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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Depressionen im Lockdown: Zeit, zu handeln

von: Marketingabteilung | Datum: 18. Januar 2021

Prof. Dr. Christoph Bielitz über Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Umstände des Corona-Jahres haben uns alle sehr in Anspruch genommen und sind ein Stress-Test für die Psyche; Depressiv Erkrankte leiden seit dem Frühjahr 2020 noch stärker unter den Corona-Maßnahmen als die Allgemeinbevölkerung. Vor dem Hintergrund der aus dem „Deutschland-Barometer Depression“ der Stiftung „Deutsche Depressionshilfe“ hervorgehenden deutlichen Zunahme psychosozialer Belastungen gilt es, die Patienten in der Praxis gezielt zu erkennen und zu behandeln. „Es sind vielfach ältere Menschen, Demenzkranke, gesundheitlich geschwächte Menschen, Menschen, die nicht selbstkritisch eine Situation reflektieren oder aber keinen Widerstand aufbieten können. Dazu gehören auch psychisch Kranke, Kinder und Menschen mit intellektuellen Schwierigkeiten“, so Professor Dr. Christoph Bielitz, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, eine der bundesweit größten Fachkliniken für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.

Anlaufstelle Früherkennungszentrum
Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat das Sigma-Zentrum das Sigma-Institut im Ärztehaus beim Freiburger Diakoniekrankenhaus (Wirthstraße 9) eröffnet und das Behandlungsspektrum erweitert: Schon in einem sehr frühen Stadium der Beeinträchtigung bietet der neu konzipierte Bereich der Individualprävention Selbstzahlern die Möglichkeit, von einer ganz auf die eigene Person und Situation fokussierten psychologischen Diagnostik und Beratung zu profitieren. Sollte im weiteren Verlauf eine psychosomatische und psychiatrische Abklärung erforderlich werden, bieten Früherkennungszentrum und Ambulanz für jeden privatversicherten Ratsuchenden und Patienten einen diskreten Zugang zu einer integrativen Beratung und Therapie. Mit diesem Stufenmodell trägt das Sigma-Institut der Tatsache Rechnung, dass die Grenzen von einfacher, vorübergehender und ernster psychischer Beeinträchtigung oft fließend sind. Für das Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie ergeben sich durch die Corona-Pandemie zum Teil sehr spezifische und komplexe Herausforderungen. Die Erfahrung des vergangenen Jahres hat gezeigt, dass psychische Erkrankungen bei vielen unserer Patienten in besonderem Maße mit Angst verbunden sind. Weiterführende Informationen und Kontakt: www.sigma-institut.de (Telefon: 0761 1518713-0,  info@sigma-institut.de).

Psychosoziale Folgen und Erkenntnisse der Corona-Pandemie
So wie dieses Virus ein kollektiver Stresstest für die Psyche jedes Einzelnen ist, so gilt dies auch für die Gesellschaft. Wir wissen schon jetzt, dass „Corona“ die Häufigkeit und Intensität psychischer Erkrankungen erhöht hat. Auch wenn wir in Zukunft hoffentlich reflektierter und bewusster leben werden, ist davon auszugehen, dass die aktuelle Belastung zunächst energiezehrend ist und viele Menschen ängstlich, depressiv, erschöpft und einsam werden lässt. Schon vor der Corona-Pandemie war eine deutliche Zunahme chronischen Schmerzstörungen, Erschöpfungszuständen und Depressionen  festzustellen. Es ist damit zu rechnen, dass in Zukunft auch Traumafolgestörungen, Ängste und Süchte (z. B. Alkohol- und Mediensucht) verstärkt auftreten. Es stellt sich immer mehr heraus, dass Authentizität eine außerordentlich hohe Bedeutung für die Gesundheit hat. Für mich persönlich gehört dazu auch die künstliche Trennung von „Work“ und „Life“ aufzuheben. Wenn wir Arbeitszeit als Lebenszeit begreifen, dann müssen wir auch nicht mehr einer „Work-Life Balance“ hinterherjagen. „Corona“ wird die Haltung zu Arbeit, Arbeitsprozessen, Kommunikation und Meetings verändern.In Bezug auf die Psychotherapie bedeutet Authentizität keine Sicherheit vorzutäuschen, wo keine ist. Schon der 1994 verstorbene Philosoph Sir Karl Raimund Popper kritisierte Theorien wie etwa den Marxismus und die Psychoanalyse, weil sie sich seiner Meinung nach gegen Einsprüche und Gegenargumente immunisierten. Gerade die moderne Psychotherapie lebt von der Falsifizierbarkeit (Widerlegung) der Hypothesen; es geht nicht um ewige Gültigkeit, sondern darum, Hypothesen wo nötig  zu verwerfen und sich so der Wahrheit zu nähern.

