Kontakt
+49 7761 5566-0

Sofortkontakt:

+49 7761 5566-0

Früherkennungszentrum:

+49 761 1518713-0

Für Ärzte:

+49 7761 5566-300

Rückruf anfordern:

Gerne können Sie einen Rückruf anfordern. Geben Sie hier einfach Ihre Rufnummer ein und optional Ihren Namen.








 
Danke - wir werden uns bei Ihnen telefonisch melden
 
 
 
 
 
Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Home » Aktuelles

Alles nur Einbildung?

von: Marketingabteilung | Datum: 17. Februar 2021

Psychosomatische Erkrankungen werden gerne als Spinnerei abschätzig abgetan. Wir sprachen darüber mit Prof. Dr. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor im Sigma-Zentrum Bad Säckingen.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen in Deutschland ist aufgrund gesellschaftlicher und beruflicher Veränderungen seit Jahren angestiegen. Welche Rolle spielen dabei psychosomatische Erkrankungen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Man kann davon ausgehen, dass fast jeder Dritte einmal in seinem Leben an psychischen und/oder psychosomatischen Störungen erkrankt. Davon sind etwa 11 Prozent psychosomatische Störungen. Zur Behandlung setzt das Sigma-Zentrum Bad Säckingen auf ein multimodales und multiprofessionelles Therapiekonzept.“

Welches sind die häufigsten und in der Bevölkerung am meisten verbreiteten psychosomatischen Krankheitsbilder?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Das sind die schmerzhaften Erkrankungen des Muskel-, Bindegewebs- und Skelettapparates, speziell der Wirbelsäule, häufig assoziiert mit sogenannten Verspannungen und Spannungskopfschmerzen. Die hiermit verbundenen, zum Teil großflächig auf den ganzen Rücken projizierten Schmerzen können im Zusammenhang mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen dann zum Teil schwere Ausmaße annehmen.“

Mit welchem Therapiekonzept begegnet man diesen Erkrankungen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Psychische oder psychosoziale Faktoren sind in unterschiedlichem Ausmaß an der Auslösung oder Verschlimmerung solcher Erkrankungen bzw. ihrer Beschwerden beteiligt. Beim multimodal-multiprofessionellen Therapiekonzept ist es wichtig, neben einer guten Ausstattung im Bereich der Psychotherapie u. a. ein umfangreiches allgemeinmedizinisch-diagnostisches und körperlich-therapeutisches Angebot vorzuhalten. Im Sigma-Zentrum stehen u. a. erfahrene Allgemeinmediziner und Internisten zur Verfügung, die im Bedarfsfall z. B. mit den benachbarten Radiologen und dem benachbarten spezialisierten Schmerzzentrum intensiv zusammenarbeiten.“

Können Sie mehr zu diesem Therapiekonzept sagen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Das spezielle interdisziplinäre, multimodale Konzept des Sigma-Zentrums stellt für unsere Patientinnen und Patienten ein breit gefächertes therapeutisches Angebot sicher, etwa sowohl aus dem Bereich der Schmerztherapie wie der Schmerzpsychotherapie bis hin zur spezialisierten Körpertherapie, Bewegungstherapie und zum Biofeedback, das unbewusst ablaufende körperliche Vorgänge erlebbar und verstehbar macht. So können in diesen Fällen neben schulmedizinischen Verfahren auch komplementärmedizinische Ansätze verfolgt werden.“

Welche Rolle spielt dabei, dass sich Psyche und Körper gegenseitig in starkem Maße beeinflussen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Dieser Zusammenhang wird sehr schön sichtbar am Beispiel des Darms. Nach dem Gehirn findet sich im Darm die mit Abstand größte Anzahl von Nervenzellen im Körper. Interessanterweise verlaufen bis zu 90% der Nervenbahnen zwischen Verdauungstrakt und Gehirn nach »oben«, also zum Gehirn. Dort bestehen u. a. enge Verknüpfungen zum Limbischen System, welches zentral für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist, also über eine Schnittstelle, die unmittelbar mit den Darmnervenfasern interagieren kann. Gleichzeitig ist der Darm intensiv mit dem Hormonsystem verbunden, welches vom Gehirn gesteuert wird. Dazu kommt das Immunsystem, das ebenfalls insbesondere beim Darm eine große Rolle spielt.“

Was ist die Voraussetzung für eine effektive Diagnostik und Behandlung psychosomatisch bedingter Darmerkrankungen?

