zeit zu schenken, seien gute Möglichkeiten, den Stress zu mindern. Allerdings müssten sich dann auch alle Parteien an eine solche Vereinbarung halten. „Ansonsten wird Verdruss erzeugt“, sagt Bielitz.

Alternativ lasse sich auch auf ein Weihnachtsfest im herkömmlichen Sinne verzichten. Stattdessen könne man verreisen oder aber das Fest anders gestalten. „Man kann sich am Abend treffen und jeder bringt eine Kleinigkeit mit und man schaut, was passiert, ohne überzogene Vorbereitung oder Erwartung. Oder aber man schenkt sich Zeit und fährt gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt, geht gemeinsam in ein Konzert.“ Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, sagt der Experte. Entscheidend ist, sich etwas zu entschleunigen und Weihnachten so zu gestalten, dass man die Zeit mit den Liebsten genießen kann, jeder aber auch Gelegenheit erhält, sich in dem Trubel etwas Zeit für sich selbst zu nehmen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Text: Daniela Seiberle
Quelle: Südkurier, 06.12.2019

 

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Diagnose Krebs – was nun?

von: Marketingabteilung | Datum: 3. Dezember 2019

Jedes Jahr erhalten laut der Deutschen Krebsgesellschaft etwa 500.000 Deutsche die Diagnose Krebs. Betroffene und Angehörige suchen Anlaufstellen, um sich aus erster Hand über psychoonkologische Unterstützung zu informieren. Welche Belastungsfaktoren können bei Krebs auftreten und welche Rolle spielt die Psyche im Verlauf von Krebserkrankungen?

Die Ängste der an Krebs Erkrankten sind zum großen Teil existenzielle Ängste. Der Verlauf der Erkrankung ist oft nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern unberechenbar, eine Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen, eine Achterbahn der Gefühle. Patienten erleben die anhaltende Bedrohung, die nicht von außen, sondern aus dem eigenen Körper kommt, oft wie eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann und der sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. „Lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs können auch Depressionen auslösen, die oftmals zu einer Abwärtsspirale führen, weil sie dem Patienten den Lebensmut rauben, die Immunabwehr schwächen und dadurch die Kraft nehmen, gegen die Krebserkrankung zu kämpfen“ berichtet Professor Dr. med. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen. Dabei sind die Problemlagen und daraus resultierenden psychosozialen Bedürfnisse von Krebspatienten je nach Lebensphase, in der die Erkrankung auftritt, oft sehr unterschiedlich. Bei betagten Patienten bestehen z.B. häufig Multimorbidität und daraus resultierend schwierige Behandlungsentscheidungen, aber auch Probleme der Alltagsbewältigung oder Gefahren von sozialer Vereinsamung. Bei sehr jungen Menschen kann die Krankheit psychische und soziale Entwicklungsvorgänge beeinträchtigen, die Betroffenen haben aber gleichzeitig weniger Verarbeitungsmöglichkeiten, mit Lebenskrisen umzugehen als ältere Patienten.

Gelingt es nicht, Gedanken und Gefühle mitzuteilen, sind häufig depressive Verstimmungen und Schwankungen des seelischen Gleichgewichts die Folge. Obwohl die Psychoonkologie für eine patientenzentrierte onkologische Versorgung unabdingbar ist, fehlen in Deutschland für sehr junge aber auch für betagte Patienten etablierte psychoonkologische Versorgungskonzepte. Die Psychoonkologie im Sigma-Zentrum Bad Säckingen unterstützt diese Patientengruppen mit ihren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und hilft ihnen, in belastenden Situationen Mut, Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Die sich auch an Angehörige von an Krebs erkrankten Menschen richtenden Behandlungsangebote tragen der Tatsache Rechnung, dass die Fragen und Problemlagen bei einer Krebserkrankung sowohl medizinisch als auch psychologisch adressiert werden müssen und Onkologie und Psychoonkologie nicht getrennt voneinander gesehen werden dürfen

Die Diagnose Krebs ist eine erschütternde Feststellung, die bei vielen Betroffenen Ängste und Sorgen auslöst und nicht selten auch traumatisch verarbeitet wird. Bei der Behandlung von derartigen Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann und somit zur Erinnerung wird“, erläutert Prof. Dr. Christoph Bielitz. Das mehrstufige Behandlungskonzept des Sigma-Zentrums besteht in der Regel aus mindestens zwei 50-minütigen Einzelgesprächen pro Woche, Teilnahme an intensiver Körperpsychotherapie, an einer speziell für traumatisierte Menschen konzipierten Stabilisierungsgruppe sowie ggf. der Teilnahme an Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie, an Entspannungsverfahren und ggf. weiteren ergänzenden fachtherapeutischen Verfahren.

Informationen zum Gesundheitsforum zu diesem Thema am 11.12.2019 finden Sie hier:

„Diagnose Krebs – und nun?“ – Gesundheitsforum in Freiburg am 11.12.2019


Emotionale Wunden heilen

von: Marketingabteilung | Datum: 13. November 2019

Effektive Hilfe in seelisch besonders schwierigen Situationen durch mehrstufige Behandlungskonzept im Sigma-Zentrum

Wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Bei einer »Posttraumatischen Belastungsstörung« (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Vor einer Trauma-Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Angespannt
Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur Erinnerung. Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten.

Die Wucht der Bilder
Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang „jetzt“ (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst.

Therapie
„Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann und somit zur Erinnerung wird“, erläutert Prof. Dr. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen. Das mehrstufige Behandlungskonzept des Sigma-Zentrums besteht in der Regel aus mindestens zwei 50-minütigen Einzelgesprächen pro Woche, Teilnahme an intensiver Körperpsychotherapie, an einer speziell für traumatisierte Menschen konzipierten Stabilisierungsgruppe sowie ggf. der Teilnahme an Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie und an Entspannungsverfahren.