Krisen und Posttraumatischen Belastungsstörung  (PTBS)
Die Corona-Pandemie stellt vieles, was wir für selbstverständlich gehalten haben, in Frage. Emotionaler Stress, Traumata nach schwerer Erkrankung, können die Folgen sein. Auch wenn wir im Verlauf des Jahres auf Lockerungen der Corona-Auflagen hoffen dürfen, bedeutet dies nicht, dass unser Leben wieder so wie zuvor abläuft. Im Gegenteil – und gerade, wenn man selbst zu denjenigen zählt, die eine solche Infektion überstanden haben, kann die Psyche selbst danach im Ausnahmezustand sein. Patienten und deren Angehörige sehnen sich gleichermaßen zurück nach einem normalen Leben. Hier gilt: Aktiv zu bleiben hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben bzw. zu werden. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien fordert, er sich dem stellt, wird seine Aktivität zur Selbstwirksamkeit beitragen, was wiederum das psychische Wohlbefinden steigert. Gelingt das allein nicht, kann Psychotherapie helfen. Diese soll letztlich Akzeptanz der Umstände ermöglichen, Neubewertungen ermöglichen, Handlungsalternativen ausloten um dann angemessene Aktivitäten zu bahnen. Somit kann das sogenannte „Empowerment“ die Befähigung zur guten Selbstwirksamkeit bei wiederbelebten persönlichen Ressourcen neu erlernt werden.

Ausblick
Überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund. Bei der Behandlung von Krisenfolgen oder Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das Geschehene zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Die Prognose zur Heilung psychischer Erkrankungen ist besser, je früher diese erkannt und professionell behandelt werden.

Weiterführende Informationen und Kontakt:
www.sigma-zentrum.de (Telefon: 07761 5566-0,  info@sigma-zentrum.de).

Hier ist das SWR Radio-Interview (10/2020) mit Prof. Bielitz zum Thema „Ängste in Zeiten von Corona“ abrufbar.

Hier ist das Baden.fm-Video-Interview (05/2020) mit Prof. Bielitz zum Thema „Corona im Alltag“ abrufbar.


Weihnachten bringt Freud und Leid

von: Marketingabteilung | Datum: 7. Dezember 2020

Wegen des wegweisenden methodenintegrativen Konzeptes mit einer Vielzahl medizinischer und fachtherapeutischer Verfahren wird das Sigma-Zentrum von Patienten aus ganz Deutschland aufgesucht. Gerade in der Zeit vor und um Weihnachten sowie Silvester ist die Klinik besonders gefragt. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Für viele Menschen ist Weihnachten eher ein Fest der unerfüllten Hoffnungen und Wünsche. Manche haben gar Angst vor den Festtagen. Woran liegt das?
Aus psychotherapeutischer Sicht ist die Weihnachtszeit vor allem Stress. Nicht nur die Zeit der Liebe, der Hoffnung und des Lichts bricht an. Statt Stille und Familienidylle, erleben viele eine Zeit der Maximalbelastung mit Krise. Der Weihnachtsfriede stellt sich nicht überall ein, stattdessen eskaliert um Weihnachten oft ein Streit.

Zu Weihnachten werden Ängste und Einsamkeit besonders bedrückend erlebt. Welche Gründe gibt es dafür?
Das Fest der Hoffnung und des Lichts fällt in die Zeit des zu Ende gehenden Jahres, in der erfahrungsgemäß möglichst viel erledigt werden muss, sei es verordnet oder selbst so gewollt. Schon das stresst. Parallel werden unerfüllte Hoffnungen und Wünsche deutlich. Menschliche Grundbedürfnisse wie Ruhe, liebevolle Zuwendung, Geborgenheit, emotionale Nähe und Angenommensein werden aktiviert. Die Realität ist aber oft eine ganz andere: Zeitmangel, Trennungen oder belastende Familienverhältnisse sind häufig. Die Fähigkeit, sich selbst und anderen gegenüber einfühlsam zu sein, geht im hektischen Treiben unter. Es fehlt die Kraft, sich einander liebevoll zuzuwenden und Konflikte miteinander wohlwollend auszutragen. Gleichzeitig halten sich romantisierte Erwartungen von einer Idylle oder starre Rituale ohne Freiraum für persönliche Bedürfnisse äußerst hartnäckig. Zudem ist das Jahresende eine Zäsur, über den Jahresverlauf Bilanz zu ziehen, nicht nur steuerlich. Das geht nicht selten mit Frustrationen, Problemen und Sorgen einher. Aufgestaute Aggression entlädt sich. Zur Eskalation ist es dann nur noch ein kurzer Schritt.

