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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Wechselwirkungen beherrschen – Psychopharmakologietage im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 16. Oktober 2019

Mit den vom Sigma-Zentrum veranstalteten Bad Säckinger Psychopharmakologie-Tagen wurde das im Sigma-Zentrum bereits etablierte Ärztliche Fortbildungsforum nun bereits zum zweiten Mal für Ärzte aus ganz Deutschland geöffnet. Der europaweit renommierte Pharmakologie-Experte Dr. Gabriel Eckermann aus Berlin hat mit dem Thema Vielfachmedikation ein zentrales Element eines modernen medizinischen Risikomanagements behandelt. Rund 40 Ärztinnen und Ärzte sind der Einladung zu dem medizinisch-psychiatrischen Workshop gefolgt um sich in Bezug auf die Wechselwirkungen von Medikamenten auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen.

Vielfachmedikation ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel im Therapiealltag von Hausärzten, Internisten, Neurologen und Psychiatern, die damit auch schwere körperliche und psychische Erkrankungen behandeln. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden Patienten immer älter und haben viele Erkrankungen parallel (Multimorbidität). Hinzu kommt der Faktor Selbstmedikation; gerade ältere Patienten erwerben in der Apotheke oft zusätzlich rezeptfreie Arzneimittel, um ihre »Gesundheit zu stärken« und um Symptome zu behandeln. Diese Faktoren führen dazu, dass die Liste der eingenommenen Medikamente immer länger wird. Je mehr Arzneistoffe auf dem Medikationsplan stehen, um so größer das Risiko einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW). So beläuft sich das Interaktionsrisiko bei 7 Medikamenten auf durchschnittlich 80 %. Nimmt beispielsweise ein Patient mit fünf Erkrankungen mittlerer Schweregrade leitliniengerecht zehn unterschiedliche Medikamente ein, gibt es dafür dann bis zu 45 mögliche, zum Teil unangenehme oder auch gefährliche Wechselwirkungen. Nach neuesten Forschungsergebnissen sollen ca. 10 % der Krankenhauseinweisungen durch solche Wechselwirkungen bedingt sein.

Da bisher noch keine Datenbank der Welt alle möglichen Wechselwirkungen praktikabel anwendbar wiedergeben kann, kommt es hier auf die Qualifikation der handelnden Personen an. „Die Kunst der individuellen Risikoeinschätzung von potenziellen Wechselwirkungen besteht darin, in der Liste der verordneten Arzneimittel besonders wechselwirkungsträchtige Wirkstoffe zu identifizieren“, betont Dr. Wolfang Krämer, Leiter des Medizinischen Qualitäts- u. Risikomanagements im Sigma-Zentrum sowie Mitglied der Geschäftsleitung, und ergänzt: „Unser durch jahrelange Zusammenarbeit fest verbundener Experte Dr. Gabriel Eckermann supervidiert und berät regelmäßig die Ärzteteams im Sigma-Zentrum, um pharmakologisch auch bei komplexen Fragestellungen passende Lösungen zu finden“. So attestierte die im Frühjahr 2019 erfolgte Wiederholungszertifizierung mit Upgrade nach DIN EN ISO 9001:2015 dem Sigma-Zentrum eine gelebte Qualitätskultur, nicht zuletzt durch das etablierte Critical-Incident-Reporting-System (CIRS) mit Vernetzung zu Experten und anderen Kliniken. Ein zentrales Anliegen der Ärzte des Sigma-Zentrums wurde während der Veranstaltung deutlich: Die routinemäßige und schnelle Einbeziehung bisher vorhandener moderner medizinischer und pharmakologischer Datenbanken mit Warnungen vor UAW sollte Eingang in den ärztlichen Verordnungs- und Verschreibungsalltag der Klinikärzte und auch der niedergelassenen Ärzte finden. Die Handhabung wurde beispielhaft im Rahmen des Workshops demonstriert und geübt. Unter der Voraussetzung einer partnerschaftlichen und offenen Einbeziehung von aufgeklärten Patienten oder betreuenden Angehörigen in die Medikationsplanung lässt sich hierbei eine größtmögliche Sicherheit für die medikamentöse Behandlung erreichen.


Behandlungskonzept Mediensucht

von: Marketingabteilung | Datum: 6. September 2019

Wie geht man mit einer neuen Erkrankung um?

