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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Saisonale Depression

von: Marketingabteilung | Datum: 18. November 2020

Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst und Winter nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Viele Menschen erleben die dunkle Jahreszeit als sehr belastend. Woran erkennt man eine saisonale Depression?
Die Symptome kommen meist schleichend und zeigen sich individuell unterschiedlich. Oft beginnt es mit Erschöpfung, Konzentrations- und Antriebsstörungen, Grübeln, Sinnlosigkeitserleben, Lustlosigkeit und mentaler Schwäche. Wenn eine saisonale Depression besteht, wiederholt sich diese in den lichtärmeren Jahreszeiten. Sie schleicht sich sozusagen alljährlich ein. Typisch sind hier Energieverlust, erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger auf Süßes, Gewichtszunahme.

Unabhängig von der Jahreszeit steigt die Anzahl der psychischen Erkrankungen seit Jahren an. Was raten Sie Betroffenen?
Es scheint umstritten, ob die Häufigkeit tatsächlich zunimmt oder besser diagnostiziert wird. Wichtig ist, sich einzugestehen, dass etwas nicht im Lot ist, dann darüber mit Vertrauenspersonen zu sprechen und den Kontakt zum Arzt nicht zu scheuen. Früherkennung verhindert Verschlimmerung und Chronifizierung. Keineswegs muss jeder therapiert werden, mitunter reichen Auszeiten, z.B. Urlaub oder ein gesünderer Tages- und Wochenrhythmus.

Wenn dies nicht reicht, wie findet man die richtige Therapie?
Der Hausarzt sollte an einen Facharzt für Psychiatrie und / oder Psychotherapie überweisen. Dieser sollte dann gezielt befragen, ob Symptome für eine saisonale Depression vorliegen könnten. Leider wird das gelegentlich übersehen. Es gibt auch Verläufe, bei denen man von saisonalen Depressionsanteilen ausgeht. Wenn man das übersieht, ist das nachteilig für den gelingenden Therapieplan.

Wie behandelt man saisonale Depressionen?
Zunächst wird man die Leitlinien der Depressionsbehandlung auch hier anwenden, also psychopharmakologisch, Psychotherapie, Bewegungstherapie und andere Verfahren. Zudem gibt es die Lichttherapie. Es gibt hierfür spezielle Lichtquellen, die nach dem Medizinproduktegesetz zulässig sind für Behandlung von Depressionen. Dieses Verfahren soll morgens angewendet werden. Es kommt in Kliniken und Praxen zum Einsatz, es gibt aber auch Kleingeräte für den Hausgebrauch.

Die Lichttherapie wirkt stimulierend auf Bereiche des Nervensystems, die für den Schlaf-Wachrhythmus und die Aktivierung des Organismus zuständig sind. Es leuchtet auch Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein, dass Licht hilfreich sein kann. Manche Patienten sprechen hervorragend auf diese Therapieform an. Chronisch saisonal Depressive sind gut beraten, wenn sie schon im September beginnen, die Lichttherapie prophylaktisch einzusetzen, damit sie gar nicht erst depressiv werden.

Wie geht Ihre Klinik dabei vor?
Betreut von einem interdisziplinären Team, zusammengesetzt aus Medizinern, Psychiatern, Psychosomatikern, Psychotherapeuten und Fachtherapeuten wird der Patient in seinem Erkenntnisprozess, der womöglich Problemfelder aufdeckt, begleitet. Einfache ´Patentlösungen´ gibt es nicht. Es gilt, in einem ganzheitlichen Zusammenhang körperlicher Prozesse, besonders die Symptome, als „nonverbale Sprache des Körpers“ zu verstehen. Bei saisonal Depressiven ist Lichttherapie nur ein Baustein.


Ängste in Zeiten von Corona

von: Marketingabteilung | Datum: 19. Oktober 2020

Prof. Bielitz im Interview mit dem SWR4


Naturheilkunde in der Psychiatrie

von: Marketingabteilung | Datum: 8. Oktober 2020

Johanniskraut hilft bei Depressionen, Lavendelextrakt in Kombination mit Johanniskraut wird bei ängstlichen und depressiven Symptomen eingesetzt.
Prof. Bielitz im Interview über Naturheilkunde in der Psychiatrie mit Das neue Radio Seefunk.

Weitere interessante Radiobeiträge der Rubrik „Zeit für die Seele“ finden Sie hier oder immer mittwochs zwischen 14:30 und 15:00 Uhr bei Das neue Radio Seefunk.


