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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Wenn das Wort allein zu wenig ist

Sie hatten ein traumatisierendes Erlebnis und die Erinnerung lässt sie nicht mehr los? Sie stecken mitten in einer Lebenskrise? Sie können sich nicht vorstellen, in Ihrem Beruf auch noch einen Tag länger auszuharren? Ihre Partnerschaft scheint Ihnen sinnentleert, Sie haben sich nichts mehr zu sagen? Ihre Freundschaften empfinden Sie als hohl und leer und Sie wissen nicht mehr wohin?

Das psychotherapeutische Einzelgespräch ist ein Weg, um in das Innere Ihres Empfindens vorzudringen. Bisweilen aber braucht es noch andere Zugänge. Unser Körper beispielsweise verrät uns mehr über uns selbst als wir mit dem bloßen Verstand erfassen können und eröffnet uns neue Formen des Bewusstseins – über das Wort hinaus. Unser Körper kann uns helfen, zur Ruhe zur kommen. Und es gibt Konstellationen in unserem Leben, die wir in einem gruppendynamischen Prozess in diesem Moment besser erkennen und bearbeiten können als im Einzelgespräch.

Verhaltensanalytische Gruppentherapie:

Zwei Besonderheiten kennzeichnen diese spezielle Therapieform:

  1. Sie als Individuum stehen im Fokus der Aufmerksamkeit und
  2. Ihre spezielle Fragestellung wird in der Interaktion mit der Gruppe bearbeitet.

Zwischen acht und 12 Patienten nehmen an einer Gruppe teil. Jede Gruppensitzung folgt einer sorgfältig erarbeiteten Dramaturgie.

  • Die Orientierungsphase: Jeder Teilnehmende berichtet kurz über sein aktuelles Befinden, dann entscheiden sich zwei bis maximal drei Patienten im Rahmen dieser Therapieeinheit für einen etwas längeren Zeitraum im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen. Gemeinsam überlegen und beschließen die Teilnehmenden Schwerpunktsetzungen: Stress, Probleme mit sich selbst (intrapsychischer Konflikt) oder eher Probleme im Umgehen mit anderen (interpersoneller Konflikt). Der erste Fokus-Patient stellt sich vor, die Einzeltherapie in der Gruppe beginnt.
  • Die Befragungs- und Problemanalyse-Phase: Jeder Teilnehmende in dieser Gruppe befragt den Fokus-Patienten so lange, bis er (oder sie) Ideen für eine Bewältigung der individuellen Fragestellung haben. In dieser Phase arbeiten wir mit Aufstellungen, Rollenspielen oder Elementen der Symbolarbeit. Hier übernehmen Ihre Mitpatienten aktiv Spiele-Parts, wie in einer Theateraufführung.
  • Die Beratungsphase: Zuerst bewerten Sie als Fokus-Patient sich selbst und Ihre aus der vorherigen Phase gewonnenen Erkenntnisse. Dann geben Ihre Mitpatienten Rückmeldung – grundsätzlich im „Ich-Modus“; generelle „man-Aussagen“ sind nicht zugelassen. Es stehen drei Feedback-Modi zur Verfügung:
    • Im Beratungsfeedback sagen Ihre Mitpatienten, was ihnen  an Ihrem Verhalten gut gefallen hat und was sie jeweils anders machen würden.
    • Im Rollenfeedback reflektieren Ihre Mitpatienten das wechselseitige Handeln im Spielgeschehen und ziehen Schlussfolgerungen für Ihr künftiges Verhalten.
    • Im Identifikationsfeedback schlüpft nun jeder Ihrer Mitpatienten in Ihre Haut und überlegt, ob er (oder sie) ähnliche Schwierigkeiten kennt und wie er damit umgegangen ist bzw. normalerweise umgeht.
  • Zielphasenanalyse:  Wenn Sie als Fokus-Patient bereits relativ klare Vorstellungen davon haben, wohin Ihr Weg Sie führen soll, besprechen Sie dieses Ziel ausführlich mit Ihren Mitpatienten, die jetzt die Rolle von Co-Therapeuten einnehmen. Sie überlegen, was Sie in Ihrer Lebensführung ändern könnten oder sollten, um zu diesem Ziel zu gelangen. Sollten Sie und die anderen zu dem Schluss kommen, dass eine weitere „Runde“ für Sie sinnvoll wäre, so können Sie in einer nächsten Gruppensitzung erneut den Wunsch äußern, Fokus-Patient zu sein.