Hinzu kommen vermutlich auch saisonale Phänomene in der dunklen Jahreszeit. Wie kann man dem eigentlich Unvermeidlichen vorbauen?
Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Schon Goethe wusste um den Zusammenhang. Viele Menschen, denen das Phänomen bewusst ist, verreisen und machen Urlaub im Licht sozusagen. Wer nicht reisen kann, dem bleibt nur der Aufenthalt im Freien oder eben Lichttherapie mit medizinischen Lichtquellen, wenn sie verordnet ist.

Und das gemeinsame Fest hilft dann genauso wenig wie eine Reise, wenn die Beziehung ohnehin kriselt?
Oft ist das so. Es kann aber auch gut gehen, wenn man sich dessen bewusst ist, dass überzogene Harmonieerwartungen an Weihnachten oft enttäuscht werden. Enttäuschungen kommen indes immer wieder vor. Es stellt sich somit die Frage nach dem eigenen Festentwurf. Wie kann ich feiern, sodass es für mich und meine Familie feierlich und wohltuend ist? Wer sollte dabei sein, wer besser nicht? Schwieriger ist das für Menschen, die einsam sind und somit Angst vor der Stille und dem Vergleich zu anderen, scheinbar fröhlich Feierenden haben.

Wenn Selbsthilfe nicht genügt: Was kann das Sigma-Zentrum etwa mit seinem Früherkennungszentrum beitragen?
Bleibt der Weihnachtsfriede trotz achtsamer Vorbereitung und ehrlicher Auseinandersetzung mit sich selbst dennoch gänzlich aus bzw. eskalieren die Situationen, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Angst und Depression um sich greifen. Dafür gibt es psychosoziale Notdienste und Beratungsstellen. Auch das Sigma-Früherkennungszentrum in Bad Säckingen steht parat. Hier nimmt man sich auch gerade in der gefühlsbeladenen Zeit vor Weihnachten und um Silvester Zeit für die Seele.

>>> Information für Einweiser


Digitales Gesundheitsforum „Brustkrebs im Fokus“

von: Marketingabteilung | Datum: 24. November 2020

Die Diagnose Brustkrebs löst bei Betroffenen oft Ängste und Sorgen aus. Die Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen ist eine Achterbahn der Gefühle und es braucht Lösungen, um dem persönlichen Kontrollverlust zu begegnen. Gelingt es nicht, Gedanken und Gefühle mitzuteilen, sind Schwankungen des seelischen Gleichgewichts oder sogar Depressionen die Folge.

Mit dem in den Gesundheitscampus am Diakoniekrankenhaus integrierten Sigma-Institut unterstützten wir Patientinnen mit ihren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und helfen ihnen, in dieser belastenden Situation Mut, Kraft und Zuversicht zu schöpfen.

Gerne empfehlen wir den Video-Livestream zum Online-Gesundheitsforum „Brustkrebs im Fokus“ am 25. November um 19 Uhr. Moderatorin ist das Model Dany Michalski, die selbst an Brustkrebs erkrankt war und erfolgreich therapiert wurde.

>>> Youtube-Livestream >>>


Saisonale Depression

von: Marketingabteilung | Datum: 18. November 2020

Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst und Winter nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Viele Menschen erleben die dunkle Jahreszeit als sehr belastend. Woran erkennt man eine saisonale Depression?
Die Symptome kommen meist schleichend und zeigen sich individuell unterschiedlich. Oft beginnt es mit Erschöpfung, Konzentrations- und Antriebsstörungen, Grübeln, Sinnlosigkeitserleben, Lustlosigkeit und mentaler Schwäche. Wenn eine saisonale Depression besteht, wiederholt sich diese in den lichtärmeren Jahreszeiten. Sie schleicht sich sozusagen alljährlich ein. Typisch sind hier Energieverlust, erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger auf Süßes, Gewichtszunahme.