Pferdegestützte Therapie im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 17. September 2020

Helena Kundel, Fachtherapeutin für pferdegestützte Therapie im Sigma-Zentrum, im Interview mit dem Radio Seefunk

Welche Ziele mit Pferdegestützter Therapie verfolgt werden und weitere Fragen zum diesem Thema beantwortet Helena Kundel im Interview mit Das neue Radio Seefunk!

Weitere interessante Radiobeiträge der Rubrik „Zeit für die Seele“ finden Sie hier oder immer mittwochs zwischen 14:30 und 15:00 Uhr bei Das neue Radio Seefunk.


Wenn die Krise im Kopf ankommt

von: Marketingabteilung | Datum: 7. September 2020

Die Corona-Pandemie stellt vieles, was wir für selbstverständlich gehalten haben, in Frage. Emotionaler Stress, gar Traumata, können die Folgen sein.

Auch, wenn wir uns nun in der Zeit der Lockerungen der Corona-Auflagen befinden, bedeutet dies nicht, dass unser Leben wieder so wie zuvor abläuft. Im Gegenteil. Und gerade, wenn man selbst zu denjenigen zählt, die eine solche Infektion überstanden haben, ist die Psyche auch danach im Ausnahmezustand. Wir sprachen darüber mit Prof. Dr. Christoph Bielitz, dem Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums in Bad Säckingen.

Wie verarbeiten ehemalige Patienten diese Post-Corona-Zeit?
Patienten, die eine schwere Corona-Infektion überstanden haben und deren Angehörige sehnen sich zurück nach einem normalen Leben. Viele Menschen erleben Symptome, die denen von Traumata ähneln. Jetzt in die Aktion zu gehen, hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungsund Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Vor einer Trauma- Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Also eine posttraumatische Belastungsstörung? Erläutern Sie uns diese doch bitte.
Bei einer »Posttraumatischen Belastungsstörung « (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur
Erinnerung.

Was macht das mit uns, mit unserer Psyche?
Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten. Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang »jetzt« (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst.

Das klingt alles andere als leicht für ehemalige Corona-Patienten.
Ja, denn überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund. Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Daher bieten wir im Sigma-Institut im neuen Ärztehaus beim Diakoniekrankenhaus in Freiburg mit Ambulanz, Früherkennungszentrum und Spezialsprechstunden für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden an.


Behandlung von Traumafolgestörungen

von: Marketingabteilung | Datum: 11. August 2020

Die schonende Behandlung von Traumafolgestörungen ist ein Schwerpunkt unserer stationären Behandlung, insbesondere für

  • posttraumatische Belastungsstörung im weitesten Sinne
  • komplexe posttraumatische Belastungsstörung
  • traumainduzierte
    • Angststörungen
    • Depressionen
    • Somatisierungsstörungen
    • chronische Schmerzstörungen
  • Traumafolgestörungen
    • nach körperlichen Erkrankungen und medizinischen Eingriffen
    • nach lebensbedrohlichen
    • Erkrankungen, intensivmedizinischen Behandlungen oder Eingriffen im Zusammenhang mit Hilflosigkeitserleben
    • traumatisierte Angehörige lebensbedrohlich und chronisch Erkrankter

Fallvignetten:

Eine 50-jährige Krankenschwester erlebt 1993 als unschuldig Beteiligte einen Verkehrsunfall, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Sie denke
ständig an den Unfall, welcher vor ihr ablaufe wie ein Film, „als ob sich in meinem Kopf eine Videokassette befindet, die ich nicht abstellen kann“. Durch den Unfall sei etwas in ihr zerbrochen, „ist etwas kaputt gegangen, so kaputt wie mein Auto“. Sie kann ihre berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben, da die Konfrontation mit Schmerz, Leiden oder gar Tod für sie unerträglich ist, und sie wird berentet.

Der 50-jährige Postbeamte wird 1997 in seiner Postfiliale überfallen. Ein Mann bedroht ihn mit einer Pistole und nötigt ihn, den Tresor zu öffnen und das ganze Geld herauszugeben. Der Postbeamte, der zuvor nicht wusste, was Angst ist, erlebt intensive Angstzustände. Er kann anfangs nicht mehr alleine sein, kann nur unter höchster Anspannung seinen Beruf ausüben. Da er nicht versetzt werden kann, entscheidet er schweren Herzens, die Pensionierung zu beantragen.