Wenn Krankheit mutlos macht
Auch Diagnosen wie z. B. Krebs können bei vielen Betroffenen Ängste und Sorgen auslösen und nicht selten auch zu Traumafolgestörungen führen. Der Verlauf der Erkrankung ist oft nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern oft unberechenbar, eine Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen, eine Achterbahn der Gefühle. Diese anhaltende Bedrohung, die nicht von außen, sondern aus dem eigenen Körper kommt, erleben viele Menschen wie eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann und der sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Gelingt es nicht, Gedanken und Gefühle mitzuteilen, sind häufig depressive Verstimmungen und Schwankungen des seelischen Gleichgewichts die Folge. Obwohl die Psychoonkologie für eine patientenzentrierte onkologische Versorgung unabdingbar ist, fehlen in Deutschland für sehr junge aber auch für betagte Patienten oft notwendige, etablierte psychoonkologische Versorgungskonzepte. Die Psychoonkologie im Sigma-Zentrum Bad Säckingen unterstützt diese Patientengruppen mit ihren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und hilft ihnen, in belastenden Situationen Mut, Kraft und Hoffnung zu schöpfen.

Weitere Informationen zur Traumatherapie im Sigma-Zentrum >>>


Saisonale Depression

von: Marketingabteilung | Datum: 4. November 2019

Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Viele Menschen erleben die dunkle Jahreszeit als sehr belastend. Woran erkennt man eine saisonale Depression?
Die Symptome kommen meist schleichend und zeigen sich individuell unterschiedlich. Oft beginnt es mit Erschöpfung, Konzentrations- und Antriebsstörungen, Grübeln, Sinnlosigkeitserleben, Lustlosigkeit und mentaler Schwäche. Wenn eine saisonale Depression besteht, wiederholt sich diese in den lichtärmeren Jahreszeiten. Sie schleicht sich sozusagen alljährlich ein. Typisch sind hier Energieverlust, erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger auf Süßes, Gewichtszunahme.

Unabhängig von der Jahreszeit steigt die Anzahl der psychischen Erkrankungen seit Jahren an. Was raten Sie Betroffenen?
Es scheint umstritten, ob die Häufigkeit tatsächlich zunimmt oder besser diagnostiziert wird. Wichtig ist, sich einzugestehen, dass etwas nicht im Lot ist, dann darüber mit Vertrauenspersonen zu sprechen und den Kontakt zum Arzt nicht zu scheuen. Früherkennung verhindert Verschlimmerung und Chronifizierung. Keineswegs muss jeder therapiert werden, mitunter reichen Auszeiten, z.B. Urlaub oder ein gesünderer Tages- und Wochenrhythmus.

Wenn dies nicht reicht, wie findet man die richtige Therapie?
Der Hausarzt sollte an einen Facharzt für Psychiatrie und / oder Psychotherapie überweisen. Dieser sollte dann gezielt befragen, ob Symptome für eine saisonale Depression vorliegen könnten. Leider wird das gelegentlich übersehen. Es gibt auch Verläufe, bei denen man von saisonalen Depressionsanteilen ausgeht. Wenn man das übersieht, ist das nachteilig für den gelingenden Therapieplan.

Wie behandelt man saisonale Depressionen?
Zunächst wird man die Leitlinien der Depressionsbehandlung auch hier anwenden, also psychopharmakologisch, Psychotherapie, Bewegungstherapie und andere Verfahren. Zudem gibt es die Lichttherapie. Es gibt hierfür spezielle Lichtquellen, die nach dem Medizinproduktegesetz zulässig sind für Behandlung von Depressionen. Dieses Verfahren soll morgens angewendet werden. Es kommt in Kliniken und Praxen zum Einsatz, es gibt aber auch Kleingeräte für den Hausgebrauch.

Die Lichttherapie wirkt stimulierend auf Bereiche des Nervensystems, die für den Schlaf-Wachrhythmus und die Aktivierung des Organismus zuständig sind. Es leuchtet auch Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein, dass Licht hilfreich sein kann. Manche Patienten sprechen hervorragend auf diese Therapieform an. Chronisch saisonal Depressive sind gut beraten, wenn sie schon im September beginnen, die Lichttherapie prophylaktisch einzusetzen, damit sie gar nicht erst depressiv werden.

Wie geht Ihre Klinik dabei vor?
Betreut von einem interdisziplinären Team, zusammengesetzt aus Medizinern, Psychiatern, Psychosomatikern, Psychotherapeuten und Fachtherapeuten wird der Patient in seinem Erkenntnisprozess, der womöglich Problemfelder aufdeckt, begleitet. Einfache ´Patentlösungen´ gibt es nicht. Es gilt, in einem ganzheitlichen Zusammenhang körperlicher Prozesse, besonders die Symptome, als „nonverbale Sprache des Körpers“ zu verstehen. Bei saisonal Depressiven ist Lichttherapie nur ein Baustein.


Natur- und Gartentherapie im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 26. Oktober 2019

Natur, Garten und Pflanzen als therapeutische Mittel 

Die Natur- und Gartentherapie ist seit 2010 neben den anderen Fachtherapieangeboten ein wichtiger Teil des ganzheitlichen Therapiekonzepts im Sigma-Zentrum. Die Einzeltherapien sowie die 6 Gruppen finden bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit statt. Die umliegende Natur mit See, Wiesen und Wäldern sowie der klinikeigene Therapiegarten bieten Raum für dieses Therapieangebot.

Der Therapiegarten ist ein auf Jahre hin angelegtes Projekt, das von Patienten für Patienten selbst angelegt, gestaltet und gepflegt wird, für die therapeutische Arbeit, zum Genießen und Genesen.

