Lisa Wellisch informierte das Publikum, dass es eine Ausnahme sei, dass sie hier spiele – übrigens das letzte Mal vor drei Jahren. Anlässlich des 200. Geburtstages von Clara Schumann und des zehnjähriges Bestehens der Sigma-Konzerte, hat sie ein Programm mit Werken von Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms zusammengestellt.

Anspruchsvolle Stücke
„Wir haben für dieses spezielle Thema keinen geeigneten Solo-Pianisten gefunden“, sagte Lisa Wellisch. Sie spielte an diesem Abend die technisch anspruchsvollen Stücke meist ohne Noten und mit viel Gefühl. Zum Leben von Clara Schumann, die von 1819 bis 1896 wirkte, gehörte ihr Mann Robert Schumann wie auch ihr enger Freund Johannes Brahms. Auch von diesem Komponisten hatte Wellisch einige Stücke dabei. Von Robert Schumann trug Wellisch „Papillons Op. 2“ vor. Das Stück handelt von zwei Brüdern, die in dasselbe Mädchen verliebt sind. Mit einigen Schmunzeln im Publikum und ihren natürlichen Charme erklärte Wellisch die verschiedenen Abschnitte des Stückes und wie sich Robert Schumann das Geräusch eines Stiefels auf dem Klavier vorstellte.

Mit Hingabe und Empathie
Dass Wellisch sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzte, zeigte sich auch in der Textpassage eines Briefes von Brahms an Clara Schumann, die sie aus dem Buch „Du bist mir so unendlich lieb“ vorgelesen hat. Mit den Worten „ich liebe Sie zu viel, um es Ihnen schreiben zu können“, erahnte man die tiefe Verehrung, die Brahms Clara entgegenbrachte. „Mit dem Klavierstücken Op. 118 könnte Brahms versucht haben, den Tod von Clara zu verarbeiten“, erläuterte Wellisch. Das Stück spiegelt das Vermissen und das Wiedersehen wider, Wellisch spielte auch dieses Stück mit Hingabe und Empathie.

Als erste Zugabe spielte Wellisch die „Romanze Zyklus 118“ von Brahms. Zu den 80 Gästen sagte Wellisch scherzhaft, als sie noch eine weitere Zugabe forderten: „Das letzte Stück habe ich erst letzte Woche einstudiert.“ Es handelte sich dabei um „Caprice à la Boléro“ von Clara Schumann, das mit einem kräftigen Tastenschlag endet. Die Gäste zeigten sich an diesem Abend positiv überrascht, die Organisatorin der Sigma-Konzerte als Pianistin zu erleben. Und auch die Zugaben kamen beim Publikum vortrefflich an.