Immer wieder tauchen neue Erkrankungen auf, die allgemein als Problem erkannt werden. Dennoch muss meistens erst bewiesen werden, dass sie medizinisch behandlungsbedürftig sind. So geht es derzeit mit der Mediensucht, in klinischen Fachkreisen pathologischer PC- und Internet-Gebrauch genannt. Viele erkennen das Problem des Umgangs mit Medien an, dass aber Menschen an einer „Störung“ leiden, also einer psychischen Erkrankung, wird in Abrede gestellt. Zum Leidwesen der Betroffenen. Der Unterschied zwischen dem sogenannten normalen Gebrauch und einer Störung wird kleingeredet, als Erziehungsproblem oder gesellschaftliches Problem dargestellt. Fast allen Menschen fällt auf, dass sie hin und wieder zu viel an ihrem Smartphone „kleben“ und wie schwer es ist, sich „zu lösen“. Dieses Phänomen nennt sich „Modediagnose“. Eine Erkrankung wird nicht als solche anerkannt. Zuletzt waren es Störungen der Aufmerksamkeit und Erscheinungen von Hyperaktivität (ADS und ADHS), bei denen es bis in die späten siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts dauerte, bis sie durch Aufnahme in den Katalog psychischer Erkrankungen (damals ICD-9) erforscht und behandelt werden konnten. Heute handelt es sich um eine gesicherte Diagnose, deren Ursachen erforscht werden und deren Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie wirksam und kostengünstig durchgeführt werden kann. Vielen Menschen gelingt dadurch eine deutliche Besserung der Lebensumstände, und ein leidvolles Schicksal mit privaten und beruflichen Problemen kann merklich gemindert werden.

Mediensucht als anerkannte Erkrankung
Die USA, in medizinischer Hinsicht oft das Vorbild für Entwicklungen in Europa, haben nun beschlossen, die Mediensucht in ihren Katalog psychischer Erkrankungen, das sogenannte DSM-V, aufzunehmen. Dort wird sie nun als „weiter zu erforschende Störung“ geführt. In Europa wird dem dadurch Rechnung getragen, dass angekündigt wurde, diese Störung nächstes Jahr in die neueste Fassung des ICD (ICD-11) zu übernehmen.

Welche Symptome hat ein Mediensuchtiger?
Die „Internet Gaming Disorder“, wie sie in Amerika genannt wird, zeichnet sich durch spezifische Symptome aus: andauernde Beschäftigung mit dem Medium sowie Entzugssymptome wie Unruhe, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Aktivitäten, exzessives Spielen trotz Wissens um die Nachteile, Täuschungen in Bezug auf das Ausmaß der Aktivität und Funktionalisierung zur Vermeidung negativer Emotionen. In dieser Definition finden sich die klassischen Suchtsymptome angepasst wieder. Folgerichtig hieß es bei der Ankündigung für die neue Version der europäischen Klassifikation psychischer Erkrankungen, dem ICD-11, dass es diese Störung ebenfalls geben und sie dem Bereich F10 „Psychische und Verhaltensstörungen durch“ zugeordnet werde. In diesem Bereich finden sich auch die Alkoholabhängigkeit und die Glückspielsucht.

Wie viele Menschen sind betroffen?
Derzeit sind laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2017 3 Prozent der Erwachsenen und 6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen betroffen.

Was tut das Sigma-Zentrum?
Dieser Entwicklung wird das Sigma-Zentrum seit zwei Jahren dadurch gerecht, dass es eine Arbeitsgruppe „Mediensucht“ ins Leben gerufen hat. Diese Arbeitsgruppe hat ein auf die multimodale Behandlung und das kybernetische Menschenbild ausgerichtetes Konzept zur Behandlung dieser Störung erarbeitet. Es umfasst eine exakte Diagnostik und Differentialdiagnostik zum Ausschluss verwandter oder ähnlicher Störungen sowie mögliche Komorbiditäten, sprich andere Störungen, die mit der Mediensucht einhergehen können, wie zum Beispiel Depressionen und Angststörungen. Die Einzeltherapie umfasst verhaltenstherapeutische und psychodynamische Aspekte (Motivational Interviewing, respektive OPD-2 Abhängigkeit zur Aufklärung der zum Teil unbewussten motivationalen Anteile). Zur Förderung der Einsicht in die Problematik und deren Behandlung sieht das Konzept zudem die Teilnahme an der psychoedukativen Gruppe „Suchtprävention“ vor. Der soziale Rückzug wird thematisch in der interaktionellen Gruppentherapie aufgegriffen und bearbeitet. Um den bisher in der „Zweitwirklichkeit“ errungenen Selbstwert auch im oft frustrierenden Alltag zu fördern, können im Training selbstsicheren Verhaltens selbstwertsteigernde Verhaltensweisen in Rollenspielen geübt werden. Zudem werden durch die angepasste körperliche Aktivierung, je nach Vermögen und Bedarf, die Gesundheit gefördert und eine Bewältigungsressource aufgebaut. Individuellen Besonderheiten trägt die passende Zuteilung in das breite zur Verfügung stehende Spektrum aus psychoedukativem, interaktionellem und fachtherapeutischem Angebot Rechnung. Auf diese Weise wird der Patient sowohl in der Störung erkannt, anerkannt und behandelt sowie in ihrer einzigartigen Menschlichkeit gesehen und respektiert.

