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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Behandlung von Traumafolgestörungen

von: Marketingabteilung | Datum: 11. August 2020

Die schonende Behandlung von Traumafolgestörungen ist ein Schwerpunkt unserer stationären Behandlung, insbesondere für

  • posttraumatische Belastungsstörung im weitesten Sinne
  • komplexe posttraumatische Belastungsstörung
  • traumainduzierte
    • Angststörungen
    • Depressionen
    • Somatisierungsstörungen
    • chronische Schmerzstörungen
  • Traumafolgestörungen
    • nach körperlichen Erkrankungen und medizinischen Eingriffen
    • nach lebensbedrohlichen
    • Erkrankungen, intensivmedizinischen Behandlungen oder Eingriffen im Zusammenhang mit Hilflosigkeitserleben
    • traumatisierte Angehörige lebensbedrohlich und chronisch Erkrankter

Fallvignetten:

Eine 50-jährige Krankenschwester erlebt 1993 als unschuldig Beteiligte einen Verkehrsunfall, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Sie denke
ständig an den Unfall, welcher vor ihr ablaufe wie ein Film, „als ob sich in meinem Kopf eine Videokassette befindet, die ich nicht abstellen kann“. Durch den Unfall sei etwas in ihr zerbrochen, „ist etwas kaputt gegangen, so kaputt wie mein Auto“. Sie kann ihre berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben, da die Konfrontation mit Schmerz, Leiden oder gar Tod für sie unerträglich ist, und sie wird berentet.

Der 50-jährige Postbeamte wird 1997 in seiner Postfiliale überfallen. Ein Mann bedroht ihn mit einer Pistole und nötigt ihn, den Tresor zu öffnen und das ganze Geld herauszugeben. Der Postbeamte, der zuvor nicht wusste, was Angst ist, erlebt intensive Angstzustände. Er kann anfangs nicht mehr alleine sein, kann nur unter höchster Anspannung seinen Beruf ausüben. Da er nicht versetzt werden kann, entscheidet er schweren Herzens, die Pensionierung zu beantragen.

Der 60-jährige Direktor entwickelt Angstzustände in kleinen Räumen. Als Ursache stellt sich eine Mandeloperation im Kindesalter heraus, bei der er zu wenig Narkosemittel erhalten hatte und von mehreren Krankenschwestern festgehalten worden war. Nach der Traumabehandlung hat er keine Angstzustände mehr.

Als Therapieziel nennen die Patienten fast alle: „Ich möchte wieder genauso
werden, wie ich einmal war!“. Dies ist aber nicht möglich. Das Erlebnis eines Traumas verändert den Menschen. Er kann daran zerbrechen, aber auch daran reifen. Damit Patienten wieder ein symptomfreies Leben führen und an einem Trauma in ihrer Persönlichkeit reifen können, bieten wir einige schonende Behandlungsmöglichkeiten an.

Am Anfang steht die Diagnostik
Viele Patienten werden zu uns eingewiesen wegen einer Depression, Angststörung, Somatisierungsstörung oder chronischen Schmerzstörung. Aufgrund der klinischen Diagnostik, spezieller Tests und Interviews stellt sich dann oft erst heraus, dass die führende Diagnose eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist und dass sich die anderen Erkrankungen infolge der PTBS entwickelt haben. Nicht wenige Patienten wurden zuvor in anderen Kliniken behandelt, und die PTBS war nicht diagnostiziert oder nicht leitliniengemäß behandelt worden.

Behandlungskonzept:

Unser Behandlungskonzept beinhaltet zwei bis drei 50-minütige Einzelgespräche pro Woche und darüber hinaus

  • wöchentlich mindestens eine Sitzung intensiver Körperpsychotherapie
  • die Teilnahme an der speziellen Stabilisierungsgruppe
  • fakultativ die Teilnahme an
    • Gestaltungstherapie
    • Musiktherapie
    • Tanz- und Bewegungstherapie
    • pferdegestützter Therapie
    • Entspannungsverfahren
    • u. a. m.