Prof. Dr. Christoph Bielitz: „Eine Verzahnung der somatischen mit der psychiatrisch- psychotherapeutisch-neurologischen Medizin und ein möglichst individuelles, ganzheitliches Behandlungskonzept. Dazu gehören falls erforderlich darmspezifische Medikamente, andererseits Psychotherapie und weitere, multimodale psychotherapeutisch wirksame Verfahren wie Entspannungstherapie, Kreativtherapie, Sport- und Bewegungstherapie u.a. Auch gezielt eingesetzte Psychopharmaka zeigen je nach Grunderkrankung oder Problematik eine gute Wirkung. Trotz des hohen Leidensdrucks fühlen sich Betroffene oft nicht ernst genommen. Um den Betroffenen gerecht werden zu können, ist es wichtig, dass neben körperlichen auch seelische Ursachen in Betracht gezogen werden und eine umfassende psychologische Begleitung erfolgt.“

Erschienen in OTC & Visite, Ausgabe November 2018


Sigma-Zentrum schafft zusätzliche Kapazitäten für Jugendliche

von: Marketingabteilung | Datum: 1. Februar 2021

Social Distancing, Homeschooling und eine ungewisse Zukunft: Pandemie und Lockdowns machen gerade Kindern und Jugendlichen schwer zu schaffen. Einer Studie zufolge leidet rund die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mittlerweile unter depressiven Symptomen; vor allem Essstörungen werden zu einem immer größeren Problem. Was seitens der Politik unbedingt vermieden werden sollte, ist nun in den ersten Psychiatrien traurige Wahrheit – Triage. In dem hier abrufbaren Beitrag des ORF wird am Beispiel des Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) beschrieben, an dem als eines der größten Krankenhäuser Europas die stationäre Aufnahme der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus allen Nähten platzt. Da es auch in Deutschland lange Wartelisten gibt, hat das Sigma-Zentrum für die Therapie von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren zusätzliche Kapazitäten geschaffen.

Die Leistungen des Sigma-Zentrums können Sie als Privatversicherter (PKV) oder Beihilfeberechtigter (Beamte) in Anspruch nehmen. Gesetzlich Versicherte können als Selbstzahler aufgenommen werden. Unsere Patientenadministration berät Sie gerne telefonisch in Versicherungs- und Beihilfefragen (Telefon +49 7761 5566-0). Zu Beginn Ihres Aufenthaltes oder schon im Voraus klären wir mit Ihrer Versicherung oder Ihrer Beihilfestelle alle Fragen zu Kosten und Erstattung, so dass Sie beruhigt die Therapie beginnen können. Bitte halten Sie für das Gespräch die Kenndaten Ihrer Beihilfestelle bzw. Ihrer Krankenversicherung bereit. Oder schreiben Sie uns eine Nachricht mit dem Kontaktaufnahmeformular. Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch bei der Vorbereitung Ihrer Anreise und der freundlichen Aufnahme im Klinikum.

Für einweisende Ärzte und Psychotherapeuten haben wir die Telefonnummer +49 7761 5566-300 reserviert, durch die Ihr Arzt direkt mit einem Fachkollegen verbunden wird.


Umstrittenes Sorgerecht-Urteil – Prof. Bielitz in seiner Tätigkeit als Gutachter

von: Marketingabteilung | Datum: 22. Januar 2021

Zu einem umstrittenen Sorgerecht-Urteil wurde die Expertenmeinung von Professor Dr. Christoph Bielitz in Anspruch genommen.

Als Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums ist Professor Bielitz auch als Gutachter in Baden-Württemberg (Kontakt: Sigma-Institut Freiburg) und Sachsen (Kontakt: b5-Privatpraxis in Leipzig) tätig.
Sein Credo: „Gründliches Aktenstudium, geduldige Untersuchung und exakte Darlegung führen zu Prägnanz, Nachvollziehbarkeit und Gerichtsfestigkeit.“

Prof. Bielitz ist ab 9:00min zu sehen.