Und wie geht es weiter?
Der momentane Schwerpunkt der Arbeitsgruppe „Mediensucht“ des Sigma-Zentrums liegt darin, das Angebot weiter auszubauen. Neben den Erkrankten weisen 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 15 Prozent der 18- bis 25-Jährigen einen problematischen Gebrauch von Medien auf. Erweitert man das Problemfeld auf das Fernsehen, mit 2017 durchschnittlich 3 Stunden und 41 Minuten pro Tag, sieht es bei den Erwachsenen nicht besser aus. Da der exzessive Mediengebrauch den Stress nur scheinbar reduziert und wir wissen, dass er Ursache oder Aufrechterhalter fast aller Störungen ist, müssen medienpädagogische Fähigkeiten störungsübergreifend gefördert werden. In einem Gruppenangebot zur Stressbewältigung sollen Patienten künftig einen gesunden Umgang mit diesem und anderen „Kraftfressern“ lernen. Ebenso wie bei ADS, ADHS und vor knapp 150 Jahren bei Depressionen, braucht es keinen Streit darum, wer Recht hat, sondern ein Umdenken. Den Erkrankten muss die Hilfe zukommen, die sie brauchen um gesund zu werden; den gesundeten Erkrankten wie den Gesunden muss das Werkzeug an die Hand gegeben werden, gesund bleiben zu können. Dem trägt das Sigma-Zentrum Rechnung und es wurde durch eine interne Fortbildung im Juni 2019 das erworbene Wissen und einen Einblick in die Behandlung an Interessierte weitergegeben.

Mag. phil. Benedikt Mayer

 


Chronische Schmerzen – was nun?

von: Marketingabteilung | Datum: 26. August 2019

Ein Schmerz wird als chronifizierter Schmerz definiert, wenn er sechs Monate oder länger anhält.

Mit der Überalterung der Bevölkerung nehmen Schmerzen an Häufigkeit zu. Das liegt oft an den chronischen Erkrankungen, besonders im Skelettsystem. Verschleißerscheinungen der großen und kleinen Gelenke, der Wirbelsäule, aber auch Rheuma, Polymyalgia rheumatica, Fibromyalgie und andere Erkrankungen plagen weite Teile der Bevölkerung. Nicht zu vergessen ist das gefürchtete Restless Legs Syndrom. Hierbei leiden Patienten vor allem nachts an unerträglichen Kribbelphänomenen, Unruhezuständen, Bewegungsdrang, teils mit Krämpfen in den Waden. Sie müssen dann die Beine bewegen, aufstehen, umhergehen, um wenigstens kurzzeitig Linderung zu erfahren. Es stellt sich die Frage nach Therapieansätzen. Letztgenanntes Syndrom ist gut behandelbar mit Medikation. Bei vielen Schmerzerkrankungen ist es aber erforderlich, multimodal vorzugehen. Damit sind neben Schmerzmedikation verschiedene Therapiemethoden zu kombinieren. Es reicht eben oft nicht, sich auf die Schmerzmedikation zu beschränken. Da viele Patienten mit chronischen Schmerzen depressiv werden, sollte schon in einem frühen Stadium das Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie einbezogen werden. Das Sigma-Zentrum in Bad Säckingen arbeitet u.a. mit Methoden der psychologischen Schmerztherapie. Dazu gehören beispielsweise eine spezielle Psychotherapie, Gymnastik, Bewegung und das computergestützte Biofeedback, mit dem man Entspannungsverfahren lernen kann. In einem ambulanten Schmerzzentrum können dann Patienten auch ergänzend mit Akupunktur, Akupressur und Methoden der manuellen Medizin wie z.B. Osteopathie behandelt werden. Wichtig ist, dass die Methoden aufeinander abgestimmt sind und stets der Patient mit seiner Wahrnehmung, seinen Ängsten, aber auch Vorerfahrungen in die Therapie seiner Schmerzen einbezogen wird. So stellt sich dann oft heraus, dass trotz jahrelanger Schmerzkarriere doch noch Fortschritte erzielbar sind. Nicht selten sind dafür die Psychotherapie und Psychopharmaka verantwortlich.

