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Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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So wird die Weihnachtszeit stressfrei

von: Marketingabteilung | Datum: 6. Dezember 2019

Christoph Bielitz, der ärztliche Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, erklärt, wie der Advent und Weihnachten viel entspannter sein können. Hohe Erwartungen an ein perfektes Fest schaffen demnach unnötigen Druck.

Weihnachten ist ein Fest, mit dem in vielerlei Hinsicht hohe Erwartungen verknüpft sind. Es steht sinnbildlich für familiäre Idylle, Besinnlichkeit und Ruhe. Es ist das Fest des Schenkens und Beschenktwerdens. Viele Menschen fühlen sich jedoch in dieser Zeit des Jahres besonders gestresst und empfinden die Weihnachtszeit alles andere als beschaulich. Warum ist das so, und was lässt sich dagegen tun? Wir haben mit dem ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen, Christoph Bielitz, gesprochen.

„Stress ist ein subjektives Empfinden. Wir machen uns oft selbst den Druck, es allen Recht zu machen und die Feierlichkeiten harmonisch gestalten zu wollen“, lautet seine These. Vor allem der „Was wäre, wenn…“-Gedanke sei bei vielen Menschen in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten allgegenwärtig und sei laut dem Experten für viele Probleme verantwortlich: „Was ist, wenn mein Geschenk nicht gefällt?“ oder: „Was ist, wenn das Festtagsessen nicht so wird, wie ich mir das vorstelle?“ seien dabei gängige Fragen, die Menschen beschäftigten und für Stress und Verunsicherung sorgten. Das sei bis zu einem gewissen Grad durchaus normal: „Stressempfinden ist bei vielen Menschen mit größeren Ereignissen wie Geburtstagen, Weihnachten oder auch Ostern verbunden“, so Bielitz.

Gerade in der Vorweihnachtszeit häufen sich derweil Verpflichtungen und feierliche Anlässe – betrieblicher und privater Natur. „Statt die Zeit der schönen Rituale genießen zu können, wird die Adventszeit mitunter als lästig empfunden. Dabei liegt es an uns selbst, diesem Empfinden entgegenzuwirken“, erklärt Christoph Bielitz.

Wenn man sich durch die Weihnachtszeit gestresst fühle, helfe es, diese Zeit gelassener zu betrachten. Weniger Pläne, weniger Vorsätze, was alles geleistet werden muss, und generell die Erwartungen herunterschrauben – das alles könne zur Senkung des Stressempfindens beitragen.

Dabei ist es laut Bielitz vor allem wichtig, Prioritäten zu setzen. Das kann so aussehen, dass man eben nur noch drei Sorten Plätzchen statt fünf backt. Oder anstatt zig Weihnachtsbriefe zu verschicken, lasse sich heutzutage auch einfach auf E-Mails zurückgreifen. „Man sollte sich gelassener auf die Rituale vorbereiten und bewusster genießen“, rät der Experte. Machen, auf was man Lust hat, das sei die Devise der Vorweihnachtszeit.

Auch die Suche nach einem passenden Geschenk ist ein Faktor, der viele Menschen stresst. Vereinbarungen, sich keine materiellen Dinge, sondern Zeit zu schenken, seien gute Möglichkeiten, den Stress zu mindern. Allerdings müssten sich dann auch alle Parteien an eine solche Vereinbarung halten. „Ansonsten wird Verdruss erzeugt“, sagt Bielitz.

Alternativ lasse sich auch auf ein Weihnachtsfest im herkömmlichen Sinne verzichten. Stattdessen könne man verreisen oder aber das Fest anders gestalten. „Man kann sich am Abend treffen und jeder bringt eine Kleinigkeit mit und man schaut, was passiert, ohne überzogene Vorbereitung oder Erwartung. Oder aber man schenkt sich Zeit und fährt gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt, geht gemeinsam in ein Konzert.“ Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, sagt der Experte. Entscheidend ist, sich etwas zu entschleunigen und Weihnachten so zu gestalten, dass man die Zeit mit den Liebsten genießen kann, jeder aber auch Gelegenheit erhält, sich in dem Trubel etwas Zeit für sich selbst zu nehmen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Text: Daniela Seiberle
Quelle: Südkurier, 06.12.2019

 

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Für einweisende Ärzte und Therapeuten stehen unsere Ärzte gerne für Rückfragen und Konsile zur Verfügung – auch nach 17.00 Uhr und an Wochenend- und Feiertagen.