Stabilisierungsgruppe

Die therapeutische Stabilisierungsgruppe hat als Schwerpunkte u. a.:

  • Ausführliche Psychoedukation unter Berücksichtigung neurobiologischer Erkenntnisse:
    • Posttraumatische Stresssymptome
      • u. a. ständige Alarmstimmung
      • permanentes Gefühl der Gefahr
      • Reizbarkeit und körperlicher
      • Erregung
    • … sollen als normale Reaktionen auf ein abnormales Erlebnis verstanden werden
  • Ressourcenaktivierung
  • Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit Angst, Depression oder Dissoziation
  • Fertigkeitentraining im Umgang mit innerer Anspannung, u. a. Erstellen eines Notfallkoffers und Erstellen eines Krisenplans
  • Vermittlung von Techniken zur Selbstberuhigung, u. a. durch Üben von Imaginations- und Achtsamkeitsübungen
  • Arbeit mit dem Inneren Kind, Anleitung zur Versorgung verletzter jüngerer Anteile
  • Zusammenhang zwischen Trauma und Schmerz
  • Trauma und Trauer, Anleitung zu heilsamer Trauerarbeit

Traumabearbeitung

Zur Traumabearbeitung kommen folgende traumaspezifische Techniken zum Einsatz:

  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) (modifiziert nach F. Shapiro)
  • Constant Installation of Present Orientation and Safety (CIPOS)
  • Narrative Expositionstherapie (NET)
  • Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) (modifiziert nach M. Smucker)
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) (modifiziert nach Luise Reddemann)
  • Symbolarbeit (modifiziert nach M. & G. Wollschläger)
  • Somatic Experience

Wir legen Wert auf eine schonende Behandlung, welche vielen, teils über Jahre leidenden Patienten neue Hoffnung und sinnvolle Lebensperspektiven eröffnen kann.


Wir achten auf eine leitliniengerechte Behandlung, die dem neuesten Fachstandard entspricht. Die Therapeuten werden durch die entsprechenden Fortbildungen geschult. Jede Woche findet ein internes Treffen statt, bei dem wir uns über die bestmöglichen Behandlungsmaßnahmen der entsprechenden Traumapatienten austauschen. Regelmäßig findet eine externe traumaadaptierte Fallsupervision bei einer Traumaspezialistin statt.


Dr. med. Maria Geisler
Funktionsoberärztin


Leben auf der Überholspur – Mobbing am Arbeitsplatz

von: Marketingabteilung | Datum: 30. Juli 2020

Gesund ist, wenn Sie sich rundherum wohl fühlen.

Im eigenen Körper. In der eigenen Seele. Im eigenen Leben.

baden.fm und das Sigma Zentrum in Bad Säckingen kümmern sich um Sie und Ihre Gesundheit.

Erfahren Sie wie Sie mit Körper und Seele im Einklang stehen.

Wir bringen Sie auf neue Ideen. Wir erklären Zusammenhänge und zeigen Ihnen einfache Möglichkeiten wie Sie mit Stress und Belastungen fertig werden.

Heute erhalten Sie bei baden.fm einen Gesundheitstipp in der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von und mit Prof. Dr. Christoph Bielitz und Lisa – baden.fm. Diesmal zum Thema „Mobbing am Arbeitsplatz“.

 


Cranio-Sacral Therapie im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 22. Juli 2020

Cranio-Sacral-Therapie behebt Störungen im Organismus

Entspannt liegt der Patient auf dem Rücken, die Hände der Therapeutin berühren sanft den Kopf. Weiter passiert nichts, jedenfalls nichts Erkennbares. Doch es tut sich was im Körper des Patienten. Was, das lässt sich kaum beschreiben, nur erspüren. Anita Fischer-Elleser bietet neben der Physiotherapie auch Cranio-Sacral Therapie im Sigma-Zentrum an. Auch Migräne-Patienten profitieren von der Cranio-Sacral-Therapie. Die Liste der Beschwerden, die sich mit dieser subtilen Methode behandeln lassen, ist lang. Sie reicht von Migräne, Nacken- und Rückenschmerzen, Fibromyalgie und anderen Bindegewebsstörungen, Gelenkfunktionsstörungen und emotionalen Schwierigkeiten bis hin zu Lernstörungen. Die Physiotherapeutin ist von der Wirkung der Cranio-Sacral-Therapie überzeugt. Das Ergebnis sei meist „signifikant“. Die Störungen und Blockaden im System aufzuspüren und die Selbstregulierungskräfte des Körpers anzustoßen, das ist die Aufgabe des Therapeuten und geschieht auf sanfte Weise durch Berührung und minimale Bewegungen. Deshalb eignet sich die Cranio-Sacral-Therapie auch gut für Neugeborene, Kinder, ältere Menschen und solche, die unter akuten schmerzhaften Zuständen leiden. Die Behandlung dauert etwa eine Stunde, ist für gewöhnlich tief entspannend, erfrischend und aufbauend, weiß Anita Fischer-Elleser.