Beitrag in der ARD-Mediathek ansehen >>>


Depressionen im Lockdown: Zeit, zu handeln

von: Marketingabteilung | Datum: 18. Januar 2021

Prof. Dr. Christoph Bielitz über Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Umstände des Corona-Jahres haben uns alle sehr in Anspruch genommen und sind ein Stress-Test für die Psyche; Depressiv Erkrankte leiden seit dem Frühjahr 2020 noch stärker unter den Corona-Maßnahmen als die Allgemeinbevölkerung. Vor dem Hintergrund der aus dem „Deutschland-Barometer Depression“ der Stiftung „Deutsche Depressionshilfe“ hervorgehenden deutlichen Zunahme psychosozialer Belastungen gilt es, die Patienten in der Praxis gezielt zu erkennen und zu behandeln. „Es sind vielfach ältere Menschen, Demenzkranke, gesundheitlich geschwächte Menschen, Menschen, die nicht selbstkritisch eine Situation reflektieren oder aber keinen Widerstand aufbieten können. Dazu gehören auch psychisch Kranke, Kinder und Menschen mit intellektuellen Schwierigkeiten“, so Professor Dr. Christoph Bielitz, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, eine der bundesweit größten Fachkliniken für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.

Anlaufstelle Früherkennungszentrum
Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat das Sigma-Zentrum das Sigma-Institut im Ärztehaus beim Freiburger Diakoniekrankenhaus (Wirthstraße 9) eröffnet und das Behandlungsspektrum erweitert: Schon in einem sehr frühen Stadium der Beeinträchtigung bietet der neu konzipierte Bereich der Individualprävention Selbstzahlern die Möglichkeit, von einer ganz auf die eigene Person und Situation fokussierten psychologischen Diagnostik und Beratung zu profitieren. Sollte im weiteren Verlauf eine psychosomatische und psychiatrische Abklärung erforderlich werden, bieten Früherkennungszentrum und Ambulanz für jeden privatversicherten Ratsuchenden und Patienten einen diskreten Zugang zu einer integrativen Beratung und Therapie. Mit diesem Stufenmodell trägt das Sigma-Institut der Tatsache Rechnung, dass die Grenzen von einfacher, vorübergehender und ernster psychischer Beeinträchtigung oft fließend sind. Für das Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie ergeben sich durch die Corona-Pandemie zum Teil sehr spezifische und komplexe Herausforderungen. Die Erfahrung des vergangenen Jahres hat gezeigt, dass psychische Erkrankungen bei vielen unserer Patienten in besonderem Maße mit Angst verbunden sind. Weiterführende Informationen und Kontakt: www.sigma-institut.de (Telefon: 0761 1518713-0,  info@sigma-institut.de).

Psychosoziale Folgen und Erkenntnisse der Corona-Pandemie
So wie dieses Virus ein kollektiver Stresstest für die Psyche jedes Einzelnen ist, so gilt dies auch für die Gesellschaft. Wir wissen schon jetzt, dass „Corona“ die Häufigkeit und Intensität psychischer Erkrankungen erhöht hat. Auch wenn wir in Zukunft hoffentlich reflektierter und bewusster leben werden, ist davon auszugehen, dass die aktuelle Belastung zunächst energiezehrend ist und viele Menschen ängstlich, depressiv, erschöpft und einsam werden lässt. Schon vor der Corona-Pandemie war eine deutliche Zunahme chronischen Schmerzstörungen, Erschöpfungszuständen und Depressionen  festzustellen. Es ist damit zu rechnen, dass in Zukunft auch Traumafolgestörungen, Ängste und Süchte (z. B. Alkohol- und Mediensucht) verstärkt auftreten. Es stellt sich immer mehr heraus, dass Authentizität eine außerordentlich hohe Bedeutung für die Gesundheit hat. Für mich persönlich gehört dazu auch die künstliche Trennung von „Work“ und „Life“ aufzuheben. Wenn wir Arbeitszeit als Lebenszeit begreifen, dann müssen wir auch nicht mehr einer „Work-Life Balance“ hinterherjagen. „Corona“ wird die Haltung zu Arbeit, Arbeitsprozessen, Kommunikation und Meetings verändern.In Bezug auf die Psychotherapie bedeutet Authentizität keine Sicherheit vorzutäuschen, wo keine ist. Schon der 1994 verstorbene Philosoph Sir Karl Raimund Popper kritisierte Theorien wie etwa den Marxismus und die Psychoanalyse, weil sie sich seiner Meinung nach gegen Einsprüche und Gegenargumente immunisierten. Gerade die moderne Psychotherapie lebt von der Falsifizierbarkeit (Widerlegung) der Hypothesen; es geht nicht um ewige Gültigkeit, sondern darum, Hypothesen wo nötig  zu verwerfen und sich so der Wahrheit zu nähern.