Akuteinweisung Sigma-Klinik


Diagnose Krebs – was nun?

von: Marketingabteilung | Datum: 3. Dezember 2019

Jedes Jahr erhalten laut der Deutschen Krebsgesellschaft etwa 500.000 Deutsche die Diagnose Krebs. Betroffene und Angehörige suchen Anlaufstellen, um sich aus erster Hand über psychoonkologische Unterstützung zu informieren. Welche Belastungsfaktoren können bei Krebs auftreten und welche Rolle spielt die Psyche im Verlauf von Krebserkrankungen?

Die Ängste der an Krebs Erkrankten sind zum großen Teil existenzielle Ängste. Der Verlauf der Erkrankung ist oft nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern unberechenbar, eine Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen, eine Achterbahn der Gefühle. Patienten erleben die anhaltende Bedrohung, die nicht von außen, sondern aus dem eigenen Körper kommt, oft wie eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann und der sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. „Lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs können auch Depressionen auslösen, die oftmals zu einer Abwärtsspirale führen, weil sie dem Patienten den Lebensmut rauben, die Immunabwehr schwächen und dadurch die Kraft nehmen, gegen die Krebserkrankung zu kämpfen“ berichtet Professor Dr. med. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen. Dabei sind die Problemlagen und daraus resultierenden psychosozialen Bedürfnisse von Krebspatienten je nach Lebensphase, in der die Erkrankung auftritt, oft sehr unterschiedlich. Bei betagten Patienten bestehen z.B. häufig Multimorbidität und daraus resultierend schwierige Behandlungsentscheidungen, aber auch Probleme der Alltagsbewältigung oder Gefahren von sozialer Vereinsamung. Bei sehr jungen Menschen kann die Krankheit psychische und soziale Entwicklungsvorgänge beeinträchtigen, die Betroffenen haben aber gleichzeitig weniger Verarbeitungsmöglichkeiten, mit Lebenskrisen umzugehen als ältere Patienten.

Gelingt es nicht, Gedanken und Gefühle mitzuteilen, sind häufig depressive Verstimmungen und Schwankungen des seelischen Gleichgewichts die Folge. Obwohl die Psychoonkologie für eine patientenzentrierte onkologische Versorgung unabdingbar ist, fehlen in Deutschland für sehr junge aber auch für betagte Patienten etablierte psychoonkologische Versorgungskonzepte. Die Psychoonkologie im Sigma-Zentrum Bad Säckingen unterstützt diese Patientengruppen mit ihren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und hilft ihnen, in belastenden Situationen Mut, Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Die sich auch an Angehörige von an Krebs erkrankten Menschen richtenden Behandlungsangebote tragen der Tatsache Rechnung, dass die Fragen und Problemlagen bei einer Krebserkrankung sowohl medizinisch als auch psychologisch adressiert werden müssen und Onkologie und Psychoonkologie nicht getrennt voneinander gesehen werden dürfen

Die Diagnose Krebs ist eine erschütternde Feststellung, die bei vielen Betroffenen Ängste und Sorgen auslöst und nicht selten auch traumatisch verarbeitet wird. Bei der Behandlung von derartigen Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann und somit zur Erinnerung wird“, erläutert Prof. Dr. Christoph Bielitz. Das mehrstufige Behandlungskonzept des Sigma-Zentrums besteht in der Regel aus mindestens zwei 50-minütigen Einzelgesprächen pro Woche, Teilnahme an intensiver Körperpsychotherapie, an einer speziell für traumatisierte Menschen konzipierten Stabilisierungsgruppe sowie ggf. der Teilnahme an Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie, an Entspannungsverfahren und ggf. weiteren ergänzenden fachtherapeutischen Verfahren.

Informationen zum Gesundheitsforum zu diesem Thema am 11.12.2019 finden Sie hier:

„Diagnose Krebs – und nun?“ – Gesundheitsforum in Freiburg am 11.12.2019


Therapeutische Märchenarbeit im Sigma-Zentrum für Patienten

von: Marketingabteilung | Datum: 2. Dezember 2019

Liebe Patientinnen und Patienten des Sigma-Zentrums,

wir laden Sie wieder herzlich zu unserer monatlichen Märchenlesung in der kühleren und dunkleren Jahreszeit ein. Mit den beiden Referenten können sie das Märchen hören und erleben und es vielleicht neu entdecken, auch in seiner Bedeutung.