Geduld erforderlich

Was viele nicht wissen: man kann mit Psychopharmaka Schmerzsyndrome z. T. erfolgreich mitbehandeln, vor allem mit Antidepressiva. Allerdings kostet das Überzeugungsarbeit und Geduld. In den letzten Jahren hat sich zudem die Erkenntnis etabliert, dass Schonung über längere Zeiträume die Schmerzerkrankung ungünstig beeinflusst. Deshalb wird im Sigma-Zentrum zunehmend auf Aktivierung mit gestuften Behandlungsplänen gesetzt. Hierfür müssen die Patienten in der Psychotherapie vorbereitet werden, um Vorbehalte auszuräumen. Die größte Hürde ist nämlich oft die Bequemlichkeit, die in Verbindung mit der Angst überwunden werden muss. Denn chronisch Schmerzkranke haben natürlich Angst, sich mehr zu bewegen, weil sie Angst vor der Intensivierung der Schmerzen haben. Generell gilt: man kann chronische Schmerzen sehr oft erfolgreich lindern, wenn man multimodal vorgeht und die Patienten in die Therapieplanung individuell einbezieht. Das kennzeichnet das Sigma-Zentrum. Dessen Kompetenz ist es vor allem, eine Integration der Befunde, Vorerfahrungen der Patienten und der Therapiemethoden zu leisten. Dies ist zwar auf den ersten Blick einleuchtend, bedarf aber genauerer Betrachtung, um zu verstehen, was der Hintergrund ist. Wenn man sich vorstellt, dass in der Medizin überwiegend linear vorgegangen wird, also leitlinienorientiert und ausgerichtet an dem, was Krankenkassen für richtig erachten, ist das basierend auf gesichertem Wissen. Da aber nun jeder weiß, dass dieses Wissen in atemberaubendem Tempo wächst, ist es geboten, sich immer wieder aufs Neue mit Therapiemethoden zu beschäftigen, die womöglich noch nicht dem Patienten zugutekamen. Hierfür müssen wir diesen einbinden und zudem dafür gewinnen, neue Wege zu beschreiten.

Ganzheitliches Verständnis

Dazu gehört nach einem ganzheitlichen Verständnis eine hochdifferenzierte Psychotherapie, die dem Schmerzgeschehen einerseits Aufmerksamkeit widmet und andererseits den Patienten durch Integration anderer Themenfelder und weiterer Therapieverfahren in Gruppen- und Einzelsettings empfänglicher für neue Wege des Denkens und der Schmerzbewältigung macht. Die Analyse der womöglich aufrechterhaltenden Schmerzfaktoren gehört ebenso dazu wie die Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien analog der individuellen Belastbarkeit. Erfahrenen Therapeuten gelingt es somit, die Aufmerksamkeit umzulenken und durch Aktivierungs- und Verstärkermethoden die Bewältigung des Schmerzgeschehens zu erleichtern, wofür initial auch die Arbeit an der Bewertung des Schmerzes durch den Patienten selbst wichtig ist. Somit gelingt es, in Verbindung von Medikation mit Schmerzmitteln, Psychopharmaka, Psychotherapie, Physiotherapie, Bewegung, Entspannungsverfahren, Biofeedback, Musik- und Gestaltungstherapie über 90 Prozent der Schmerzpatienten zu helfen. Wichtig ist dabei die Bereitschaft des Patienten, sich auch mit Teilerfolgen arrangieren zu können und Selbstwirksamkeitserleben zu entwickeln. Die Psychotherapie hat dabei eine zentrale Aufgabe, weil hierfür behutsam an Widerständen gegenüber notwendigen Veränderungen gearbeitet werden kann. Geschieht dies in einem wohlwollenden Schutzrahmen, angstfreier Atmosphäre und ohne Zeitdruck, kann Linderung sehr oft gut gelingen.

Prof. Dr. med. Christoph Bielitz


Ein tierischer Geburtstag im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 18. April 2019

Am Sonntag hat unsere tierische Mitarbeiterin Amy ihren 11. Geburtstag gefeiert. Verbracht hat sie diesen Tag mit ihrem Geburtstagskuchen und einem freien Tag auf der Weide. Den Kuchen hat sie ratzeputz verspeist, übrig geblieben sind diese Bilder.

Information zur pferdegestützten Therapie im Sigma-Zentrum: www.pferd.sigma-zentrum.de


Hilfe besonders an den Feiertagen im Frühjahr

von: Marketingabteilung | Datum: 16. April 2019

Für einweisende Ärzte und Therapeuten stehen unsere Ärzte gerne für Rückfragen und Konsile zur Verfügung – auch nach 17.00 Uhr und an Wochenend- und Feiertagen.

 

Akuteinweisung Sigma-Klinik


Weihnachten bringt Freud und Leid

von: Marketingabteilung | Datum: 17. Dezember 2018

Wegen des wegweisenden methodenintegrativen Konzeptes mit einer Vielzahl medizinischer und fachtherapeutischer Verfahren wird das Sigma-Zentrum von Patienten aus ganz Deutschland aufgesucht. Gerade in der Zeit vor und um Weihnachten sowie Silvester ist die Klinik besonders gefragt. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Für viele Menschen ist Weihnachten eher ein Fest der unerfüllten Hoffnungen und Wünsche. Manche haben gar Angst vor den Festtagen. Woran liegt das?
Aus psychotherapeutischer Sicht ist die Weihnachtszeit vor allem Stress. Nicht nur die Zeit der Liebe, der Hoffnung und des Lichts bricht an. Statt Stille und Familienidylle, erleben viele eine Zeit der Maximalbelastung mit Krise. Der Weihnachtsfriede stellt sich nicht überall ein, stattdessen eskaliert um Weihnachten oft ein Streit.