Der 60-jährige Direktor entwickelt Angstzustände in kleinen Räumen. Als Ursache stellt sich eine Mandeloperation im Kindesalter heraus, bei der er zu wenig Narkosemittel erhalten hatte und von mehreren Krankenschwestern festgehalten worden war. Nach der Traumabehandlung hat er keine Angstzustände mehr.

Als Therapieziel nennen die Patienten fast alle: „Ich möchte wieder genauso
werden, wie ich einmal war!“. Dies ist aber nicht möglich. Das Erlebnis eines Traumas verändert den Menschen. Er kann daran zerbrechen, aber auch daran reifen. Damit Patienten wieder ein symptomfreies Leben führen und an einem Trauma in ihrer Persönlichkeit reifen können, bieten wir einige schonende Behandlungsmöglichkeiten an.

Am Anfang steht die Diagnostik
Viele Patienten werden zu uns eingewiesen wegen einer Depression, Angststörung, Somatisierungsstörung oder chronischen Schmerzstörung. Aufgrund der klinischen Diagnostik, spezieller Tests und Interviews stellt sich dann oft erst heraus, dass die führende Diagnose eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist und dass sich die anderen Erkrankungen infolge der PTBS entwickelt haben. Nicht wenige Patienten wurden zuvor in anderen Kliniken behandelt, und die PTBS war nicht diagnostiziert oder nicht leitliniengemäß behandelt worden.

Behandlungskonzept:

Unser Behandlungskonzept beinhaltet zwei bis drei 50-minütige Einzelgespräche pro Woche und darüber hinaus

  • wöchentlich mindestens eine Sitzung intensiver Körperpsychotherapie
  • die Teilnahme an der speziellen Stabilisierungsgruppe
  • fakultativ die Teilnahme an
    • Gestaltungstherapie
    • Musiktherapie
    • Tanz- und Bewegungstherapie
    • pferdegestützter Therapie
    • Entspannungsverfahren
    • u. a. m.

Stabilisierungsgruppe

Die therapeutische Stabilisierungsgruppe hat als Schwerpunkte u. a.:

  • Ausführliche Psychoedukation unter Berücksichtigung neurobiologischer Erkenntnisse:
    • Posttraumatische Stresssymptome
      • u. a. ständige Alarmstimmung
      • permanentes Gefühl der Gefahr
      • Reizbarkeit und körperlicher
      • Erregung
    • … sollen als normale Reaktionen auf ein abnormales Erlebnis verstanden werden
  • Ressourcenaktivierung
  • Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit Angst, Depression oder Dissoziation
  • Fertigkeitentraining im Umgang mit innerer Anspannung, u. a. Erstellen eines Notfallkoffers und Erstellen eines Krisenplans
  • Vermittlung von Techniken zur Selbstberuhigung, u. a. durch Üben von Imaginations- und Achtsamkeitsübungen
  • Arbeit mit dem Inneren Kind, Anleitung zur Versorgung verletzter jüngerer Anteile
  • Zusammenhang zwischen Trauma und Schmerz
  • Trauma und Trauer, Anleitung zu heilsamer Trauerarbeit

Traumabearbeitung

Zur Traumabearbeitung kommen folgende traumaspezifische Techniken zum Einsatz:

  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) (modifiziert nach F. Shapiro)
  • Constant Installation of Present Orientation and Safety (CIPOS)
  • Narrative Expositionstherapie (NET)
  • Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) (modifiziert nach M. Smucker)
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) (modifiziert nach Luise Reddemann)
  • Symbolarbeit (modifiziert nach M. & G. Wollschläger)
  • Somatic Experiencing®

Wir legen Wert auf eine schonende Behandlung, welche vielen, teils über Jahre leidenden Patienten neue Hoffnung und sinnvolle Lebensperspektiven eröffnen kann.


Wir achten auf eine leitliniengerechte Behandlung, die dem neuesten Fachstandard entspricht. Die Therapeuten werden durch die entsprechenden Fortbildungen geschult. Jede Woche findet ein internes Treffen statt, bei dem wir uns über die bestmöglichen Behandlungsmaßnahmen der entsprechenden Traumapatienten austauschen. Regelmäßig findet eine externe traumaadaptierte Fallsupervision bei einer Traumaspezialistin statt.


Dr. med. Maria Geisler
Funktionsoberärztin


Podcast Psychische Gesundheit

von: Marketingabteilung | Datum: 8. Juli 2020

Gerne stellen wir Ihnen die Interviews der Reihe „Leben auf der Überholspur“ von baden.fm als Audio-Podcasts auf den folgenden Podcast-Plattformen zur Verfügung:

Oder hören Sie direkt hier in die bereits ausgestrahlten Audios rein:

Wie belastend ist regelmäßiges Berufspendeln?