Märchen sind symbolische Geschichten über das Leben und die Beziehungen der Menschen. Sie erzählen von Glück und Leid und Reifungsprozessen auf dem Lebensweg.

„Sneewittchen“ (Schneewittchen)

Mittwoch, 04.12.2019

17:00 bis 18:30 Uhr

Sigma-Zentrum Bad Säckingen, Raum E 20

Dieses Märchen der Gebrüder Grimm werden wir nicht nur hören, sondern auch miteinander erarbeiten, welche Botschaften und Lebensweisheiten in ihm verborgen sind.

Wir freuen uns auf ihr Kommen!

Margit Scheld-Grüning, Märchenerzählerin und Seelsorgerin

Reinhold Grüning, Pfr.i.R., Pastoralpsychologe, Psychoonkologe


Sigma-Tagesklinik – worin unterscheiden wir uns?

von: Marketingabteilung | Datum: 22. November 2019

   Am 25. Juli 2019 stellte das Team unserer Tagesklinik die Besonderheiten des teilstationären Settings in der Sigma-Tagesklinik vor. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Der Betrieb der Sigma-Tagesklinik für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wurde im Jahre 2012 mit 18 Behandlungsplätzen an einem eigenen, separaten Standort begonnen, in der kunstvoll restaurierten Villa Hüssy in Obersäckingen.

Da die Patienten des Sigma-Zentrums aus ganz Deutschland kommen, wurden viele nach Entlassung aus dem vollstationären Setting an heimatnahe Tageskliniken vermittelt, sodass die 18 Behandlungsplätze nur selten voll belegt waren. Durch die nicht unerhebliche räumliche Distanz zum Sigma-Hauptgebäude ließen sich die anfänglich erhofften Synergien doch nicht so leicht umsetzen, wie ursprünglich angedacht.

Deshalb wurde der Standort im August 2016 in das Klinikhauptgebäude des Sigma-Zentrums verlegt. Die Zahl der Behandlungsplätze wurde auf 12 reduziert.

Nach wie vor wird hier das gesamte Spektrum der psychiatrischen und psychosomatischen Krankheitsbilder (mit einigen wenigen Ausnahmen) bei Erwachsenen und Heranwachsenden behandelt.

Ausschlusskriterien für eine Behandlung in der Sigma-Tagesklinik sind:

  • Akute Fremd- oder Selbstgefährdung
  • Floride psychotische Symptomatik
  • Primäre floride Abhängigkeit
  • Weite Anreise (>45 min) oder Obdachlosigkeit
  • Forensisch-psychiatrische Krankheitsbilder

Breites Therapiespektrum
Wie auch im stationären Setting der Sigma-Klinik ist das Behandlungskonzept der Tagesklinik geprägt durch eine multiprofessionelle und multimodale Behandlung, in der Tagesklinik mit speziell verhaltenstherapeutischem, lösungsorientiertem, integrativem und sozialtherapeutischem Schwerpunkt.

Fast immer spielt die enge Einbindung des sozialen Umfelds (z.B. Partner, Familie, Arbeitgeber) in Diagnostik und Therapie eine entscheidende Rolle.

Wie auch im stationären Sigma-Setting umfasst das Therapieangebot der Tagesklinik

  • Hochfrequente Einzelpsychotherapie
  • Gruppenpsychotherapie mit auch themenspezifischen Gruppen (z.B. Videointeraktionsanalyse)
  • Psychoedukation / Aufklärung über die Zusammenhänge bei psychischen Erkrankungen
  • Psychopharmakotherapie
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie, Sport- und Bewegungstherapie
  • Körper-Psychotherapie
  • Entspannung und Achtsamkeitstraining
  • Systemische Therapie / Paar- und Familientherapie
  • Angehörigenarbeit / Aufklärung von Angehörigen / Paar- und Familiengespräche
  • Musiktherapie und Kunsttherapie
  • Training von Alltagsfertigkeiten (z.B. soziales Kompetenztraining)
  • Selbstwertarbeit und Schulung der Selbstbeobachtung
  • Umgang mit starken Gefühlen
  • Häusliche und berufliche Belastungserprobungen
  • Soziale Beratung für die berufliche
  • Reintegration
  • Gemeinsame Gespräche mit Patienten / Arbeitgebervertretern / Sozialarbeitern / Rentenversicherern / Kostenträgern
  • Traumatherapie unter Einschluss der EMDR-Therapie
  • Kontinuierliche ärztliche / psychiatrische Begleitung