Für wen ist diese Therapieform geeignet?
Natur- und Gartentherapie wird heute in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Fachkliniken (stationäre sowie ambulante Einrichtungen) bieten diese Therapieform an für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, Suchtkrankheiten, neurologischen und geriatrischen Erkrankungen, zur Demenzbehandlung, Rehabilitation und Integration.

Wirkungsweise der Natur- und Gartentherapie
Viele Erfahrungen sind über die heilsame, gesundheitsfördernde Wirkung des Gartens und der Natur auf den Menschen bzw. Patienten gesammelt worden. Belastete, kranke Menschen erleben wieder einen Sinn und Zugehörigkeit, eigene Ressourcen können gestärkt und belebt werden.

Allen Formen der Natur- und Gartentherapie gemeinsam ist der gezielte und bewusste Einsatz von pflanzen-, garten-, bzw. naturbezogenen Aktivitäten für den therapeutischen Prozess. Mit diesem natürlichen Medium sollen kognitive, psychische, physische, intrapersonale und soziale Faktoren gefördert und die Gesundheit sowie die Lebensqualität gestärkt werden.

Der direkte Kontakt mit der Natur kann in der therapeutischen Arbeit gezielt eingesetzt werden. So sind zum Beispiel viele Patienten in ihren Gedanken und Problemen gefangen, schaffen es nicht, sich zu lösen und wieder Kontakt zu sich oder der Umwelt aufzunehmen. Draußen zu sein in der Natur, die Aufmerksamkeit auf die natürliche Umgebung und ihre Prozesse zu richten, kann Einfluss auf das Erleben des  Menschen, seine Empfindungen und Sichtweisen nehmen. Ein Lösen des Gedankenkarussells kann so direkt oder ganz nebenbei geschehen. Von daher ist es elementar wichtig, neben anderen Therapieformen, auch den Kontakt zur Natur wieder aufzunehmen und zu fördern, in manchem Falle sogar ganz neu zu erlernen.

Bei der gärtnerischen Arbeit werden Patienten in therapeutischen sowie persönlichen Prozessen individuell begleitet und unterstützt. So entsteht nicht nur ein sichtbares und begreifbares Ergebnis, welches den ganzen Menschen mit integriert.

Im Therapiegarten kann folgendes erfahren werden:

  • Verbesserung der Stimmungslage
  • Verminderung depressiver Verstimmung
  • Erleben von positiven Gefühlen
  • Förderung eigener Ressourcen, Fähigkeiten und Stärken
  • Förderung des Selbstvertrauens und Selbstwertes
  • Förderung sozialer Kompetenzen und kommunikativer Fähigkeiten

Was bedeutet Achtsamkeit in der Natur?
Die Achtsamkeitspraxis und entsprechende Übungen fließen in der Naturund Gartentherapie mit ein, sie ermöglichen einen achtsameren Umgang mit sich, der Natur, den Pflanzen und den sozialen Kontakten.

Achtsamkeitsübungen lassen sich gut in die Gartenarbeit und das Sein in der Natur integrieren. Es fällt dort  leicht, achtsam zu sein, Natur bietet viele Eindrücke und Reize, weckt die Sinne und ermöglicht dadurch ein gegenwärtiges Erleben von sich selbst und der (Um-)Welt, ohne ein genaues Ziel zu verfolgen. Was empfindet ein Patient im Körper, welche Gedanken und Gefühle tauchen auf? Wie ist oder verändert sich die Stimmung, wenn z.B. mit den Händen in der Erde gepflanzt oder Unkraut gejätet wird? Können die Gesänge der Vögel, der Wind und sonstige Geräusche gehört werden; riecht die Erde, wie ist ihre Temperatur und Konsistenz? Ist der  Fokus der Aufmerksamkeit auf einzelne dieser Wahrnehmungen gerichtet, ist der Patient im Wesentlichen mehr im Moment. Auftauchende Empfindungen, Gefühle und Gedanken können besser beobachtet oder umgewandelt und dadurch innere Spannung abgebaut werden. Das gibt mehr Raum für Sinneswahrnehmungen, die besonders im Lebensraum „Natur“ häufig als angenehm, ausgleichend, ja sogar heilsam erlebt werden.

Umfang der Natur- und Gartentherapie im Sigma-Zentrum
Sämtliche naturgestützte Therapien werden im Sigma-Zentrum sowohl im Einzelsetting als auch im Gruppensetting angeboten. Die jeweilige Auswahl trifft der behandelnde Psychologe in Abstimmung mit dem Patienten.

Neben den Einzeltherapien finden folgende Gruppenangebote wöchentlich statt:

  • 3 Gruppen „Natur und Garten“
  • 2 Gruppen „Achtsame Naturbegegnung am Morgen“
  • 1 „Offene Gartengruppe“

In den Gruppen spielt der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Ein langsames Annähern an die Mitmenschen kann über Pflanzen und einfache Kontaktaufnahme wieder geübt und gestärkt werden. Der Aufenthalt im Freien lässt genug Raum, um den Abstand zur Gemeinschaft selbst wählen zu können. So können soziale Bedürfnisse gelebt und geübt werden.

„Je mehr wir die Natur auf uns wirken lassen, umso achtsamer werden wir. Und je achtsamer wir uns in der Natur bewegen, umso differenzierter werden wir sie auch wahrnehmen.“ (Hupperts, 2015)

 

Anne Weth
Körpertherapeutin, Natur- und Gartentherapeutin
(Akademische Expertin für Gartentherapie, Wien)

 


Wechselwirkungen beherrschen – Psychopharmakologietage im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 16. Oktober 2019

Mit den vom Sigma-Zentrum veranstalteten Bad Säckinger Psychopharmakologie-Tagen wurde das im Sigma-Zentrum bereits etablierte Ärztliche Fortbildungsforum nun bereits zum zweiten Mal für Ärzte aus ganz Deutschland geöffnet. Der europaweit renommierte Pharmakologie-Experte Dr. Gabriel Eckermann aus Berlin hat mit dem Thema Vielfachmedikation ein zentrales Element eines modernen medizinischen Risikomanagements behandelt. Rund 40 Ärztinnen und Ärzte sind der Einladung zu dem medizinisch-psychiatrischen Workshop gefolgt um sich in Bezug auf die Wechselwirkungen von Medikamenten auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen.

