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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Aufs richtige Pferd gesetzt

Seit 2018 kommt im Sigma-Zentrum auch die pferdegestützte Therapie zum Einsatz. Das multimodale Therapiekonzept mit seiner Vielzahl medizinischer, psychotherapeutischer, fachtherapeutischer und adjuvanter Interventionen wird somit erweitert. Im Sigma-Zentrum arbeitet dazu die speziell auf die Arbeit mit Patienten ausgebildete Stute Amy. Mit ihr findet die pferdegestützte Therapie unter fachtherapeutischer Leitung im Bereich des eigen Stalls und der Koppel in der Rheinaue unweit der Klinik statt.

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Die Pferdegestützte Therapie stellt sich aufgrund weniger Kontraindikationen bei verschiedenen psychischen Störungsbildern als sehr sinnvoll und zielgenau einsetzbar dar. Von den eleganten und gutmütigen Tieren geht für Menschen eine unmittelbare Wirkung aus. Mensch und Pferd sind schon seit Tausenden von Jahren eng verbunden. Bereits der Arzt Hippokrates berichtete im 4. Jahrhundert vor Christus „über den heilsamen Rhythmus des Reitens und die Stärkung des Menschen beim Umgang mit Pferden“. Pferde werden auch mit Gefühlen wie Freiheit, Stärke, Unabhängigkeit, Sanftmut, Schönheit, Treue, Freundschaft assoziiert.

Als Herdentiere leben sie in festen Familienstrukturen und sind an Kontakten interessiert. Sie sind äußerst soziale Tiere und gehen wertfrei auf jeden Menschen zu, unabhängig von Bildungsstand, Lebenssituation, Aussehen oder sozialem Status. Darin liegt der therapeutische Ansatz für das Erfahren von Sozialkompetenzen, Interaktionen, Kommunikation, Beziehungsarbeit.
Weil sie über Körpersprache kommunizieren, reagieren sie nonverbal auch beim Menschen äußerst fein und direkt. Sie nehmen „versteckte“ oder unterdrückte Emotionen wahr und spiegeln diese über ihr eigenes Verhalten und ihre Reaktion. Der Therapeut fungiert dabei anfangs als „Übersetzer“ zwischen Pferd und Patient, die eine zunehmend direktere Beziehung miteinander aufbauen. Dies ermöglicht so ein direktes Reflektieren ohne Fremdbewertung, das auch „therapiemüde“ Patienten sehr gut auffängt.

Bei der pferdegestützten Therapie steht nicht die reiterliche Ausbildung, sondern die individuelle Situation und das Bedürfnis der Patienten im Vordergrund. Therapieziele im Umgang und in der Kommunikation mit dem Pferd können sein:

  1. Erfahren von sozialen Kompetenzen und Beziehungsarbeit z.B. durch die Pflege des Tiers und Führübungen,
  2. Erfahren von Handlungskompetenz z.B. beim selbstständigen Aufbauen und bewältigen eines Geschicklichkeitsparcours,
  3. Erlernen von Entspannung und Ruhe z.B. durch Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen auf und am Pferd,
  4. Aktivierung und Selbstwirksamkeitserfahrungen zur Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung des Selbstvertrauens
    beim selbstständigen Reiten mit dem Übernehmen von Verantwortung beim Zügel-in-der-Hand-halten und dann dem vertrauensvollen Abgeben von Verantwortung beim Sich-Tragen-lassen,
  5. Erleben von Naturnähe bei Ausritten.

Da die pferdegestützte Therapie den Menschen in seiner momentanen Situation abholt und ganzheitlich auf emotionaler, körperlicher und kognitiver Ebene fordert, passt sie sehr gut in das multimodale Gesamtkonzept im Sigma Privatklinikum.