Krisen und Posttraumatischen Belastungsstörung  (PTBS)
Die Corona-Pandemie stellt vieles, was wir für selbstverständlich gehalten haben, in Frage. Emotionaler Stress, Traumata nach schwerer Erkrankung, können die Folgen sein. Auch wenn wir im Verlauf des Jahres auf Lockerungen der Corona-Auflagen hoffen dürfen, bedeutet dies nicht, dass unser Leben wieder so wie zuvor abläuft. Im Gegenteil – und gerade, wenn man selbst zu denjenigen zählt, die eine solche Infektion überstanden haben, kann die Psyche selbst danach im Ausnahmezustand sein. Patienten und deren Angehörige sehnen sich gleichermaßen zurück nach einem normalen Leben. Hier gilt: Aktiv zu bleiben hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben bzw. zu werden. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien fordert, er sich dem stellt, wird seine Aktivität zur Selbstwirksamkeit beitragen, was wiederum das psychische Wohlbefinden steigert. Gelingt das allein nicht, kann Psychotherapie helfen. Diese soll letztlich Akzeptanz der Umstände ermöglichen, Neubewertungen ermöglichen, Handlungsalternativen ausloten um dann angemessene Aktivitäten zu bahnen. Somit kann das sogenannte „Empowerment“ die Befähigung zur guten Selbstwirksamkeit bei wiederbelebten persönlichen Ressourcen neu erlernt werden.

Ausblick
Überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund. Bei der Behandlung von Krisenfolgen oder Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das Geschehene zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Die Prognose zur Heilung psychischer Erkrankungen ist besser, je früher diese erkannt und professionell behandelt werden.

Weiterführende Informationen und Kontakt:
www.sigma-zentrum.de (Telefon: 07761 5566-0,  info@sigma-zentrum.de).

Hier ist das SWR Radio-Interview (10/2020) mit Prof. Bielitz zum Thema „Ängste in Zeiten von Corona“ abrufbar.

Hier ist das Baden.fm-Video-Interview (05/2020) mit Prof. Bielitz zum Thema „Corona im Alltag“ abrufbar.


Weihnachten bringt Freud und Leid

von: Marketingabteilung | Datum: 7. Dezember 2020

Wegen des wegweisenden methodenintegrativen Konzeptes mit einer Vielzahl medizinischer und fachtherapeutischer Verfahren wird das Sigma-Zentrum von Patienten aus ganz Deutschland aufgesucht. Gerade in der Zeit vor und um Weihnachten sowie Silvester ist die Klinik besonders gefragt. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Für viele Menschen ist Weihnachten eher ein Fest der unerfüllten Hoffnungen und Wünsche. Manche haben gar Angst vor den Festtagen. Woran liegt das?
Aus psychotherapeutischer Sicht ist die Weihnachtszeit vor allem Stress. Nicht nur die Zeit der Liebe, der Hoffnung und des Lichts bricht an. Statt Stille und Familienidylle, erleben viele eine Zeit der Maximalbelastung mit Krise. Der Weihnachtsfriede stellt sich nicht überall ein, stattdessen eskaliert um Weihnachten oft ein Streit.

Zu Weihnachten werden Ängste und Einsamkeit besonders bedrückend erlebt. Welche Gründe gibt es dafür?
Das Fest der Hoffnung und des Lichts fällt in die Zeit des zu Ende gehenden Jahres, in der erfahrungsgemäß möglichst viel erledigt werden muss, sei es verordnet oder selbst so gewollt. Schon das stresst. Parallel werden unerfüllte Hoffnungen und Wünsche deutlich. Menschliche Grundbedürfnisse wie Ruhe, liebevolle Zuwendung, Geborgenheit, emotionale Nähe und Angenommensein werden aktiviert. Die Realität ist aber oft eine ganz andere: Zeitmangel, Trennungen oder belastende Familienverhältnisse sind häufig. Die Fähigkeit, sich selbst und anderen gegenüber einfühlsam zu sein, geht im hektischen Treiben unter. Es fehlt die Kraft, sich einander liebevoll zuzuwenden und Konflikte miteinander wohlwollend auszutragen. Gleichzeitig halten sich romantisierte Erwartungen von einer Idylle oder starre Rituale ohne Freiraum für persönliche Bedürfnisse äußerst hartnäckig. Zudem ist das Jahresende eine Zäsur, über den Jahresverlauf Bilanz zu ziehen, nicht nur steuerlich. Das geht nicht selten mit Frustrationen, Problemen und Sorgen einher. Aufgestaute Aggression entlädt sich. Zur Eskalation ist es dann nur noch ein kurzer Schritt.