Vielfachmedikation ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel im Therapiealltag von Hausärzten, Internisten, Neurologen und Psychiatern, die damit auch schwere körperliche und psychische Erkrankungen behandeln. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden Patienten immer älter und haben viele Erkrankungen parallel (Multimorbidität). Hinzu kommt der Faktor Selbstmedikation; gerade ältere Patienten erwerben in der Apotheke oft zusätzlich rezeptfreie Arzneimittel, um ihre »Gesundheit zu stärken« und um Symptome zu behandeln. Diese Faktoren führen dazu, dass die Liste der eingenommenen Medikamente immer länger wird. Je mehr Arzneistoffe auf dem Medikationsplan stehen, um so größer das Risiko einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW). So beläuft sich das Interaktionsrisiko bei 7 Medikamenten auf durchschnittlich 80 %. Nimmt beispielsweise ein Patient mit fünf Erkrankungen mittlerer Schweregrade leitliniengerecht zehn unterschiedliche Medikamente ein, gibt es dafür dann bis zu 45 mögliche, zum Teil unangenehme oder auch gefährliche Wechselwirkungen. Nach neuesten Forschungsergebnissen sollen ca. 10 % der Krankenhauseinweisungen durch solche Wechselwirkungen bedingt sein.

Da bisher noch keine Datenbank der Welt alle möglichen Wechselwirkungen praktikabel anwendbar wiedergeben kann, kommt es hier auf die Qualifikation der handelnden Personen an. „Die Kunst der individuellen Risikoeinschätzung von potenziellen Wechselwirkungen besteht darin, in der Liste der verordneten Arzneimittel besonders wechselwirkungsträchtige Wirkstoffe zu identifizieren“, betont Dr. Wolfang Krämer, Leiter des Medizinischen Qualitäts- u. Risikomanagements im Sigma-Zentrum sowie Mitglied der Geschäftsleitung, und ergänzt: „Unser durch jahrelange Zusammenarbeit fest verbundener Experte Dr. Gabriel Eckermann supervidiert und berät regelmäßig die Ärzteteams im Sigma-Zentrum, um pharmakologisch auch bei komplexen Fragestellungen passende Lösungen zu finden“. So attestierte die im Frühjahr 2019 erfolgte Wiederholungszertifizierung mit Upgrade nach DIN EN ISO 9001:2015 dem Sigma-Zentrum eine gelebte Qualitätskultur, nicht zuletzt durch das etablierte Critical-Incident-Reporting-System (CIRS) mit Vernetzung zu Experten und anderen Kliniken. Ein zentrales Anliegen der Ärzte des Sigma-Zentrums wurde während der Veranstaltung deutlich: Die routinemäßige und schnelle Einbeziehung bisher vorhandener moderner medizinischer und pharmakologischer Datenbanken mit Warnungen vor UAW sollte Eingang in den ärztlichen Verordnungs- und Verschreibungsalltag der Klinikärzte und auch der niedergelassenen Ärzte finden. Die Handhabung wurde beispielhaft im Rahmen des Workshops demonstriert und geübt. Unter der Voraussetzung einer partnerschaftlichen und offenen Einbeziehung von aufgeklärten Patienten oder betreuenden Angehörigen in die Medikationsplanung lässt sich hierbei eine größtmögliche Sicherheit für die medikamentöse Behandlung erreichen.


Psychische Gesundheit entsteht im Gehirn

von: Marketingabteilung | Datum: 28. September 2019

Anlaufstelle Früherkennungszentrum

Wer darauf achtet, auch geistig leistungsfähig zu sein und mögliche psychische Störungen frühzeitig zu erkennen, tut Gutes. Gerade psychische Beeinträchtigungen führen vielfach zu Motivationslosigkeit. Integrative Konzepte setzen auf Früherkennung von psychischen Störungen. Für Menschen, die den Zusammenhang zwischen psycho-sozialer Gesundheit und beruflichem Erfolg erkannt haben, ist das Früherkennungszentrum des Sigma-Zentrums Bad Säckingen ein diskreter Beratungspartner, um gesunderhaltende Alltagsbedingungen, Motivation und Leistungskraft optimal zu entwickeln und neue Denk- und Handlungsoptionen im privaten und beruflichen Lebensumfeld zu entdecken.

Die Psychologie des Alterns
Der Psychologe und Alternsforscher Professor Hans-Werner Wahl sieht die „jungen“ älteren Menschen als jene Gruppe in unserer Gesellschaft, welche heute am ehesten Muße, Gelassenheit, große Lernlust und relativ viel Selbstwertgefühl ausstrahlt. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Menschen einen solchen Zustand im Grunde anstreben, sieht der Seniorprofessor am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg die Älteren fast schon als ein Modell für das, was gutes Leben bedeuten kann. Nach ganzheitlichem Verständnis ist körperliche und geistige Gesundheit mehr als die Abwesenheit von Krankheit, sondern schließt das Wohlbefinden und gute psycho-soziale Bedingungen für eine erfolgreiche Gestaltung von Arbeit und Leben ein. Der multimodale therapeutische Ansatz des Sigma-Zentrums Bad Säckingen bezieht neben medizinischen Behandlungen Psychotherapien und ergänzende Fachtherapien ein und schafft in der Regulation und Gegenregulation von fünf Dimensionen ein tiefes Verständnis für das Leben und Erleben des Patienten: geistig, sozial, emotional sowie biologisch und physikalisch-ökologisch.