Wie bringen wir Arbeit und Familie unter einen Hut?

Wie soll ich mit Schlafstörungen umgehen?

Was hält uns im Leben am häufigsten auf? Richtig, die Angst.

Wie gehen wir am Besten mit Frustration im Alltag um?

Einsam unterm Tannenbaum

Pflege von Angehörigen

Abhängigkeiten: Rauchen, Alkohol, Essen, Drogen

Corona im Alltag?

Häusliche Gewalt


Sigma-Institut bietet Anlaufstelle für „Post-Corona-Patienten“

von: Marketingabteilung | Datum: 24. Juni 2020

Emotionale Wunden heilen
Sigma-Institut bietet Anlaufstelle für „Post-Corona-Patienten“

Patienten, die eine schwere Corona-Infektion überstanden haben, und deren Angehörige sehnen sich zurück nach einem normalen Leben. Viele Menschen erleben Symptome, die denen von Traumata ähneln. Jetzt in die Aktion zu gehen hilft in Krisenzeiten psychisch halbwegs gesund zu bleiben. Denn wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Vor einer Trauma-Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Bei einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“ (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur Erinnerung.

Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten. Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang „jetzt“ (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst. „Überlebt heißt nicht überstanden und genesen ist nicht gesund“, erläutert Professor Dr. Christoph Bielitz, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen und ergänzt: „Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann. Mit der Einrichtung des Sigma-Instituts im neuen Ärztehaus (Wirthstraße 9) beim Diakoniekrankenhaus hat das Sigma-Zentrum auf die immer größere Nachfrage aus dem Raum Freiburg reagiert. Ambulanz, Früherkennungszentrum und Spezialsprechstunden bieten für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden.

Weiterführende Informationen und Kontakt: www.sigma-institut.de (Telefon: 0761 / 15 18 713 – 0, E-Mail).


Prof. Bielitz im Interview: Informationen zur Corona-Krise

von: Marketingabteilung | Datum: 23. April 2020

Der Geschäftsführende Ärztliche Direktor gibt Einblicke, wie das Sigma-Zentrum mit der aktuellen Situation umgeht, welchen Beitrag die Klinik leistet und welche Folgen und Chancen er im Gesundheitswesen für die Zukunft sieht.

 

Hinweis:
Das Sigma-Zentrum ist als Versorger bei #pflegereserve der Bertelsmann Stiftung registriert. Durch die Covid-19-Pandemie kann es zu Engpässen in der Gesundheitsversorgung und Pflege in Deutschland kommen. Teils gibt es diese schon jetzt, an vielen Stellen deuten sie sich an. #pflegereserve möchte dazu beitragen, die Engpässe zu reduzieren.


Zwangserkrankungen

von: Marketingabteilung | Datum: 22. April 2020

Wenn die Herdplatte zur Plage wird, dann ist dies ein Indiz für eine Zwangsstörung. Diese sind verbreiteter, als gedacht.

Zwangsstörungen – durch Hollywood- Filme wie „Besser geht’s nicht“ oder „Aviator“ ist dieser Begriff schon lange von der Couch des Psychiaters auf die Fernsehcouch unserer Wohnzimmer umgezogen. Betroffene können durch ihre Störung im wahrsten Sinne des Wortes „gezwungen“ sein, bis zu hundert Mal am Tag Herdplatten, Türschlösser, Gashähne oder Aschenbecher zu kontrollieren. Manche verbringen Stunden damit, Gegenstände wie Bücher, Kleidung oder Nahrungsmittel nach genauen Regeln präzise anzuordnen. Andere können an bestimmten Gegenständen wie z. B. Straßenlaternen nicht vorbeigehen, ohne sie anzufassen, wieder andere können bestimmte Gegenstände wie Türklinken niemals anfassen, und wenn, dann nur mit Gummihandschuhen. Diese Handlungen zu unterlassen, bedeutet für einen Betroffenen, unerträgliche Angstzustände aushalten zu müssen. Denn die Definition eines Zwangs ist – im Gegensatz zu beispielsweise wahnhaftem Verhalten – dass der Betroffene die Zwänge selbst als unsinnig und unangenehm erlebt, ihnen aber nicht widerstehen kann. Das macht diesen Zustand umso qualvoller.