Hinzu kommen vermutlich auch saisonale Phänomene in der dunklen Jahreszeit. Wie kann man dem eigentlich Unvermeidlichen vorbauen?
Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Schon Goethe wusste um den Zusammenhang. Viele Menschen, denen das Phänomen bewusst ist, verreisen und machen Urlaub im Licht sozusagen. Wer nicht reisen kann, dem bleibt nur der Aufenthalt im Freien oder eben Lichttherapie mit medizinischen Lichtquellen, wenn sie verordnet ist.

Und das gemeinsame Fest hilft dann genauso wenig wie eine Reise, wenn die Beziehung ohnehin kriselt?
Oft ist das so. Es kann aber auch gut gehen, wenn man sich dessen bewusst ist, dass überzogene Harmonieerwartungen an Weihnachten oft enttäuscht werden. Enttäuschungen kommen indes immer wieder vor. Es stellt sich somit die Frage nach dem eigenen Festentwurf. Wie kann ich feiern, sodass es für mich und meine Familie feierlich und wohltuend ist? Wer sollte dabei sein, wer besser nicht? Schwieriger ist das für Menschen, die einsam sind und somit Angst vor der Stille und dem Vergleich zu anderen, scheinbar fröhlich Feierenden haben.

Wenn Selbsthilfe nicht genügt: Was kann das Sigma-Zentrum etwa mit seinem Früherkennungszentrum beitragen?
Bleibt der Weihnachtsfriede trotz achtsamer Vorbereitung und ehrlicher Auseinandersetzung mit sich selbst dennoch gänzlich aus bzw. eskalieren die Situationen, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Angst und Depression um sich greifen. Dafür gibt es psychosoziale Notdienste und Beratungsstellen. Auch das Sigma-Früherkennungszentrum in Bad Säckingen steht parat. Hier nimmt man sich auch gerade in der gefühlsbeladenen Zeit vor Weihnachten und um Silvester Zeit für die Seele.

>>> Information für Einweiser


Saisonale Depression

von: Marketingabteilung | Datum: 18. November 2020

Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst und Winter nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Viele Menschen erleben die dunkle Jahreszeit als sehr belastend. Woran erkennt man eine saisonale Depression?
Die Symptome kommen meist schleichend und zeigen sich individuell unterschiedlich. Oft beginnt es mit Erschöpfung, Konzentrations- und Antriebsstörungen, Grübeln, Sinnlosigkeitserleben, Lustlosigkeit und mentaler Schwäche. Wenn eine saisonale Depression besteht, wiederholt sich diese in den lichtärmeren Jahreszeiten. Sie schleicht sich sozusagen alljährlich ein. Typisch sind hier Energieverlust, erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger auf Süßes, Gewichtszunahme.

Unabhängig von der Jahreszeit steigt die Anzahl der psychischen Erkrankungen seit Jahren an. Was raten Sie Betroffenen?
Es scheint umstritten, ob die Häufigkeit tatsächlich zunimmt oder besser diagnostiziert wird. Wichtig ist, sich einzugestehen, dass etwas nicht im Lot ist, dann darüber mit Vertrauenspersonen zu sprechen und den Kontakt zum Arzt nicht zu scheuen. Früherkennung verhindert Verschlimmerung und Chronifizierung. Keineswegs muss jeder therapiert werden, mitunter reichen Auszeiten, z.B. Urlaub oder ein gesünderer Tages- und Wochenrhythmus.

Wenn dies nicht reicht, wie findet man die richtige Therapie?
Der Hausarzt sollte an einen Facharzt für Psychiatrie und / oder Psychotherapie überweisen. Dieser sollte dann gezielt befragen, ob Symptome für eine saisonale Depression vorliegen könnten. Leider wird das gelegentlich übersehen. Es gibt auch Verläufe, bei denen man von saisonalen Depressionsanteilen ausgeht. Wenn man das übersieht, ist das nachteilig für den gelingenden Therapieplan.

Wie behandelt man saisonale Depressionen?
Zunächst wird man die Leitlinien der Depressionsbehandlung auch hier anwenden, also psychopharmakologisch, Psychotherapie, Bewegungstherapie und andere Verfahren. Zudem gibt es die Lichttherapie. Es gibt hierfür spezielle Lichtquellen, die nach dem Medizinproduktegesetz zulässig sind für Behandlung von Depressionen. Dieses Verfahren soll morgens angewendet werden. Es kommt in Kliniken und Praxen zum Einsatz, es gibt aber auch Kleingeräte für den Hausgebrauch.