Faktor Arbeit
In der modernen Arbeitswelt geht es immer stärker darum, Wissen breit zu vernetzen und für den betrieblichen Alltag nutzbar zu machen. Im Idealfall gelingt es, die besonderen Qualitäten älterer Mitarbeitender zu nutzen, deren Erfahrungswissen gerade in der Komplexität von heute unersetzbar ist: Dies reicht von der Organisation sinnstiftender, effizienter Abläufe, über die Fähigkeit, Situationen richtig einzuschätzen, das Finden von individuellen Lösungsansätzen bis zur Routine in der Bewältigung von Stresssituationen. Um dabei bestmögliche Effektivität zu gewinnen, bedarf es einer Führungskultur, in der „Werte der Verantwortlichkeit“ definiert werden, für die es auch Führungskräfte mit Denk- und Handlungsansätzen braucht, die über die üblichen Elemente der Unternehmensentwicklung hinausgehend den Aspekt der psycho-sozialen Gesundheit ernsthaft berücksichtigen.

Helfen lassen
So vielschichtig die Auslöser für psychische Belastungen sind, so klar ist es, dass man sich im Fall von drohenden psychischen Erkrankungen an ein spezialisiertes Früherkennungszentrum wenden sollte. Dies bietet eine diskrete Anlaufstelle zur Reflexion des eigenen Wirkens und Beratung im Bereich psycho-sozialer Gesundheitsförderung und zum Stressmanagement. Für jeden Ratsuchenden und Patienten bietet es individuelle und ausführliche Anamnese sowie bedarfsgerechte Diagnostik. Diagnostisches Vorgehen, medizinische Behandlung und psychologische Therapie sollten hierbei evidenzbasiert sein. Dies trägt den organischen und seelischen Aspekten einer Erkrankung ebenso Rechnung wie den individuellen Umgebungs-, Arbeits- und Lebensumständen des Patienten. Dadurch werden synergetische Heilungsprozesse ermöglicht. Wenn weitere medizinische oder psychotherapeutische Maßnahmen erforderlich sind, unterstützen interdisziplinäre Teams aus Fachärzten psychiatrischer und somatischer Fachgebiete, Psychotherapeuten, Fachtherapeuten und Fachpflegekräften die Patienten in der Aktivierung ihrer Selbstheilungs- oder Genesungsprozesse. Es geht darum, Psyche und Körper ins Gleichgewicht zu bringen und eine gesunde Basis für ein glückliches Leben und ein erfolgreiches berufliches Wirken zu bereiten. So können die Probleme umfassend und ganzheitlich betrachtet werden, anstatt die Behandlung selektiv auf nur einen bestimmen Auslöser auszurichten. Daher ist wichtig und erfolgversprechend, dass Betroffene gezielt nach einer passenden medizinischen Einrichtung suchen.

 


Behandlungskonzept Mediensucht

von: Marketingabteilung | Datum: 6. September 2019

Wie geht man mit einer neuen Erkrankung um?

Immer wieder tauchen neue Erkrankungen auf, die allgemein als Problem erkannt werden. Dennoch muss meistens erst bewiesen werden, dass sie medizinisch behandlungsbedürftig sind. So geht es derzeit mit der Mediensucht, in klinischen Fachkreisen pathologischer PC- und Internet-Gebrauch genannt. Viele erkennen das Problem des Umgangs mit Medien an, dass aber Menschen an einer „Störung“ leiden, also einer psychischen Erkrankung, wird in Abrede gestellt. Zum Leidwesen der Betroffenen. Der Unterschied zwischen dem sogenannten normalen Gebrauch und einer Störung wird kleingeredet, als Erziehungsproblem oder gesellschaftliches Problem dargestellt. Fast allen Menschen fällt auf, dass sie hin und wieder zu viel an ihrem Smartphone „kleben“ und wie schwer es ist, sich „zu lösen“. Dieses Phänomen nennt sich „Modediagnose“. Eine Erkrankung wird nicht als solche anerkannt. Zuletzt waren es Störungen der Aufmerksamkeit und Erscheinungen von Hyperaktivität (ADS und ADHS), bei denen es bis in die späten siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts dauerte, bis sie durch Aufnahme in den Katalog psychischer Erkrankungen (damals ICD-9) erforscht und behandelt werden konnten. Heute handelt es sich um eine gesicherte Diagnose, deren Ursachen erforscht werden und deren Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie wirksam und kostengünstig durchgeführt werden kann. Vielen Menschen gelingt dadurch eine deutliche Besserung der Lebensumstände, und ein leidvolles Schicksal mit privaten und beruflichen Problemen kann merklich gemindert werden.

Mediensucht als anerkannte Erkrankung
Die USA, in medizinischer Hinsicht oft das Vorbild für Entwicklungen in Europa, haben nun beschlossen, die Mediensucht in ihren Katalog psychischer Erkrankungen, das sogenannte DSM-V, aufzunehmen. Dort wird sie nun als „weiter zu erforschende Störung“ geführt. In Europa wird dem dadurch Rechnung getragen, dass angekündigt wurde, diese Störung nächstes Jahr in die neueste Fassung des ICD (ICD-11) zu übernehmen.

Welche Symptome hat ein Mediensuchtiger?
Die „Internet Gaming Disorder“, wie sie in Amerika genannt wird, zeichnet sich durch spezifische Symptome aus: andauernde Beschäftigung mit dem Medium sowie Entzugssymptome wie Unruhe, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Aktivitäten, exzessives Spielen trotz Wissens um die Nachteile, Täuschungen in Bezug auf das Ausmaß der Aktivität und Funktionalisierung zur Vermeidung negativer Emotionen. In dieser Definition finden sich die klassischen Suchtsymptome angepasst wieder. Folgerichtig hieß es bei der Ankündigung für die neue Version der europäischen Klassifikation psychischer Erkrankungen, dem ICD-11, dass es diese Störung ebenfalls geben und sie dem Bereich F10 „Psychische und Verhaltensstörungen durch“ zugeordnet werde. In diesem Bereich finden sich auch die Alkoholabhängigkeit und die Glückspielsucht.