Zu Weihnachten werden Ängste und Einsamkeit besonders bedrückend erlebt. Welche Gründe gibt es dafür?
Das Fest der Hoffnung und des Lichts fällt in die Zeit des zu Ende gehenden Jahres, in der erfahrungsgemäß möglichst viel erledigt werden muss, sei es verordnet oder selbst so gewollt. Schon das stresst. Parallel werden unerfüllte Hoffnungen und Wünsche deutlich. Menschliche Grundbedürfnisse wie Ruhe, liebevolle Zuwendung, Geborgenheit, emotionale Nähe und Angenommensein werden aktiviert. Die Realität ist aber oft eine ganz andere: Zeitmangel, Trennungen oder belastende Familienverhältnisse sind häufig. Die Fähigkeit, sich selbst und anderen gegenüber einfühlsam zu sein, geht im hektischen Treiben unter. Es fehlt die Kraft, sich einander liebevoll zuzuwenden und Konflikte miteinander wohlwollend auszutragen. Gleichzeitig halten sich romantisierte Erwartungen von einer Idylle oder starre Rituale ohne Freiraum für persönliche Bedürfnisse äußerst hartnäckig. Zudem ist das Jahresende eine Zäsur, über den Jahresverlauf Bilanz zu ziehen, nicht nur steuerlich. Das geht nicht selten mit Frustrationen, Problemen und Sorgen einher. Aufgestaute Aggression entlädt sich. Zur Eskalation ist es dann nur noch ein kurzer Schritt.

Hinzu kommen vermutlich auch saisonale Phänomene in der dunklen Jahreszeit. Wie kann man dem eigentlich Unvermeidlichen vorbauen?
Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Schon Goethe wusste um den Zusammenhang. Viele Menschen, denen das Phänomen bewusst ist, verreisen und machen Urlaub im Licht sozusagen. Wer nicht reisen kann, dem bleibt nur der Aufenthalt im Freien oder eben Lichttherapie mit medizinischen Lichtquellen, wenn sie verordnet ist.

Und das gemeinsame Fest hilft dann genauso wenig wie eine Reise, wenn die Beziehung ohnehin kriselt?
Oft ist das so. Es kann aber auch gut gehen, wenn man sich dessen bewusst ist, dass überzogene Harmonieerwartungen an Weihnachten oft enttäuscht werden. Enttäuschungen kommen indes immer wieder vor. Es stellt sich somit die Frage nach dem eigenen Festentwurf. Wie kann ich feiern, sodass es für mich und meine Familie feierlich und wohltuend ist? Wer sollte dabei sein, wer besser nicht? Schwieriger ist das für Menschen, die einsam sind und somit Angst vor der Stille und dem Vergleich zu anderen, scheinbar fröhlich Feierenden haben.

Wenn Selbsthilfe nicht genügt: Was kann das Sigma-Zentrum etwa mit seinem Früherkennungszentrum beitragen?
Bleibt der Weihnachtsfriede trotz achtsamer Vorbereitung und ehrlicher Auseinandersetzung mit sich selbst dennoch gänzlich aus bzw. eskalieren die Situationen, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Angst und Depression um sich greifen. Dafür gibt es psychosoziale Notdienste und Beratungsstellen. Auch das Sigma-Früherkennungszentrum in Bad Säckingen steht parat. Hier nimmt man sich auch gerade in der gefühlsbeladenen Zeit vor Weihnachten und um Silvester Zeit für die Seele.

>>> Information für Einweiser

 


Emotionale Wunden heilen

von: Marketingabteilung | Datum: 25. November 2018

Mehrstufiges Behandlungskonzept im Sigma-Zentrum

Wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Bei einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“ (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Vor einer Trauma-Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur Erinnerung. Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten.

Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang „jetzt“ (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst.

„Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann und somit zur Erinnerung wird“, erläutert Prof. Dr. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen. Das mehrstufige Behandlungskonzept des Sigma-Zentrums besteht in der Regel aus mindestens zwei 50-minütigen Einzelgesprächen pro Woche, Teilnahme an intensiver Körperpsychotherapie, an einer speziell für traumatisierte Menschen konzipierten Stabilisierungsgruppe sowie ggf. der Teilnahme an Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie und an Entspannungsverfahren.