Therapie
Der Name „Cranio-Sacral-Therapie“ wird aus Schädel (cranium) und Kreuzbein (sacrum) gebildet. Das Cranio- Sacrale System ist ein physiologisches wie das Atmungs- und Kreislaufsystem. Es besteht aus dem Liquor und den umgebenden Membranen. Der Rhythmus dieses Systems bewegt die Schädel- wie Kreuzbeinknochen, nach der Lehre des amerikanischen Arztes und Osteopathen William Garner Sutherland (1873 – 1954). Diese Bewegung in den Schädel- wie Kreuzbeinknochen setzt sich spürbar durch den ganzen Körper fort. Genau wie das Herz das Blut im Körper bewegt, kontrahieren und dehnen sich die Membranen rhythmisch, während Liquor um Gehirn und im Rückenmarkskanal fließt.

 


Körpertherapie im Wasser im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 13. Juli 2020

Gehalten- und Getragensein

Jeder Mensch verbringt die ersten neun Monate seines Lebens im Fruchtwasser schwebend im Mutterleib. Der menschliche Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Hier wird deutlich, welche herausragende Rolle das Wasser für die menschliche Existenz einnimmt. Der direkte Kontakt mit dem Ur-Element kann in der therapeutischen Arbeit gezielt eingesetzt werden. Im körperwarmen Wasser auf Händen getragen und bewegt zu werden, Nähe und Geborgenheit zu erfahren, kann nachnährend wirken und Zugang zu verborgenen Gefühlen und Erlebnissen verschaffen. Aus dieser positiven Erfahrung heraus kann Urvertrauen aufgebaut werden.

Die Wasserarbeit begleitet und unterstützt Patienten individuell in ihren therapeutischen sowie persönlichen Prozessen. Dabei kommen verschiedene aquatische Techniken wie Watsu, Wassertanzen und Aqua Relax zum Einsatz; ebenso die von David Sawyer entwickelte Integrative Aquatische Therapie (IAT).

Neben den Einzeltherapien gibt es auch eine AquaRelax-Gruppe. Das klinikeigene Schwimmbad bietet Raum für dieses Therapieangebot, welches das therapeutische Spektrum sehr bereichert. Ob die Körpertherapie im Wasser für den therapeutischen Prozess geeignet ist, entscheidet der behandelnde Psychologe in Abstimmung mit dem Patienten.

 

Indikationen

  • Chronische Schmerzen
  • Erschöpfung und Unruhe
  • Psychische Störungen
  • Schlafstörungen
  • Somatische Beschwerden
  • Trauma
  • Tinnitus

 

Therapeutische Wirkung

  • Aufarbeitung von prä- und perinatalem Stress und Trauma
  • Erfahrung von tiefer Ruhe und Entspannung
  • Erleben von Geborgenheit und emotionaler Nachnährung
  • Förderung eines positiven Grundgefühls
  • Auseinandersetzen mit Nähe und Distanz
  • Lösen von körperlichen und seelischen Spannungen
  • Linderung von Schmerzen
  • Positive Beeinflussung des vegetativen Nervensystems
  •  Schulung der Körperwahrnehmung


Podcast Psychische Gesundheit

von: Marketingabteilung | Datum: 8. Juli 2020

Gerne stellen wir Ihnen die Interviews der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von baden.fm als Audio-Podcasts auf den folgenden Podcast-Plattformen zur Verfügung:

Oder hören Sie direkt hier in die bereits ausgestrahlten Audios rein:

Wie belastend ist regelmäßiges Berufspendeln?

Wie bringen wir Arbeit und Familie unter einen Hut?

Wie soll ich mit Schlafstörungen umgehen?

Was hält uns im Leben am häufigsten auf? Richtig, die Angst.

Wie gehen wir am Besten mit Frustration im Alltag um?

Einsam unterm Tannenbaum

Pflege von Angehörigen

Abhängigkeiten: Rauchen, Alkohol, Essen, Drogen

Corona im Alltag?