Was tun, wenn ich selbst betroffen bin?
Wer zu den 3,8 % der Deutschen gehört, die an einer Zwangserkrankung leiden, muss nicht daran verzweifeln: Bundesweit gibt es ca. 17.000 Praxen von Psychotherapeuten und ca. 2.600 psychiatrische Kliniken. Diese sind verbreiteter, als gedacht. Im Wandel der Zeit sind psychische Krankheiten von einem Dasein hinter geschlossenen Türen längst schon in die Welt der Hochglanzmagazine vorgedrungen. Hollywood-Ikonen wie Charlize Theron thematisieren öffentlich ihre Zwangsstörung, David Beckham erzählt in Interviews, dass er es nicht aushält, wenn Gegenstände in ungerader Anzahl vorliegen. Was einst ein tabuisierter Makel war, ist heute im Auge der Öffentlichkeit zu einem Feature geworden, das der Popularität Menschlichkeit hinzufügt. Auch im Bekanntenkreis wird mittlerweile nicht nur mit Selfies vom Infinity-Pool des letzten Bali-Urlaubs geprahlt oder mit glänzenden Augen von Outdoor-Abenteuern der letzten Backpack-Reise in Neuseeland erzählt. Längst haben der Speiseplan der letzten Privatklinik, die intensiven Erfahrungen mit den Therapiegruppenmitgliedern oder die Frisur des attraktiven Therapeuten bisweilen die ehemals üblichen Gesprächsthemen abgelöst. Offensichtlich ist festzustellen, dass es nicht mehr mit den gleichen gesellschaftlichen Vorurteilen wie vor 20 Jahren behaftet ist, sich Hilfe zu holen. Bleibt die Frage: Wie sieht die Hilfe aus, die ich mir holen kann?

Was aber wirkt nun gegen Zwänge?
Escitalopram, Sertralin, Paroxetin oder Fluoxetin: Diese sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sind im eigentlichen Sinne Antidepressiva, entfalten aber durch ihren Einfluss auf hirneigene Botenstoffe auch eine Wirkung gegen Zwänge. Noch immer sind starke Vorurteile gegenüber Psychopharmaka in unserer Gesellschaft verankert. Ängste vor Nebenwirkungen oder vor Abhängigkeit werden durch das ohnehin schon verbreitete Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie noch geschürt. Dabei gelten vor allem SSRI der zweiten Generation als besonders nebenwirkungsarm und werden daher nicht ohne Grund zu den sogenannten „Clean Drugs“ gezählt. Ebenso ist bei diesen die Abhängigkeitsgefahr reiner Mythos; SSRI greifen in das serotonerge System des Hirnstoffwechsels ein, haben dadurch keinen Einfluss auf das Belohnungszentrum des Gehirns. Letzteres ist für eine Suchtentwicklung unabdingbar. Deshalb machen Antidepressiva nicht abhängig, weder körperlich noch psychisch.

Multimodales Vorgehen
Auch das Argument, dass man mit Tabletten die eigene Persönlichkeit auf unnatürliche Weise verändere, ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Mensch, der sich ein Bein bricht, verzichtet auch nicht auf den Gips, weil dieser nicht natürlicherweise im Körper vorkommt. SSRI haben dem Gips aber voraus, dass sie dem Körper keinen Botenstoff hinzufügen, sondern so wirken, dass sie die hirneigenen Botenstoffe wieder aktivieren. Wer dennoch skeptisch bleibt und eine medikamentöse Behandlung lieber vermeiden möchte, hat trotzdem weitere mögliche Therapieoptionen. Im Sigma-Zentrum Bad Säckingen, einer Privatklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, wird einem multimodalen, interdisziplinären Ansatz Rechnung getragen. Neben der oben genannten Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung bietet die Klinik eine Bandbreite an kreativen und körperorientierten Therapieverfahren an. Die dort vertretene Grundhaltung, dass nicht die Krankheit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht, kann ein wichtiges Fundament zur Reaktivierung eigener Ressourcen des Betroffenen bedeuten. Letzten Endes ist jedes therapeutische Bestreben darauf ausgerichtet, dass Menschen ihren eigenen Weg wiederfinden, den sie mit ihren eigenen Füßen gehen. Auf die Bewältigung einer Zwangsstörung übertragen, bedeutet dies die Rückeroberung eines wichtigen Stücks eigener Freiheit. Um es mit Jean-Jacques Rousseaus Worten abzuschließen: Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.


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