Unabhängig von der Jahreszeit steigt die Anzahl der psychischen Erkrankungen seit Jahren an. Was raten Sie Betroffenen?
Es scheint umstritten, ob die Häufigkeit tatsächlich zunimmt oder besser diagnostiziert wird. Wichtig ist, sich einzugestehen, dass etwas nicht im Lot ist, dann darüber mit Vertrauenspersonen zu sprechen und den Kontakt zum Arzt nicht zu scheuen. Früherkennung verhindert Verschlimmerung und Chronifizierung. Keineswegs muss jeder therapiert werden, mitunter reichen Auszeiten, z.B. Urlaub oder ein gesünderer Tages- und Wochenrhythmus.

Wenn dies nicht reicht, wie findet man die richtige Therapie?
Der Hausarzt sollte an einen Facharzt für Psychiatrie und / oder Psychotherapie überweisen. Dieser sollte dann gezielt befragen, ob Symptome für eine saisonale Depression vorliegen könnten. Leider wird das gelegentlich übersehen. Es gibt auch Verläufe, bei denen man von saisonalen Depressionsanteilen ausgeht. Wenn man das übersieht, ist das nachteilig für den gelingenden Therapieplan.

Wie behandelt man saisonale Depressionen?
Zunächst wird man die Leitlinien der Depressionsbehandlung auch hier anwenden, also psychopharmakologisch, Psychotherapie, Bewegungstherapie und andere Verfahren. Zudem gibt es die Lichttherapie. Es gibt hierfür spezielle Lichtquellen, die nach dem Medizinproduktegesetz zulässig sind für Behandlung von Depressionen. Dieses Verfahren soll morgens angewendet werden. Es kommt in Kliniken und Praxen zum Einsatz, es gibt aber auch Kleingeräte für den Hausgebrauch.

Die Lichttherapie wirkt stimulierend auf Bereiche des Nervensystems, die für den Schlaf-Wachrhythmus und die Aktivierung des Organismus zuständig sind. Es leuchtet auch Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein, dass Licht hilfreich sein kann. Manche Patienten sprechen hervorragend auf diese Therapieform an. Chronisch saisonal Depressive sind gut beraten, wenn sie schon im September beginnen, die Lichttherapie prophylaktisch einzusetzen, damit sie gar nicht erst depressiv werden.

Wie geht Ihre Klinik dabei vor?
Betreut von einem interdisziplinären Team, zusammengesetzt aus Medizinern, Psychiatern, Psychosomatikern, Psychotherapeuten und Fachtherapeuten wird der Patient in seinem Erkenntnisprozess, der womöglich Problemfelder aufdeckt, begleitet. Einfache ´Patentlösungen´ gibt es nicht. Es gilt, in einem ganzheitlichen Zusammenhang körperlicher Prozesse, besonders die Symptome, als „nonverbale Sprache des Körpers“ zu verstehen. Bei saisonal Depressiven ist Lichttherapie nur ein Baustein.


Zurück im Leben: Erfahrungsbericht einer ehemaligen Patientin

von: Marketingabteilung | Datum: 28. Oktober 2020

Durch das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat Kerstin ihr Leben zurück gewonnen.

Kerstin war schwer depressiv und hat dann den Schritt in das Sigma-Zentrum Bad Säckingen unternommen.
Wie sich ihr Leben dadurch zum Positiven verändert hat und wie es ihr heute geht, darüber hat sie mit Radio Seefunk-Moderator Sven Henrich gesprochen.

Bei dem Beitragsbild handelt es sich zum Schutz der Patientin um ein Symbolbild.

Ein sehr interessantes und informatives Interview, das Sie hier nochmal komplett nachhören können:


Ängste in Zeiten von Corona

von: Marketingabteilung | Datum: 19. Oktober 2020

Prof. Bielitz im Interview mit dem SWR4


Pferdegestützte Therapie im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 17. September 2020

Helena Kundel, Fachtherapeutin für pferdegestützte Therapie im Sigma-Zentrum, im Interview mit dem Radio Seefunk

Welche Ziele mit Pferdegestützter Therapie verfolgt werden und weitere Fragen zum diesem Thema beantwortet Helena Kundel im Interview mit Das neue Radio Seefunk!