Häusliche Gewalt


Sigma-Institut bietet Anlaufstelle für „Post-Corona-Patienten“

von: Marketingabteilung | Datum: 24. Juni 2020

Emotionale Wunden heilen
Sigma-Institut bietet Anlaufstelle für „Post-Corona-Patienten“

Patienten, die eine schwere Corona-Infektion überstanden haben, und deren Angehörige sehnen sich zurück nach einem normalen Leben. Viele Menschen erleben Symptome, die denen von Traumata ähneln. Jetzt in die Aktion zu gehen hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Vor einer Trauma-Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Bei einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“ (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur Erinnerung.

Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten. Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang „jetzt“ (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst. „Überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund“, erläutert Professor Dr. Christoph Bielitz, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen und ergänzt: „Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Mit der Einrichtung des Sigma-Instituts im neuen Ärztehaus (Wirthstraße 9) beim Diakoniekrankenhaus hat das Sigma-Zentrum auf die immer größere Nachfrage aus dem Raum Freiburg reagiert. Ambulanz, Früherkennungszentrum und Spezialsprechstunden bieten für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden.

Weiterführende Informationen und Kontakt: www.sigma-institut.de (Telefon: 0761 / 15 18 713 – 0, E-Mail).


Leben auf der Überholspurt – Häusliche Gewalt

von: Marketingabteilung | Datum:

Gesund ist, wenn Sie sich rundherum wohl fühlen.

Im eigenen Körper. In der eigenen Seele. Im eigenen Leben.

baden.fm und das Sigma Zentrum in Bad Säckingen kümmern sich um Sie und Ihre Gesundheit.

Erfahren Sie wie Sie mit Körper und Seele im Einklang stehen.

Wir bringen Sie auf neue Ideen. Wir erklären Zusammenhänge und zeigen Ihnen einfache Möglichkeiten wie Sie mit Stress und Belastungen fertig werden.

Heute erhalten Sie bei baden.fm einen Gesundheitstipp in der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von und mit Prof. Dr. Christoph Bielitz und Lisa – baden.fm. Diesmal zum Thema „Häusliche Gewalt“, aufgrund der Covid-19-Pandemie in Form eines Videochats.

 


Therapeutische Schwertarbeit im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 12. Juni 2020

Innere Kräfte wecken, Konzentration auf das Wesentliche, Ruhe und Gelassenheit erlangen. Diese und weitere wichtige Aspekte auf dem Weg zur psychischen Genesung können mit Hilfe einer therapeutischen Schwerttherapie erreicht werden. Lesen Sie hier mehr über diese besondere Therapieform und erfahren Sie, wie die gezielte Aufmerksamkeit für den eigenen Körper den Weg zur psychischen Gesundheit ebnen kann.

 

„Wozu denn bitte Schwertarbeit in der Psychotherapie?“
Das fragen sich nicht nur Patienten in der Sigma-Klinik, die in aller Regel das erste Mal von „therapeutischer Schwertarbeit“ hören und damit in Kontakt kommen. Wenn wir an ein Schwert denken, dann tauchen in uns häufig Bilder von mittelalterlichen Rittern, manchmal europäisch, manchmal japanisch, auf, von männlichen Gestalten also, die – gut gerüstet – unterschiedliche Kampfsituationen zu meistern fähig sind. Wie lässt sich als bildhaftem Symbol zu einer konkreten Lebensrealität herstellen? Denn es wäre ja sehr hilfreich, auch im heutigen Leben – innerlich gut gerüstet – herausfordernde Situationen des „Lebenskampfes“ zu bestehen und damit in adäquater Weise „seinen Mann“ oder „seine Frau“ zu stehen in der modernen Welt des 21. Jahrhunderts.

 

Wirkweise und Methodik

Zwei Hände ziehen das Bokken

Der übende Umgang mit einem Schwert kann und soll in einem Menschen diejenigen Kräfte wachrufen, die ursprünglich in einer Kampfsituation von Nöten waren und es im Umgang mit sich, mit anderen Menschen und der Welt noch heute sind: gebündelte Kraft, Klarheit, Konzentration auf das Wesentliche, Standfestigkeit, Ruhe und Gelassenheit, Würde, Aufrichtigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Mut – als psychische Qualitäten bzw. Fähigkeiten. Konkret werden in der Therapeutischen Schwertarbeit Übungen mit Schwertern aus Holz, Bambus, unbrechbarem Kunststoff und gelegentlich Metall erarbeitet und mit Elementen aus der Körperarbeit kombiniert. Methodisch wird dies erreicht durch eine geschulte Aufmerksamkeit für den eigenen Körper in Ruhe und Bewegung in Bezug auf