Auch Diagnosen wie z. B. Krebs können bei vielen Betroffenen Ängste und Sorgen auslösen und nicht selten auch zu Traumafolgestörungen führen. Der Verlauf der Erkrankung ist oft nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern oft unberechenbar, eine Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen, eine Achterbahn der Gefühle. Diese anhaltende Bedrohung, die nicht von außen, sondern aus dem eigenen Körper kommt, erleben viele Menschen wie eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann und der sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Gelingt es nicht, Gedanken und Gefühle mitzuteilen, sind häufig depressive Verstimmungen und Schwankungen des seelischen Gleichgewichts die Folge. Obwohl die Psychoonkologie für eine patientenzentrierte onkologische Versorgung unabdingbar ist, fehlen in Deutschland für sehr junge aber auch für betagte Patienten oft notwendige, etablierte psychoonkologische Versorgungskonzepte. Die Psychoonkologie im Sigma-Zentrum Bad Säckingen unterstützt diese Patientengruppen mit ihren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und hilft ihnen, in belastenden Situationen Mut, Kraft und Hoffnung zu schöpfen.


Alles nur Einbildung?

von: Marketingabteilung | Datum: 20. November 2018

Psychosomatische Erkrankungen werden gerne als Spinnerei abschätzig abgetan. Wir sprachen darüber mit Prof. Dr. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor im Sigma-Zentrum Bad Säckingen.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen in Deutschland ist aufgrund gesellschaftlicher und beruflicher Veränderungen seit Jahren angestiegen. Welche Rolle spielen dabei psychosomatische Erkrankungen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Man kann davon ausgehen, dass fast jeder Dritte einmal in seinem Leben an psychischen und/oder psychosomatischen Störungen erkrankt. Davon sind etwa 11 Prozent psychosomatische Störungen. Zur Behandlung setzt das Sigma-Zentrum Bad Säckingen auf ein multimodales und multiprofessionelles Therapiekonzept.“

Welches sind die häufigsten und in der Bevölkerung am meisten verbreiteten psychosomatischen Krankheitsbilder?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Das sind die schmerzhaften Erkrankungen des Muskel-, Bindegewebs- und Skelettapparates, speziell der Wirbelsäule, häufig assoziiert mit sogenannten Verspannungen und Spannungskopfschmerzen. Die hiermit verbundenen, zum Teil großflächig auf den ganzen Rücken projizierten Schmerzen können im Zusammenhang mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen dann zum Teil schwere Ausmaße annehmen.“

Mit welchem Therapiekonzept begegnet man diesen Erkrankungen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Psychische oder psychosoziale Faktoren sind in unterschiedlichem Ausmaß an der Auslösung oder Verschlimmerung solcher Erkrankungen bzw. ihrer Beschwerden beteiligt. Beim multimodal-multiprofessionellen Therapiekonzept ist es wichtig, neben einer guten Ausstattung im Bereich der Psychotherapie u. a. ein umfangreiches allgemeinmedizinisch-diagnostisches und körperlich-therapeutisches Angebot vorzuhalten. Im Sigma-Zentrum stehen u. a. erfahrene Allgemeinmediziner und Internisten zur Verfügung, die im Bedarfsfall z. B. mit den benachbarten Radiologen und dem benachbarten spezialisierten Schmerzzentrum intensiv zusammenarbeiten.“

Können Sie mehr zu diesem Therapiekonzept sagen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Das spezielle interdisziplinäre, multimodale Konzept des Sigma-Zentrums stellt für unsere Patientinnen und Patienten ein breit gefächertes therapeutisches Angebot sicher, etwa sowohl aus dem Bereich der Schmerztherapie wie der Schmerzpsychotherapie bis hin zur spezialisierten Körpertherapie, Bewegungstherapie und zum Biofeedback, das unbewusst ablaufende körperliche Vorgänge erlebbar und verstehbar macht. So können in diesen Fällen neben schulmedizinischen Verfahren auch komplementärmedizinische Ansätze verfolgt werden.“

Welche Rolle spielt dabei, dass sich Psyche und Körper gegenseitig in starkem Maße beeinflussen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Dieser Zusammenhang wird sehr schön sichtbar am Beispiel des Darms. Nach dem Gehirn findet sich im Darm die mit Abstand größte Anzahl von Nervenzellen im Körper. Interessanterweise verlaufen bis zu 90% der Nervenbahnen zwischen Verdauungstrakt und Gehirn nach »oben«, also zum Gehirn. Dort bestehen u. a. enge Verknüpfungen zum Limbischen System, welches zentral für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist, also über eine Schnittstelle, die unmittelbar mit den Darmnervenfasern interagieren kann. Gleichzeitig ist der Darm intensiv mit dem Hormonsystem verbunden, welches vom Gehirn gesteuert wird. Dazu kommt das Immunsystem, das ebenfalls insbesondere beim Darm eine große Rolle spielt.“

