Diese Seite verwendet Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

Akut-Telefon für Patienten:

+49 (0)7761 / 5566-0

Für Ärzte:

+49 (0)7761 / 5566-300

Rückruf anfordern:

Gerne können Sie einen Rückruf anfordern. Geben Sie hier einfach Ihre Rufnummer ein und optional Ihren Namen.








 
Danke - wir werden uns bei Ihnen telefonisch melden
 
 
 
 
 
Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Home » Aktuelles

Stilisierte Tänze von Harfe und Violine

von: Jacqueline Sieber | Datum: 13. Juni 2018

Seit 2009 sind die Sigma-Konzerte Teil des ganzheitlichen Sigma-Konzeptes, in dem Musik und Kulturerlebnis eine Anregung für Geist und Psyche innerhalb des Klinikaufenthaltes darstellen. Darüber hinaus ist die „Klassik im Sigma-Zentrum“ längst auch in der Region von Bad Säckingen zu einem Begriff geworden. Im inzwischen 54. Sigma-Konzert am 11. Juni 2018 begeisterten Nina Reddig (Violine) und Miriam Overlach (Harfe).
Dazu schrieb am 13.06.2018 die Badische Zeitung:

Nina Reddig und Miriam Overlach schmeichelten dem Gehör, verlangten aber auch Konzentration.       

Die aparte Kombination von Violine und Harfe hat am Montag bei dem letzten Sigma-Konzert vor der Sommerpause so viele Zuhörer angelockt, dass der Vortragssaal der Klinik fast an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen wäre. Die aus Amsterdam angereisten Musikerinnen Nina Reddig (Violine) und Miriam Overlach (Harfe) boten ein kleinteiliges Programm mit Werken aus dem Barock, der Spätromantik und der klassischen Moderne.

Vielen der Werke lagen Tanzsätze zu Grunde – zum Teil war deren Herkunft aus der Volksmusik deutlich herauszuhören, zum Teil handelte es sich um stilisierte Kunstmusik, und manchmal war die inhaltliche Fülle so überwältigend, dass sie die Tanzform beinahe sprengte.

Zum Auftakt präsentierten die Künstlerinnen mit Faurés „Sicilienne“ ein populäres, oft in der Version für Klavier und Violine gespieltes Werk, in dem die Harfe den aus Dreiklangsbrechungen aufgebauten Begleitpart mühelos übernehmen konnte. Die Violinistin spielte mit einem leichten, gleichwohl tragenden Ton und schönem Legato die außerordentlich kantable Melodiestimme. Ein Originalwerk war Faurés Harfen-Impromptu, das beinahe (gewollt) klischeehaft mit einer Folge von klangrauschartigen Arpeggien und Glissandi sowie einer von reichen Figurationen umrankten Melodielinie begann. Dass die Harfe auch energisch sowie rhythmisch akzentuiert spielen und ein beachtliches Forte entfalten kann, machte Miriam Overlach im weiteren Verlauf deutlich.

Zu den Hauptwerken für Solovioline gehört zweifellos die Ciaconna in d-moll aus Bachs Partita Nr. 2. Der melodische und figurative Reichtum und die überbordende Gedankenfülle ließen sich kaum noch in die Form einer Variationenfolge gießen. Sehr konzentriert, mit selbstverständlicher Virtuosität und expressiv aufgeladenem Ton meisterte Nina Reddig die schwierigen Akkordgriffe und Läufe. Die rhythmischen Impulse kamen deutlich zur Geltung, während sie die singenden Passagen mit zurückgenommener Lautstärke und zartem Timbre spielte: Eine differenzierte, mit großen dynamischen Kontrasten arbeitende Wiedergabe, die aber das Barockwerk nie unangemessen romantisierte. Wie barocke Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau klang, zeigte die Harfenistin in zwei kleinen Sonaten Scarlattis, der wie kaum ein anderer die Kunst beherrschte, aus einfachen, klaren Strukturen filigrane Kunstwerke zu schaffen. Auch die klassische Moderne griff gerne auf Tanzformen zurück. Besonders deutlich wurde dies in Granados’ „Andaluza“, und bei Bartóks „Rumänischen Tänzen“, die mit einem gewissen rustikalen Charme, einer charakteristischen Harmonie, Melancholie, wilder Ausgelassenheit und virtuosen Ausflügen in höchste Violinlagen (abseits aller Klischees von schluchzenden „Zigeunergeigen“) aufwarteten.

Hochkomplex hingegen ist Bartóks Solosonate für Violine, aus der Nina Reddig die beiden Sätze „Melodia“ und „Presto“ spielte: Ein für Interpreten wie Zuhörer herausforderndes, formstrenges und vielschichtiges Werk, das klassischen Vorstellungen von Schönheit eine Absage erteilte, dafür aber mit einem enormen Farbenreichtum aufwartete, der sogar Vierteltöne umfasste.

Artikel vom 13.06.2018, Badischen Zeitung >>>

Foto und Text: Michael Gottstein

>> Weitere Einträge anzeigen