  • Standsicherheit
  • die Zentrierung im Körperschwerpunkt
  • eine würdevoll aufgerichtete Körperhaltung
  • einen ruhigen Atem-Rhythmus
  • eine klare Schwertführung in unterschiedlichen Bewegungsgesten
  • eine wache und aufmerksame Geisteshaltung

All diese Aspekte werden in der praktischen Arbeit mit Patienten gesondert erarbeitet und im Sinne eines Selbstwirksamkeitserlebens geübt.

 

Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Selbstwirksamkeit“?

Hände am senkrechten Schwert

Wir vermögen es als Menschen zu lernen, in uns selbst wirksam zu werden. Das bedeutet, dass wir durch das aufmerksame Richten unseres Bewusstseins auf unseren Körper und unsere inneren gedanklichen und gefühlsmäßigen Vorgänge unsere leib-seelische Verfassung beeinflussen können. Als Beispiel: „Ich spüre mich selbstsicherer, das heißt in mir selbst sicherer, wenn ich mich aufmerksam und bewusst in meinen Füßen, meinen Beinen und meinem Becken als Körperbasis spüren kann, mich dort niederlassen kann und aus dieser Ruhe heraus handeln und mit anderen Menschen kommunizieren kann.“ Ein Mangel an Selbstsicherheit ist in den Bewegungen, die ein Mensch mit dem Schwert in Händen ausführt, spürbar und sichtbar und kann sich im Rahmen der Arbeit an sich selbst zum Positiven verändern.

 

Körperpsychotherapeutische Arbeit
Die speziell körperpsychotherapeutische Arbeit besteht darin, schmerzhafte Erfahrungen, die dazu geführt haben, dass der Zugang zu bestimmten eigenen Kräften blockiert oder sogar verunmöglicht wurde, bewusst zu machen und zu integrieren: Der gewalttätige Vater beispielsweise, der durch seine Unberechenbarkeit und Übergriffigkeit das Entfalten einer eigenständigen Persönlichkeit verhindert hat oder die ängstliche Mutter, die durch ihre ängstliche Haltung der Überbemutterung und Übervorsicht einer freien Entwicklung zu einer selbstbewussten Individualität, die den Herausforderungen des Lebens gewachsen ist, im Wege stand. In diesen Bereich fällt auch die therapeutische Arbeit mit traumatischen Erfahrungen.

 

Interaktive Partnerübungen
Wesentliche Beachtung finden insbesondere in den Schwertgruppen-Therapien interaktive Partnerübungen. In diesen Übungen können Patienten Erfahrungen machen dafür, sich mit dem Schwert als symbolischem und konkretem Hilfsmittel abzugrenzen und zu schützen. Innere Einstellungen, wie sie in konflikthaften Situationen hilfreich sind, wie beispielsweise „ich traue mich, Widerpart zu geben und nein zu sagen“ oder „ich habe Mut, in Klarheit zu äußern, welche Gedanken, Meinungen und Gefühle in mir sind, auch wenn sie dem anderen Menschen mir gegenüber nicht gefallen“, können in Schwertübungen mit Partner ausprobiert und eingeübt werden. Qualitäten von „Angriff“ im Sinne von „etwas in Angriff nehmen, Initiative ergreifen, Führung übernehmen, selbstbestimmt gestalten“ und „Verteidigung“ im Sinne von „adäquat reagieren und sich einlassen können auf die Führung eines anderen“ werden erfahrbar und können thematisch bearbeitet werden. Vertrauen in die eigenen Kräfte zu bekommen, die oftmals aus Angst vor nicht zugelassenen Aggressionen im Menschen angestaut sind, und sie dosieren zu lernen, ist ein wiederkehrendes Thema.