Wie viele Menschen sind betroffen?
Derzeit sind laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2017 3 Prozent der Erwachsenen und 6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen betroffen.

Was tut das Sigma-Zentrum?
Dieser Entwicklung wird das Sigma-Zentrum seit zwei Jahren dadurch gerecht, dass es eine Arbeitsgruppe „Mediensucht“ ins Leben gerufen hat. Diese Arbeitsgruppe hat ein auf die multimodale Behandlung und das kybernetische Menschenbild ausgerichtetes Konzept zur Behandlung dieser Störung erarbeitet. Es umfasst eine exakte Diagnostik und Differentialdiagnostik zum Ausschluss verwandter oder ähnlicher Störungen sowie mögliche Komorbiditäten, sprich andere Störungen, die mit der Mediensucht einhergehen können, wie zum Beispiel Depressionen und Angststörungen. Die Einzeltherapie umfasst verhaltenstherapeutische und psychodynamische Aspekte (Motivational Interviewing, respektive OPD-2 Abhängigkeit zur Aufklärung der zum Teil unbewussten motivationalen Anteile). Zur Förderung der Einsicht in die Problematik und deren Behandlung sieht das Konzept zudem die Teilnahme an der psychoedukativen Gruppe „Suchtprävention“ vor. Der soziale Rückzug wird thematisch in der interaktionellen Gruppentherapie aufgegriffen und bearbeitet. Um den bisher in der „Zweitwirklichkeit“ errungenen Selbstwert auch im oft frustrierenden Alltag zu fördern, können im Training selbstsicheren Verhaltens selbstwertsteigernde Verhaltensweisen in Rollenspielen geübt werden. Zudem werden durch die angepasste körperliche Aktivierung, je nach Vermögen und Bedarf, die Gesundheit gefördert und eine Bewältigungsressource aufgebaut. Individuellen Besonderheiten trägt die passende Zuteilung in das breite zur Verfügung stehende Spektrum aus psychoedukativem, interaktionellem und fachtherapeutischem Angebot Rechnung. Auf diese Weise wird der Patient sowohl in der Störung erkannt, anerkannt und behandelt sowie in ihrer einzigartigen Menschlichkeit gesehen und respektiert.

Und wie geht es weiter?
Der momentane Schwerpunkt der Arbeitsgruppe „Mediensucht“ des Sigma-Zentrums liegt darin, das Angebot weiter auszubauen. Neben den Erkrankten weisen 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 15 Prozent der 18- bis 25-Jährigen einen problematischen Gebrauch von Medien auf. Erweitert man das Problemfeld auf das Fernsehen, mit 2017 durchschnittlich 3 Stunden und 41 Minuten pro Tag, sieht es bei den Erwachsenen nicht besser aus. Da der exzessive Mediengebrauch den Stress nur scheinbar reduziert und wir wissen, dass er Ursache oder Aufrechterhalter fast aller Störungen ist, müssen medienpädagogische Fähigkeiten störungsübergreifend gefördert werden. In einem Gruppenangebot zur Stressbewältigung sollen Patienten künftig einen gesunden Umgang mit diesem und anderen „Kraftfressern“ lernen. Ebenso wie bei ADS, ADHS und vor knapp 150 Jahren bei Depressionen, braucht es keinen Streit darum, wer Recht hat, sondern ein Umdenken. Den Erkrankten muss die Hilfe zukommen, die sie brauchen um gesund zu werden; den gesundeten Erkrankten wie den Gesunden muss das Werkzeug an die Hand gegeben werden, gesund bleiben zu können. Dem trägt das Sigma-Zentrum Rechnung und es wurde durch eine interne Fortbildung im Juni 2019 das erworbene Wissen und einen Einblick in die Behandlung an Interessierte weitergegeben.

Mag. phil. Benedikt Mayer

 


Chronische Schmerzen – was nun?

von: Marketingabteilung | Datum: 26. August 2019

Ein Schmerz wird als chronifizierter Schmerz definiert, wenn er sechs Monate oder länger anhält.

Mit der Überalterung der Bevölkerung nehmen Schmerzen an Häufigkeit zu. Das liegt oft an den chronischen Erkrankungen, besonders im Skelettsystem. Verschleißerscheinungen der großen und kleinen Gelenke, der Wirbelsäule, aber auch Rheuma, Polymyalgia rheumatica, Fibromyalgie und andere Erkrankungen plagen weite Teile der Bevölkerung. Nicht zu vergessen ist das gefürchtete Restless Legs Syndrom. Hierbei leiden Patienten vor allem nachts an unerträglichen Kribbelphänomenen, Unruhezuständen, Bewegungsdrang, teils mit Krämpfen in den Waden. Sie müssen dann die Beine bewegen, aufstehen, umhergehen, um wenigstens kurzzeitig Linderung zu erfahren. Es stellt sich die Frage nach Therapieansätzen. Letztgenanntes Syndrom ist gut behandelbar mit Medikation. Bei vielen Schmerzerkrankungen ist es aber erforderlich, multimodal vorzugehen. Damit sind neben Schmerzmedikation verschiedene Therapiemethoden zu kombinieren. Es reicht eben oft nicht, sich auf die Schmerzmedikation zu beschränken. Da viele Patienten mit chronischen Schmerzen depressiv werden, sollte schon in einem frühen Stadium das Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie einbezogen werden. Das Sigma-Zentrum in Bad Säckingen arbeitet u.a. mit Methoden der psychologischen Schmerztherapie. Dazu gehören beispielsweise eine spezielle Psychotherapie, Gymnastik, Bewegung und das computergestützte Biofeedback, mit dem man Entspannungsverfahren lernen kann. In einem ambulanten Schmerzzentrum können dann Patienten auch ergänzend mit Akupunktur, Akupressur und Methoden der manuellen Medizin wie z.B. Osteopathie behandelt werden. Wichtig ist, dass die Methoden aufeinander abgestimmt sind und stets der Patient mit seiner Wahrnehmung, seinen Ängsten, aber auch Vorerfahrungen in die Therapie seiner Schmerzen einbezogen wird. So stellt sich dann oft heraus, dass trotz jahrelanger Schmerzkarriere doch noch Fortschritte erzielbar sind. Nicht selten sind dafür die Psychotherapie und Psychopharmaka verantwortlich.