Was ist die Voraussetzung für eine effektive Diagnostik und Behandlung psychosomatisch bedingter Darmerkrankungen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Eine Verzahnung der somatischen mit der psychiatrisch- psychotherapeutisch-neurologischen Medizin und ein möglichst individuelles, ganzheitliches Behandlungskonzept. Dazu gehören falls erforderlich darmspezifische Medikamente, andererseits Psychotherapie und weitere, multimodale psychotherapeutisch wirksame Verfahren wie Entspannungstherapie, Kreativtherapie, Sport- und Bewegungstherapie u.a. Auch gezielt eingesetzte Psychopharmaka zeigen je nach Grunderkrankung oder Problematik eine gute Wirkung. Trotz des hohen Leidensdrucks fühlen sich Betroffene oft nicht ernst genommen. Um den Betroffenen gerecht werden zu können, ist es wichtig, dass neben körperlichen auch seelische Ursachen in Betracht gezogen werden und eine umfassende psychologische Begleitung erfolgt.“

Erschienen in OTC & Visite, Ausgabe November 2018


Psyche und Darm

von: Marketingabteilung | Datum: 14. November 2018

Dass sich Psyche und Körper gegenseitig in starkem Maße beeinflussen zeigt sich oft auch am Beispiel des Darms. Lesen Sie, was es im Detail damit auf sich hat.

Psyche und Körper beeinflussen sich gegenseitig in starkem Maße. Dies zeigt sich oft auch am Beispiel des Darms. Eine effektive Diagnostik und Behandlung psychosomatisch bedingter Darmerkrankungen setzt eine Verzahnung der somatischen mit der psychiatrisch-psychotherapeutisch- neurologischen Medizin und ein möglichst individuelles, ganzheitliches Behandlungskonzept voraus, wie es z. B. im Sigma-Zentrum Bad Säckingen angeboten wird. Dazu gehören falls erforderlich darmspezifische Medikamente, andererseits Psychotherapie und weitere, multimodale psychotherapeutisch wirksame Verfahren wie Entspannungstherapie, Kreativtherapie, Körpertherapie, Sport- und Bewegungstherapie u.a. Auch gezielt eingesetzte Psychopharmaka zeigen je nach Grunderkrankung oder Problematik eine gute Wirkung.

Körpersymptome als Signal der Psyche
Bei manchen Formen der Depression beispielsweise kommt es häufig zu  Verstopfung. Angststörungen zeigen sich am Darm oft mit Durchfall, krampfartigen Schmerzen oder anderen Stuhlunregelmäßigkeiten. Nicht umsonst sagt der Volksmund etwa »Ich hab‘ Schiss!« oder »Das schlägt mir auf den Magen!« Das gleiche gilt für erhöhten Stress. Traumafolgestörung, Somatoforme Störungen, Essstörungen, Chronic-Fatigue-Syndrom, Fibromyalgiesyndrom sind weitere Beispiele (psychischer) Erkrankungen, die häufig mit Beschwerden des Magen-Darm-Traktes einhergehen.

Zusammenhang von Psyche und Darm
Dass sich Psyche und Körper gegenseitig in starkem Maße beeinflussen zeigt sich oft auch am Beispiel des Darms. ,Nach dem Gehirn findet sich im Darm die mit Abstand größte Anzahl von Nervenzellen im Körper (ca. 100 Millionen, das sind etwa 4 bis 5 mal mehr Neuronen als im Rückenmark), sodass heute manchmal bereits vom »Darmhirn« gesprochen wird. Interessanterweise verlaufen bis zu 90% der Nervenbahnen zwischen Verdauungstrakt und Gehirn nach »oben«, also zum Gehirn. Dort bestehen etwa enge Verknüpfungen zum Limbischen System, welches zentral für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist. Gleichzeitig ist der Darm intensiv mit dem Hormonsystem verbunden, welches vom Gehirn gesteuert wird. Dazu kommt das Immunsystem, das ebenfalls insbesondere beim Darm eine große Rolle spielt. Ca. 70% der Abwehrzellen befinden sich im Darm. In den letzten Jahren sind immer mehr dieser Zusammenhänge zutage getreten, sodass man heute von der Psycho-Neuro-Immunologie spricht und diese intensiv erforscht. Andersherum kann eine Darmerkrankung zu psychischen Belastungen führen. Andererseits sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen oft mit Depressionen vergesellschaftet, wobei sie u. a. die Lebensqualität so stark beeinträchtigen können, dass das Maß des Erträglichen bei vielen Betroffenen überschritten wird. Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma wirken sich sogar sowohl auf den Darm als auch auf die Psyche des Menschen aus. Bekannt sind der Reizmagen und der Reizdarm als definierte Störungen, die sehr häufig psychische Ursachen haben oder mit psychischen Krankheiten zusammen auftreten können. „Trotz des hohen Leidensdrucks fühlen sich Betroffene oft nicht ernst genommen“, weiß Prof. Dr. med. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, aus der Praxis zu berichten.