Sozialtherapeutischer Schwerpunkt
Der sozialtherapeutische Schwerpunkt bedingt, dass unsere Sozialarbeiterin und Diplom-Sozialpädagogin Frau Petra Welle die Patienten der Tagesklinik 1 x wöchentlich einen ganzen Tag auch therapeutisch mitbetreut. Dies fördert die berufliche und soziale Wiedereingliederung unserer Patienten.

Das Team der Sigma-Tagesklinik
Geleitet wird das Tagesklinik-Team durch den psychiatrisch und psychotherapeutisch erfahrenen Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Wolfgang Krämer-von der Hardt und die langjährig im Sigma-Zentrum tätige Funktionsoberärztin für Psychotherapie Frau Dr. Maria Geisler.

Den Patienten stehen im psychotherapeutischen Bereich die ebenfalls langjährig erfahrenen Psychologen Frau Dobrila Djuric und Herr Alexander Georgi fest zur Seite. Unseren Patienten am nächsten stehen die Mitarbeiterinnen des Pflegeteams Frau Marion Dörflinger-Ernst, Frau Nicole Jehle und Frau Monika Mospak.

Einmal wöchentlich erfolgt eine Supervision der Behandlung sowie eine fachärztliche Visite der Patienten durch den psychiatrisch leitenden Ärztlichen Direktor der Klinik, Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz, oder durch den Leitenden Psychiatrischen Oberarzt Herrn Dr. Olaf Windmüller.

Im Hintergrund steht für spezielle medizinische Fragestellungen und diagnostische und therapeutische Spezialfälle natürlich auch das Fachärzteteam der Klinik mit weiteren ärztlichen Fachdisziplinen zur Verfügung wie:

  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatik
  • Innere Medizin
  • Allgemeinmedizin
  • Naturheilverfahren
  • Neurologie und Schlafmedizin
  • Sozialmedizin und Suchtmedizin
  • Rheumatologie
  • Physikalische Medizin
  • Chirotherapie

Eigene Räumlichkeiten, klein aber fein
Hinsichtlich der räumlichen Möglichkeiten kann neben einer eigenen räumlichen Einheit mit Patientenküche, Aufenthaltsraum, Ruheraum, medizinischem Behandlungsraum, Pflegezentrale und Gruppenraum auf die entsprechenden großzügigen Räumlichkeiten und Möglichkeiten der Sigma-Klinik unmittelbar zugegriffen werden.

Infrastruktur der Klinik kann genutzt werden
So stehen alle diagnostischen Einrichtungen der Klinik und begleitende Infrastruktur, wie Aufenthaltsräume, Restaurantbereich, Vitaminbar, Sporthalle, Tanzraum, Sportplatz, Werkstätten der Kunst-, Ergo-, Musik- und Kreativtherapie sowie die achtsamkeitsbasierten Verfahren, die Kampfsporttherapie und das Biofeedback des Sigma-Zentrums den Ärzten, Therapeuten und Patienten der Tagesklinik ebenfalls zur Verfügung.

Therapie in der Tagesklinik – nah am häuslichen Umfeld
Das Therapieprogramm findet an Werktagen (Montag bis Donnerstag 08:00 Uhr – 16:30 Uhr und Freitag 08:00 Uhr – 15:30 Uhr) statt. Das Mittagessen – wie auch bei Bedarf das Frühstück – kann im Speisesaal des Klinikrestaurants eingenommen werden.

Die Abende und die Wochenenden werden in der gewohnten Umgebung Zuhause verbracht.

Die teilstationäre Behandlung eröffnet so die Möglichkeit einer intensiven und effektiven Therapie, ohne dabei die vertraute und familiäre Umgebung aufgeben zu müssen. So können sowohl die sozialen Bezüge kontinuierlich aufrechterhalten als auch die neuen Problembewältigungsstrategien im häuslichen / alltäglichen Rahmen zeitnah umgesetzt und erprobt werden.