Die Lichttherapie wirkt stimulierend auf Bereiche des Nervensystems, die für den Schlaf-Wachrhythmus und die Aktivierung des Organismus zuständig sind. Es leuchtet auch Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein, dass Licht hilfreich sein kann. Manche Patienten sprechen hervorragend auf diese Therapieform an. Chronisch saisonal Depressive sind gut beraten, wenn sie schon im September beginnen, die Lichttherapie prophylaktisch einzusetzen, damit sie gar nicht erst depressiv werden.

Wie geht Ihre Klinik dabei vor?
Betreut von einem interdisziplinären Team, zusammengesetzt aus Medizinern, Psychiatern, Psychosomatikern, Psychotherapeuten und Fachtherapeuten wird der Patient in seinem Erkenntnisprozess, der womöglich Problemfelder aufdeckt, begleitet. Einfache ´Patentlösungen´ gibt es nicht. Es gilt, in einem ganzheitlichen Zusammenhang körperlicher Prozesse, besonders die Symptome, als „nonverbale Sprache des Körpers“ zu verstehen. Bei saisonal Depressiven ist Lichttherapie nur ein Baustein.


Ängste in Zeiten von Corona

von: Marketingabteilung | Datum: 19. Oktober 2020

Prof. Bielitz im Interview mit dem SWR4.
Es handelt sich um eine Profuktion des Südwestrundfunks.


Naturheilkunde in der Psychiatrie

von: Marketingabteilung | Datum: 8. Oktober 2020

Johanniskraut hilft bei Depressionen, Lavendelextrakt in Kombination mit Johanniskraut wird bei ängstlichen und depressiven Symptomen eingesetzt.
Prof. Bielitz im Interview über Naturheilkunde in der Psychiatrie mit Das neue Radio Seefunk.

Weitere interessante Radiobeiträge der Rubrik „Zeit für die Seele“ finden Sie hier oder immer mittwochs zwischen 14:30 und 15:00 Uhr bei Das neue Radio Seefunk.


Pferdegestützte Therapie im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 17. September 2020

Helena Kundel, Fachtherapeutin für pferdegestützte Therapie im Sigma-Zentrum, im Interview mit dem Radio Seefunk

Welche Ziele mit Pferdegestützter Therapie verfolgt werden und weitere Fragen zum diesem Thema beantwortet Helena Kundel im Interview mit Das neue Radio Seefunk!

Weitere interessante Radiobeiträge der Rubrik „Zeit für die Seele“ finden Sie hier oder immer mittwochs zwischen 14:30 und 15:00 Uhr bei Das neue Radio Seefunk.


Wenn die Krise im Kopf ankommt

von: Marketingabteilung | Datum: 7. September 2020

Die Corona-Pandemie stellt vieles, was wir für selbstverständlich gehalten haben, in Frage. Emotionaler Stress, gar Traumata, können die Folgen sein.

Auch, wenn wir uns nun in der Zeit der Lockerungen der Corona-Auflagen befinden, bedeutet dies nicht, dass unser Leben wieder so wie zuvor abläuft. Im Gegenteil. Und gerade, wenn man selbst zu denjenigen zählt, die eine solche Infektion überstanden haben, ist die Psyche auch danach im Ausnahmezustand. Wir sprachen darüber mit Prof. Dr. Christoph Bielitz, dem Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums in Bad Säckingen.

Wie verarbeiten ehemalige Patienten diese Post-Corona-Zeit?
Patienten, die eine schwere Corona-Infektion überstanden haben und deren Angehörige sehnen sich zurück nach einem normalen Leben. Viele Menschen erleben Symptome, die denen von Traumata ähneln. Jetzt in die Aktion zu gehen, hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungsund Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Vor einer Trauma- Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Also eine posttraumatische Belastungsstörung? Erläutern Sie uns diese doch bitte.
Bei einer »Posttraumatischen Belastungsstörung « (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur
Erinnerung.

Was macht das mit uns, mit unserer Psyche?
Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten. Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang »jetzt« (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst.

Das klingt alles andere als leicht für ehemalige Corona-Patienten.
Ja, denn überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund. Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Daher bieten wir im Sigma-Institut im neuen Ärztehaus beim Diakoniekrankenhaus in Freiburg mit Ambulanz, Früherkennungszentrum und Spezialsprechstunden für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden an.


1 2 3 6

Download Broschüre