Geduld erforderlich

Was viele nicht wissen: man kann mit Psychopharmaka Schmerzsyndrome z. T. erfolgreich mitbehandeln, vor allem mit Antidepressiva. Allerdings kostet das Überzeugungsarbeit und Geduld. In den letzten Jahren hat sich zudem die Erkenntnis etabliert, dass Schonung über längere Zeiträume die Schmerzerkrankung ungünstig beeinflusst. Deshalb wird im Sigma-Zentrum zunehmend auf Aktivierung mit gestuften Behandlungsplänen gesetzt. Hierfür müssen die Patienten in der Psychotherapie vorbereitet werden, um Vorbehalte auszuräumen. Die größte Hürde ist nämlich oft die Bequemlichkeit, die in Verbindung mit der Angst überwunden werden muss. Denn chronisch Schmerzkranke haben natürlich Angst, sich mehr zu bewegen, weil sie Angst vor der Intensivierung der Schmerzen haben. Generell gilt: man kann chronische Schmerzen sehr oft erfolgreich lindern, wenn man multimodal vorgeht und die Patienten in die Therapieplanung individuell einbezieht. Das kennzeichnet das Sigma-Zentrum. Dessen Kompetenz ist es vor allem, eine Integration der Befunde, Vorerfahrungen der Patienten und der Therapiemethoden zu leisten. Dies ist zwar auf den ersten Blick einleuchtend, bedarf aber genauerer Betrachtung, um zu verstehen, was der Hintergrund ist. Wenn man sich vorstellt, dass in der Medizin überwiegend linear vorgegangen wird, also leitlinienorientiert und ausgerichtet an dem, was Krankenkassen für richtig erachten, ist das basierend auf gesichertem Wissen. Da aber nun jeder weiß, dass dieses Wissen in atemberaubendem Tempo wächst, ist es geboten, sich immer wieder aufs Neue mit Therapiemethoden zu beschäftigen, die womöglich noch nicht dem Patienten zugutekamen. Hierfür müssen wir diesen einbinden und zudem dafür gewinnen, neue Wege zu beschreiten.

Ganzheitliches Verständnis

Dazu gehört nach einem ganzheitlichen Verständnis eine hochdifferenzierte Psychotherapie, die dem Schmerzgeschehen einerseits Aufmerksamkeit widmet und andererseits den Patienten durch Integration anderer Themenfelder und weiterer Therapieverfahren in Gruppen- und Einzelsettings empfänglicher für neue Wege des Denkens und der Schmerzbewältigung macht. Die Analyse der womöglich aufrechterhaltenden Schmerzfaktoren gehört ebenso dazu wie die Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien analog der individuellen Belastbarkeit. Erfahrenen Therapeuten gelingt es somit, die Aufmerksamkeit umzulenken und durch Aktivierungs- und Verstärkermethoden die Bewältigung des Schmerzgeschehens zu erleichtern, wofür initial auch die Arbeit an der Bewertung des Schmerzes durch den Patienten selbst wichtig ist. Somit gelingt es, in Verbindung von Medikation mit Schmerzmitteln, Psychopharmaka, Psychotherapie, Physiotherapie, Bewegung, Entspannungsverfahren, Biofeedback, Musik- und Gestaltungstherapie über 90 Prozent der Schmerzpatienten zu helfen. Wichtig ist dabei die Bereitschaft des Patienten, sich auch mit Teilerfolgen arrangieren zu können und Selbstwirksamkeitserleben zu entwickeln. Die Psychotherapie hat dabei eine zentrale Aufgabe, weil hierfür behutsam an Widerständen gegenüber notwendigen Veränderungen gearbeitet werden kann. Geschieht dies in einem wohlwollenden Schutzrahmen, angstfreier Atmosphäre und ohne Zeitdruck, kann Linderung sehr oft gut gelingen.

Prof. Dr. med. Christoph Bielitz


Ein Psychiater erklärt: Darum sind Betrüger so erfolgreich

von: Marketingabteilung | Datum: 13. Juni 2019

Professor Christoph Bielitz beschreibt wie Gauner vorgehen, wie sie Druck aufbauen und warum gerade ältere Menschen so gefährdet sind. Außerdem berichtet uns Polizei-Profiler Jürgen Spill, wie die Betrüger vorgehen.

Täglich werden Menschen von Betrügern mit üblen Tricks abgezockt. Außenstehende registrieren da mitunter kopfschüttelnd: Wie konnte der sich so über den Tisch ziehen lassen? Hat er denn nichts gemerkt? Wer nicht in einer solchen Situation steckt, weiß nicht, welche psychischen Mechanismen hier greifen. Erst kürzlich haben Gauner einem Bad Säckinger Senior 11.000 Euro abgeknöpft. Wir haben nun mit einem Fachmann gesprochen: Professor Christoph Bielitz ist Facharzt für Psychiatrie und ärztlicher Direktor des Sigmazentrums in Bad Säckingen, er erklärt wie perfide Gauner vorgehen und warum sie sich ganz bewusst bestimmte Personen aussuchen.