Behandlung
Eine effektive Diagnostik und Behandlung psychosomatisch bedingter Darmerkrankungen setzt eine Verzahnung der somatischen mit der psychiatrisch-psychotherapeutisch-neurologischen Medizin und ein möglichst individuelles, ganzheitliches Behandlungskonzept voraus. Um den Betroffenen gerecht werden zu können, ist es wichtig, dass neben körperlichen auch seelische Ursachen in Betracht gezogen werden und eine umfassende psychologische Begleitung erfolgt.

 


Ausgeglichen in den Wechseljahren

von: Marketingabteilung | Datum: 20. Februar 2018

Spezialsprechstunde des Früherkennungszentrums zur Diagnostik und Beratung in der Menopause

Die Mitte des Lebens und die natürliche Umstellung ihres Körpers erfahren Frauen sehr unterschiedlich. Psychische Störungen bis hin zu Depressionen sind in der Zeit der Menopause aber keine Seltenheit. Viele Frauen erleben in den Wechseljahren Gemütsschwankungen, Niedergeschlagenheit oder auch Ängstlichkeit. Eine einfühlsame Beratung tut dann oft Not. Mit dem vor einem Jahr eröffneten Früherkennungszentrum für psychische Störungen hat das Sigma-Zentrum Bad Säckingen eine Anlaufstelle geschaffen für alle, die einen diskreten Zugang zur Beratung im Bereich psychischen und psychosomatischen Unwohlseins suchen. Gerade bei Beschwerden in der Zeit der Menopause ist es wichtig, den Ursachen für die Beschwerden auf den Grund zu gehen und auszuschließen, dass über die normalen körperlichen Veränderungen hinaus eine ernstzunehmende somatische oder eine psychische Ursache vorliegt. Immer mehr Patientinnen nehmen die Kompetenz des in den Räumen einer Jugendstilvilla untergebrachten Kompetenzzentrums in Anspruch, in dem Fachärzte verschiedener Fachrichtungen für eine interdisziplinäre Diagnostik und die Bahnung von therapeutischen Schritten oder Überweisungen sorgen und Psychotherapeuten eine individuelle Beratung ermöglichen.

Frauen in den Wechseljahren leiden häufig an Stimmungsschwankungen. Neben psychischen Symptomen wie Traurigkeit, Angstgefühlen und Antriebslosigkeit stellen sich bei einer Depression auch körperliche Krankheitsanzeichen wie z. B. Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schlaf- oder Kreislaufprobleme ein. Dies kann eine normale und vorübergehende Erscheinung sein, es können aber auch behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Störungen zugrunde liegen. Um eine passende Therapie zu finden, muss zunächst differenzialdiagnostisch abgeklärt werden, ob es sich um typische allgemeine Beschwerden der Menopause handelt, ob eine körperliche Erkrankung vorliegt oder ob es sich um eine Depression handeln könnte. „Die Depression in den Wechseljahren ist eine Krankheit, die nicht einfach abgetan werden darf. Sie ist ernst zu nehmen und immer zu behandeln.“ betont der Ärztliche Direktor Professor Dr. med. Christoph Bielitz und ergänzt: „Zu Beginn kann meist noch sehr leicht und rasch geholfen werden. Treten entsprechende Beschwerden auf, ist es Zeit, sich Rat für Prävention oder eine Frühintervention zu holen; je früher, desto besser hilft dies effektiv, die Heilungsprognose bestmöglich zu gestalten“.

Die typischen Beschwerden der Wechseljahre sind nicht allein das Ergebnis der hormonellen Umstellung, die den weiblichen Zyklus einstellt und gynäkologische Störungen verursachen kann. Auch durch zahlreiche biochemische Veränderungen und Änderungen im Hirnstoffwechsel sowie durch psychosoziale Faktoren kommt oftmals das seelische Gleichgewicht aus den Fugen. Deshalb wird in der eigens eingerichteten Spezialsprechstunde die persönliche gesundheitliche und psychische Situation aufgenommen und gegebenenfalls die Abklärung körperlicher Ursachen angebahnt. Das Früherkennungszentrum ist bestimmt durch einen aus dem Sigma-Konzept abgeleiteten ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz, nach dem der Mensch in einer stetigen Wechselbeziehung von biologischen und sozialen Einflüssen, physikalischem Umfeld, seelischem und geistigem Erleben verstanden wird. Die Herangehensweise ist daher in jedem Fall höchstindividuell.

>>> Spezialsprechstunde


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