 

Schwertarbeit im Sigma-Zentrum
Dieser körperpsychotherapeutische Ansatz fand schon zu Beginn der 2000er Jahre seinen Eingang in das breit gefächerte Angebot an nonverbalen Therapie-Formen des Sigma-Zentrums und vormals der Penta-Klinik. Er wird sowohl in Gruppen als auch in Einzelarbeit angeboten. Die Ausrichtung in der Therapeutischen Schwertarbeit zielt auf die Erarbeitung einer Grundverfassung von Ruhe und Gelassenheit, von emotionaler Stabilität und zugleich Offenheit sowie von mentaler Präsenz und Klarheit, aus der heraus ein freies und selbstbestimmtes Handeln in der Welt und unter Menschen möglich wird. Für jeden Menschen sind dies sinnvolle Erarbeitungsziele. Daher ist die Schwertarbeit für jene Patienten geeignet, bei denen diese Themen im Verlaufe des Therapieprozesses wichtig sind, unabhängig von ihrer klinischen Diagnose. Für Menschen, die zu ängstlichem Rückzug und Vermeidung neigen, ist sie besonders wirksam.

Es gilt also für den mit dem Schwert übenden Menschen, in den Klippen von Verletzung, Kränkung und Angst, von Aggressionen und Wut nicht hängen zu bleiben. Dann mag ihm – wie der archetypischen Gestalt des „guten Ritters“ – das volle Potenzial seiner Kräfte im Sinne von Möglichkeiten zur Gestaltung seines Lebens und seiner Beziehungen zur Verfügung stehen, um sie mit Klarheit, Kraft, Achtsamkeit und in Würde einzusetzen.



Thomas Schindelin
Körperpsychotherapeut


Leben auf der Überholspur – Corona im Alltag

von: Marketingabteilung | Datum: 28. Mai 2020

Gesund ist, wenn Sie sich rundherum wohl fühlen.

Im eigenen Körper. In der eigenen Seele. Im eigenen Leben.

baden.fm und das Sigma Zentrum in Bad Säckingen kümmern sich um Sie und Ihre Gesundheit.

Erfahren Sie wie Sie mit Körper und Seele im Einklang stehen.

Wir bringen Sie auf neue Ideen. Wir erklären Zusammenhänge und zeigen Ihnen einfache Möglichkeiten wie Sie mit Stress und Belastungen fertig werden.

Heute erhalten Sie bei baden.fm einen Gesundheitstipp in der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von und mit Prof. Dr. Christoph Bielitz und Lisa – baden.fm. Diesmal zum Thema „Corona im Alltag“, aufgrund der Covid-19-Pandemie in Form eines Videochats. Prof. Bielitz beantwortet u. a. wie sich durch Corona der Klinikalltag als auch der private Alltag verändert haben, welche Langzeitfolgen zu erwarten sind und gibt Tipps, wie man es schafft derzeit positiv zu bleiben und den Alltag zu meistern. Zudem wird das Gefühl der Einsamkeit thematisiert.

 

 


Zwangserkrankungen

von: Marketingabteilung | Datum: 22. April 2020

Wenn die Herdplatte zur Plage wird, dann ist dies ein Indiz für eine Zwangsstörung. Diese sind verbreiteter, als gedacht.

Zwangsstörungen – durch Hollywood- Filme wie „Besser geht’s nicht“ oder „Aviator“ ist dieser Begriff schon lange von der Couch des Psychiaters auf die Fernsehcouch unserer Wohnzimmer umgezogen. Betroffene können durch ihre Störung im wahrsten Sinne des Wortes „gezwungen“ sein, bis zu hundert Mal am Tag Herdplatten, Türschlösser, Gashähne oder Aschenbecher zu kontrollieren. Manche verbringen Stunden damit, Gegenstände wie Bücher, Kleidung oder Nahrungsmittel nach genauen Regeln präzise anzuordnen. Andere können an bestimmten Gegenständen wie z. B. Straßenlaternen nicht vorbeigehen, ohne sie anzufassen, wieder andere können bestimmte Gegenstände wie Türklinken niemals anfassen, und wenn, dann nur mit Gummihandschuhen. Diese Handlungen zu unterlassen, bedeutet für einen Betroffenen, unerträgliche Angstzustände aushalten zu müssen. Denn die Definition eines Zwangs ist – im Gegensatz zu beispielsweise wahnhaftem Verhalten – dass der Betroffene die Zwänge selbst als unsinnig und unangenehm erlebt, ihnen aber nicht widerstehen kann. Das macht diesen Zustand umso qualvoller.