Weitere interessante Radiobeiträge der Rubrik „Zeit für die Seele“ finden Sie hier oder immer mittwochs zwischen 14:30 und 15:00 Uhr bei Das neue Radio Seefunk.


Wenn die Krise im Kopf ankommt

von: Marketingabteilung | Datum: 7. September 2020

Die Corona-Pandemie stellt vieles, was wir für selbstverständlich gehalten haben, in Frage. Emotionaler Stress, gar Traumata, können die Folgen sein.

Auch, wenn wir uns nun in der Zeit der Lockerungen der Corona-Auflagen befinden, bedeutet dies nicht, dass unser Leben wieder so wie zuvor abläuft. Im Gegenteil. Und gerade, wenn man selbst zu denjenigen zählt, die eine solche Infektion überstanden haben, ist die Psyche auch danach im Ausnahmezustand. Wir sprachen darüber mit Prof. Dr. Christoph Bielitz, dem Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums in Bad Säckingen.

Wie verarbeiten ehemalige Patienten diese Post-Corona-Zeit?
Patienten, die eine schwere Corona-Infektion überstanden haben und deren Angehörige sehnen sich zurück nach einem normalen Leben. Viele Menschen erleben Symptome, die denen von Traumata ähneln. Jetzt in die Aktion zu gehen, hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungsund Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Vor einer Trauma- Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Also eine posttraumatische Belastungsstörung? Erläutern Sie uns diese doch bitte.
Bei einer »Posttraumatischen Belastungsstörung « (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur
Erinnerung.

Was macht das mit uns, mit unserer Psyche?
Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten. Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang »jetzt« (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst.

Das klingt alles andere als leicht für ehemalige Corona-Patienten.
Ja, denn überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund. Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Daher bieten wir im Sigma-Institut im neuen Ärztehaus beim Diakoniekrankenhaus in Freiburg mit Ambulanz, Früherkennungszentrum und Spezialsprechstunden für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden an.


Biofeedback – Bildgebende Therapieform

von: Marketingabteilung | Datum: 20. August 2020

Seit vielen Jahren wird im Sigma-Zentrum mit Erfolg auch die Methode des
Biofeedbacks (ein bildgebendes Computerprogramm) angewendet. Insbesondere dann, wenn bei Patienten ein erhöhtes Anspannungsniveau vorliegt, u.a. bei

  • Depressionen
  • Somatoformen Schmerzstörungen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Angsterkrankungen

Die Biofeedback-Methode bietet somit nicht nur die Möglichkeit der individuellen Diagnose des Reaktions- und Regulierungsverhaltens beim Patienten, sondern auch die Voraussetzungen für ein individuelles, auf den einzelnen Patienten speziell abgestimmtes Behandlungskonzept. Die Patienten profitieren bei dieser Methode von der direkten, visuellen Rückmeldung von Körperreaktionen. Unter anderem kann man den Patienten visuell vor Augen führen, wie sie auf bestimmte Reize, Bilder oder Gedanken reagieren. Die Methode eignet sich nicht nur zur Diagnostik, sondern der Patient kann damit auch lernen, wie er willentlich Körperfunktionen beeinflusst, indem er direkte Rückmeldung der dargestellten Parameter bekommt.

Mit Hilfe elektronischer Apparaturen (Multisensor, Atemsensor und EMG-Sonden) können Störungen im Regelkreislauf der Körperfunktionen bewusst gemacht werden.

Typische Körpersignale können sich beispielsweise bei Angst wie folgt äußern:

  • Mund/Rachen: Die Speichelproduktion lässt nach.
  • Haut: Die Schweißabsonderung nimmt zu
  • Lunge: Die Atemfrequenz wird höher
  • Herz: Der Herzschlag erhöht sich und die Herztätigkeit wird intensiviert
  • Magen: Das Verdauungssystem verlangsamt sich
  • Blutgefäße: Der Blutdruck steigt
  • Blase/Darm: Der Appetit schwindet, Blase und Darm entleeren sich (Bedürfnis auf die Toilette zu müssen)

Die Körpersignale stehen in unmittelbarer Wechselbeziehung mit psychokognitiven Reaktionen wie Schmerzempfinden, Stress (durch spezifische Auslöser-Faktoren), Angst und Depressionen. Ist diese Verbindung deutlich, ebnet dies den Weg zu einer Intensivierung der therapeutischen Intervention.