Herr Professor Bielitz, wer ist besonders gefährdet, Opfer von Betrügern zu werden?
„Es sind vielfach ältere Menschen, Demenzkranke, gesundheitlich geschwächte Menschen, Menschen, die nicht selbstkritisch eine Situation reflektieren oder aber keinen Widerstand aufbieten können. Dazu gehören auch psychisch Kranke, Kinder, Menschen mit intellektuellen Schwierigkeiten.“

Warum suchen sich Betrüger hauptsächlich Senioren als Opfer aus?
„Ältere Menschen sind anfälliger hierfür, denn die Kritikfähigkeit lässt oft im Alter nach. Älteren Menschen fällt es oft schwerer, kritische Distanz aufbauen. Sie glauben zuerst einmal immer an das Gute im Menschen.“

Mit welchen Tricks arbeiten Betrüger?
„Sie verwickeln ihre Opfer freundlich in Gespräche und bauen Druck auf, indem sie von einer einmaligen Gelegenheit mit vielen Vorteilen sprechen, was allerdings zeitlich begrenzt sei. Der Betroffene meint, den Fehler seines Lebens zu begehen, wenn er bei diesem günstigen Angebot nicht rechtzeitig zugreift. Dadurch entsteht ein hoher Erwartungsdruck. Betrüger kennen die Phänomene Verführbarkeit und Suggestibilität, also die Empfänglichkeit für Suggestion. Ein Erwachsener, der müde oder körperlich geschwächt ist, lässt sich leichter etwas von einem anderen Menschen suggerieren, also vorschlagen oder sozusagen weismachen. Wenn dann keine Abgrenzung erfolgt, resultieren die erfolgreiche Beeinflussung und ein fremdbestimmtes Denken, Fühlen oder Handeln. Kinder sind noch leichter zu beeinflussen, weil sie alles aufsaugen, wie ein nasser Schwamm.“

 

Ein Polizei-Profiler erklärt die Tricks

Sie bieten unter anderem Hofreinigungen oder Dachrinnensanierungen zu überhöhten Preisen an, geben vor, der Enkel zu sein, bieten Pfusch zu Wuchepreisen an oder geben sich als falsche Polizisten aus. Die Betrüger gehören zu Banden, die meist straff organisiert sind. Beim Landeskriminalamt in Stuttgart beschäftigen sich eigene Ermittlungsgruppen mit den Fällen. Trotz aller Hinweise in den Medien und Präventionsveranstaltungen kommen die Betrüger seit Jahren durch. Wir haben bei Polizeikommissar Jürgen Spill nachgefragt, er ist Profiler beim Referat Prävention und beschäftigt sich mit Fallanalyse.

  1. Wie schaffen es die Täter immer wieder, mit ihren perfiden Betrugsmaschen durchzukommen?
    „Sie machen das durch geschicktes, professionelles Vorgehen und mit Überrumpelungstaktik. Die Opfer kommen nicht groß zum Nachdenken, sie werden förmlich eingelullt. Vertrauen wird aufgebaut, so dass Zweifel oder die normale Skepsis, die jeder Mensch hat, erst gar nicht aufkommen. Wir wissen nicht, ob sie geschult werden. Die Täter sind optisch nicht auffallend, haben ein europäisches Aussehen, sind höflich, bestimmt, clever und redegewandt.“
  2. Warum fallen vor allem ältere Menschen immer wieder darauf herein?
    „Senioren sind meist anders aufgewachsen und erzogen worden, sind oft unbedarfter, gutgläubiger und hilfsbereiter. Und durch das geschickte Vorgehen der Betrüger sind die Senioren, beispielsweise beim Enkeltrick, überzeugt, die Person am Telefon zu kennen, obwohl das Hirn sagt, den kann ich nicht kennen.“
  3. Welche Betrugsfälle zielen hauptsächlich auf ältere Menschen oder Senioren ab?
    „Außer dem Enkeltrick ist es oft auch der falsche Polizist. Er ruft an, fragt die potentiellen Opfer, ob sie wüssten, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde. Er erzählt, dass die Täter gefasst, bei ihnen ihre Adresse gefunden wurde und somit zu Hause nichts mehr sicher sei. Der angebliche Polizist bietet an, alle Wertgegenstände in Verwahrung zu nehmen. Ein Normalsterblicher kommt auf solche Ideen nicht. Zudem sind auch die Telefonnummern, die auf dem Telefondisplay angezeigt werden, falsch. Sie führen beispielsweise direkt zu einer Dienstelle der Polizei, zeigen die Notrufnummer an oder den ADAC in München. Für Computerspezialisten ist das technisch möglich.“
  4. Warum kommen so viele Betrugsmaschen eigentlich nicht zur Anzeige?
    „Es gibt meistens eine Riesenhemmschwelle bei den Betroffenen. Erst wenn die Täter weg sind, realisieren die Opfer, was eigentlich passiert ist. Das Ganze ist ihnen peinlich, vor allem innerhalb der Familie. Wir raten aber jedem, so etwas bei der Polizei anzuzeigen. Auch selbst dann, wenn jemand nicht auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist, sollte er den Vorgang melden und so dazu beitragen, dass die Betrüger vielleicht gefasst werden können. Diese Betrüger sind reisende Täter, die darauf bauen, dass sowohl die Täterbeschreibung, wie auch die Beschreibung des benutzen Fahrzeuges nicht gut genug ist. Fahrzeug sowie Kennzeichen werden gewechselt.“

Artikel vom 13.06.2019, Südkurier >>>

Text: Marion Rank


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