Was tun, wenn ich selbst betroffen bin?
Wer zu den 3,8 % der Deutschen gehört, die an einer Zwangserkrankung leiden, muss nicht daran verzweifeln: Bundesweit gibt es ca. 17.000 Praxen von Psychotherapeuten und ca. 2.600 psychiatrische Kliniken. Diese sind verbreiteter, als gedacht. Im Wandel der Zeit sind psychische Krankheiten von einem Dasein hinter geschlossenen Türen längst schon in die Welt der Hochglanzmagazine vorgedrungen. Hollywood-Ikonen wie Charlize Theron thematisieren öffentlich ihre Zwangsstörung, David Beckham erzählt in Interviews, dass er es nicht aushält, wenn Gegenstände in ungerader Anzahl vorliegen. Was einst ein tabuisierter Makel war, ist heute im Auge der Öffentlichkeit zu einem Feature geworden, das der Popularität Menschlichkeit hinzufügt. Auch im Bekanntenkreis wird mittlerweile nicht nur mit Selfies vom Infinity-Pool des letzten Bali-Urlaubs geprahlt oder mit glänzenden Augen von Outdoor-Abenteuern der letzten Backpack-Reise in Neuseeland erzählt. Längst haben der Speiseplan der letzten Privatklinik, die intensiven Erfahrungen mit den Therapiegruppenmitgliedern oder die Frisur des attraktiven Therapeuten bisweilen die ehemals üblichen Gesprächsthemen abgelöst. Offensichtlich ist festzustellen, dass es nicht mehr mit den gleichen gesellschaftlichen Vorurteilen wie vor 20 Jahren behaftet ist, sich Hilfe zu holen. Bleibt die Frage: Wie sieht die Hilfe aus, die ich mir holen kann?

Was aber wirkt nun gegen Zwänge?
Escitalopram, Sertralin, Paroxetin oder Fluoxetin: Diese sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sind im eigentlichen Sinne Antidepressiva, entfalten aber durch ihren Einfluss auf hirneigene Botenstoffe auch eine Wirkung gegen Zwänge. Noch immer sind starke Vorurteile gegenüber Psychopharmaka in unserer Gesellschaft verankert. Ängste vor Nebenwirkungen oder vor Abhängigkeit werden durch das ohnehin schon verbreitete Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie noch geschürt. Dabei gelten vor allem SSRI der zweiten Generation als besonders nebenwirkungsarm und werden daher nicht ohne Grund zu den sogenannten „Clean Drugs“ gezählt. Ebenso ist bei diesen die Abhängigkeitsgefahr reiner Mythos; SSRI greifen in das serotonerge System des Hirnstoffwechsels ein, haben dadurch keinen Einfluss auf das Belohnungszentrum des Gehirns. Letzteres ist für eine Suchtentwicklung unabdingbar. Deshalb machen Antidepressiva nicht abhängig, weder körperlich noch psychisch.

Multimodales Vorgehen
Auch das Argument, dass man mit Tabletten die eigene Persönlichkeit auf unnatürliche Weise verändere, ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Mensch, der sich ein Bein bricht, verzichtet auch nicht auf den Gips, weil dieser nicht natürlicherweise im Körper vorkommt. SSRI haben dem Gips aber voraus, dass sie dem Körper keinen Botenstoff hinzufügen, sondern so wirken, dass sie die hirneigenen Botenstoffe wieder aktivieren. Wer dennoch skeptisch bleibt und eine medikamentöse Behandlung lieber vermeiden möchte, hat trotzdem weitere mögliche Therapieoptionen. Im Sigma-Zentrum Bad Säckingen, einer Privatklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, wird einem multimodalen, interdisziplinären Ansatz Rechnung getragen. Neben der oben genannten Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung bietet die Klinik eine Bandbreite an kreativen und körperorientierten Therapieverfahren an. Die dort vertretene Grundhaltung, dass nicht die Krankheit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht, kann ein wichtiges Fundament zur Reaktivierung eigener Ressourcen des Betroffenen bedeuten. Letzten Endes ist jedes therapeutische Bestreben darauf ausgerichtet, dass Menschen ihren eigenen Weg wiederfinden, den sie mit ihren eigenen Füßen gehen. Auf die Bewältigung einer Zwangsstörung übertragen, bedeutet dies die Rückeroberung eines wichtigen Stücks eigener Freiheit. Um es mit Jean-Jacques Rousseaus Worten abzuschließen: Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.


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