Ziele der Anwendung von Biofeedback in der Therapie sind

  • Reduktion des Muskeltonus (Muskelanspannung), der Herzfrequenz
    (Puls), des Hautleitwertes (Schweißdrüßenaktivität) und der Atemfrequenz (Atemhäufigkeit)
  • Erhöhung der Durchblutung (Pulsamplitude) und der Atemamplitude (Atemtiefe)

Beispiel aus der Praxis
Ein Patient Mitte Fünfzig mit einer somatoformen Schmerzstörung, die mit einem erhöhten Anspannungsniveau einherging, sollte durch die Biofeedback-Methode lernen, sein Erregungsniveau zu senken, bzw. zu regulieren. Dazu wendete seine Therapeutin in erster Linie Atemübungen und Entspannungsbilder, bzw. -videos an. Da der Patient sehr zwanghaft und leistungsorientiert war, machte er auch außerhalb des Biofeedbacks Atemübungen. In kurzer Zeit war er in der Lage, seine Atmungsfrequenz auf nur vier Atemzüge pro Minute zu senken. Durch Biofeedback zeigt sich aber, dass zwar seine Atmung langsamer wurde, sich dabei jedoch sein allgemeines Anspannungsniveau erhöhte, erkennbar an Parametern
wie z.B. Pulsfrequenz und Hautleitwert. Erklärbar ist dies damit, dass sich der Patient zu sehr unter Druck gesetzt hat, die niedrige Frequenz zu erreichen. Da sich auch kein positiver Übungseffekt einstellte, in dem Sinne, dass sich im Laufe der Zeit auch die anderen Parameter verändert haben, wurde mit dem Patienten seine individuelle Atemfrequenz ausgelotet, die mit der größtmöglichen Entspannung einherging: diese lag bei ca. 6–8 Atemzügen pro Minute. Das Biofeedback-Verfahren hat diesen Entwicklungsprozess unter mehreren Parametern messbar, sichtbar und somit im Dialog mit dem Patienten einstellbar gemacht. Dieses höchst individuell abgestimmte Konzept wird von unseren Patienten sehr gut angenommen.

Annette Topel, Körpertherapeutin


Behandlung von Traumafolgestörungen

von: Marketingabteilung | Datum: 11. August 2020

Die schonende Behandlung von Traumafolgestörungen ist ein Schwerpunkt unserer stationären Behandlung, insbesondere für

  • posttraumatische Belastungsstörung im weitesten Sinne
  • komplexe posttraumatische Belastungsstörung
  • traumainduzierte
    • Angststörungen
    • Depressionen
    • Somatisierungsstörungen
    • chronische Schmerzstörungen
  • Traumafolgestörungen
    • nach körperlichen Erkrankungen und medizinischen Eingriffen
    • nach lebensbedrohlichen
    • Erkrankungen, intensivmedizinischen Behandlungen oder Eingriffen im Zusammenhang mit Hilflosigkeitserleben
    • traumatisierte Angehörige lebensbedrohlich und chronisch Erkrankter

Fallvignetten:

Eine 50-jährige Krankenschwester erlebt 1993 als unschuldig Beteiligte einen Verkehrsunfall, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Sie denke
ständig an den Unfall, welcher vor ihr ablaufe wie ein Film, „als ob sich in meinem Kopf eine Videokassette befindet, die ich nicht abstellen kann“. Durch den Unfall sei etwas in ihr zerbrochen, „ist etwas kaputt gegangen, so kaputt wie mein Auto“. Sie kann ihre berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben, da die Konfrontation mit Schmerz, Leiden oder gar Tod für sie unerträglich ist, und sie wird berentet.

Der 50-jährige Postbeamte wird 1997 in seiner Postfiliale überfallen. Ein Mann bedroht ihn mit einer Pistole und nötigt ihn, den Tresor zu öffnen und das ganze Geld herauszugeben. Der Postbeamte, der zuvor nicht wusste, was Angst ist, erlebt intensive Angstzustände. Er kann anfangs nicht mehr alleine sein, kann nur unter höchster Anspannung seinen Beruf ausüben. Da er nicht versetzt werden kann, entscheidet er schweren Herzens, die Pensionierung zu beantragen.

Der 60-jährige Direktor entwickelt Angstzustände in kleinen Räumen. Als Ursache stellt sich eine Mandeloperation im Kindesalter heraus, bei der er zu wenig Narkosemittel erhalten hatte und von mehreren Krankenschwestern festgehalten worden war. Nach der Traumabehandlung hat er keine Angstzustände mehr.

Als Therapieziel nennen die Patienten fast alle: „Ich möchte wieder genauso
werden, wie ich einmal war!“. Dies ist aber nicht möglich. Das Erlebnis eines Traumas verändert den Menschen. Er kann daran zerbrechen, aber auch daran reifen. Damit Patienten wieder ein symptomfreies Leben führen und an einem Trauma in ihrer Persönlichkeit reifen können, bieten wir einige schonende Behandlungsmöglichkeiten an.

Am Anfang steht die Diagnostik
Viele Patienten werden zu uns eingewiesen wegen einer Depression, Angststörung, Somatisierungsstörung oder chronischen Schmerzstörung. Aufgrund der klinischen Diagnostik, spezieller Tests und Interviews stellt sich dann oft erst heraus, dass die führende Diagnose eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist und dass sich die anderen Erkrankungen infolge der PTBS entwickelt haben. Nicht wenige Patienten wurden zuvor in anderen Kliniken behandelt, und die PTBS war nicht diagnostiziert oder nicht leitliniengemäß behandelt worden.

Behandlungskonzept:

Unser Behandlungskonzept beinhaltet zwei bis drei 50-minütige Einzelgespräche pro Woche und darüber hinaus

  • wöchentlich mindestens eine Sitzung intensiver Körperpsychotherapie
  • die Teilnahme an der speziellen Stabilisierungsgruppe
  • fakultativ die Teilnahme an
    • Gestaltungstherapie
    • Musiktherapie
    • Tanz- und Bewegungstherapie
    • pferdegestützter Therapie
    • Entspannungsverfahren
    • u. a. m.

Stabilisierungsgruppe

Die therapeutische Stabilisierungsgruppe hat als Schwerpunkte u. a.:

  • Ausführliche Psychoedukation unter Berücksichtigung neurobiologischer Erkenntnisse:
    • Posttraumatische Stresssymptome
      • u. a. ständige Alarmstimmung
      • permanentes Gefühl der Gefahr
      • Reizbarkeit und körperlicher
      • Erregung
    • … sollen als normale Reaktionen auf ein abnormales Erlebnis verstanden werden
  • Ressourcenaktivierung
  • Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit Angst, Depression oder Dissoziation
  • Fertigkeitentraining im Umgang mit innerer Anspannung, u. a. Erstellen eines Notfallkoffers und Erstellen eines Krisenplans
  • Vermittlung von Techniken zur Selbstberuhigung, u. a. durch Üben von Imaginations- und Achtsamkeitsübungen
  • Arbeit mit dem Inneren Kind, Anleitung zur Versorgung verletzter jüngerer Anteile
  • Zusammenhang zwischen Trauma und Schmerz
  • Trauma und Trauer, Anleitung zu heilsamer Trauerarbeit

Traumabearbeitung

Zur Traumabearbeitung kommen folgende traumaspezifische Techniken zum Einsatz:

  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) (modifiziert nach F. Shapiro)
  • Constant Installation of Present Orientation and Safety (CIPOS)
  • Narrative Expositionstherapie (NET)
  • Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) (modifiziert nach M. Smucker)
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) (modifiziert nach Luise Reddemann)
  • Symbolarbeit (modifiziert nach M. & G. Wollschläger)
  • Somatic Experiencing®

Wir legen Wert auf eine schonende Behandlung, welche vielen, teils über Jahre leidenden Patienten neue Hoffnung und sinnvolle Lebensperspektiven eröffnen kann.


Wir achten auf eine leitliniengerechte Behandlung, die dem neuesten Fachstandard entspricht. Die Therapeuten werden durch die entsprechenden Fortbildungen geschult. Jede Woche findet ein internes Treffen statt, bei dem wir uns über die bestmöglichen Behandlungsmaßnahmen der entsprechenden Traumapatienten austauschen. Regelmäßig findet eine externe traumaadaptierte Fallsupervision bei einer Traumaspezialistin statt.


Dr. med. Maria Geisler
Funktionsoberärztin


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