Dadurch bleiben die Patienten der Tagesklinik aktiv im Alltagsleben – oder werden in dieses zügig wieder integriert – und können zugleich – noch in der Sicherheit ihres täglichen Therapieprogramms – die neu erlernten Bewältigungsstrategien nahe an ihrem alltäglichen Umfeld verfestigen.

Haltgebender Raum eines familiären Umfeldes kann in der Tagesklinik unterstützt oder ersetzt werden
Das Angebot unserer verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Tagesklinik greift – wie auch das therapeutische Angebot im vollstationären Setting –

zurück auf neueste evidenzbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Es stellt mit seinem individuell anpassbaren familiären Charakter das Bindeglied zwischen durchstrukturiertem vollstationärem Aufenthalt und späterer nur noch begrenzt zur Verfügung stehender ambulanter Behandlung dar. Hierbei kann der überschaubare Rahmen eines tagesklinischen Settings ggf. vorübergehend den haltgebenden Raum eines familiären Umfeldes unterstützen oder bisweilen auch ersetzen.

Diese Besonderheit führt in der Regel dazu, dass sich die Patienten der Tagesklinik während ihrer Behandlungsphase behütet und dadurch stabilisiert fühlen und so bei der Wiedererlangung verlorengegangener Fertigkeiten gut unterstützt werden können.

Aufnahme in die Sigma-Tagesklinik
Eine Behandlung in der Sigma-Tagesklinik ist in der Regel auf eine ärztliche Einweisung hin möglich. Für die Abklärung des Versicherungsstatus und der Kostenübernahme sind unsere Mitarbeiter der Patientenadministration erfahrene Ansprechpartner.

Meist rasche Behandlungserfolge
Für das Behandlerteam der Tagesklinik sind die erzielten Behandlungserfolge meist rasch spürbar und übertreffen nicht selten die Erwartungen noch deutlich, was dazu führt, dass die Arbeit in der Tagesklinik überwiegend als sehr erfolgreich und zufriedenstellend empfunden wird.

 


Emotionale Wunden heilen

von: Marketingabteilung | Datum: 13. November 2019

Effektive Hilfe in seelisch besonders schwierigen Situationen durch mehrstufige Behandlungskonzept im Sigma-Zentrum

Wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert, wird automatisch sein Stresssystem aktiviert. Bei einer »Posttraumatischen Belastungsstörung« (PTBS) dauern die seelischen Schmerzen an – oft über Jahre und Jahrzehnte – und ziehen massive, z. T. auch akute Symptome nach sich wie z. B. Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientierung in bestimmten Situationen (Dissoziation), Rückzug, innere und äußere Unruhe. Vor einer Trauma-Bearbeitung gilt es unbedingt, die betroffenen Personen psychisch zu stabilisieren und u. a. eine Ressourcenaktivierung einzuleiten. Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen hat dazu ein mehrstufiges Behandlungskonzept entwickelt, bei dem die Traumabehandlung so dosiert wird, dass die psychische Verarbeitungsfähigkeit des Patienten nicht überschritten wird.

Angespannt
Stressreaktionen sind ein genetisch verankertes, überlebensnotwendiges und automatisiertes Reaktions- und Verhaltensprogramm, das mit körperlichen Symptomen verbunden ist. Charakteristisch für die Entwicklung eines Posttraumatischen Belastungssyndroms ist u. a. der Umstand, dass die psychische Anspannung des Menschen nach Stunden oder Tagen nicht nachlässt, da die Person nicht in der Lage ist, das Erlebte psychisch zu verarbeiten. In Folge dessen kann es nicht in die Erfahrungswelt integriert werden und in das Langzeitgedächtnis übergehen. Es wird nicht zur Erinnerung. Damit das Erlebte nicht ständig präsent ist, bleibt der Psyche nur die Möglichkeit, das Unverarbeitete abzuspalten.

Die Wucht der Bilder
Die Intensität der Abspaltung variiert. Im extremen Fall ist sie dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch Auslöser (Trigger) kann die unbewusste Erinnerung jedoch plötzlich und unerwartet wieder aktiviert werden. Dies kann über alle Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Haut) geschehen. In Folge davon tauchen die Bilder der Ereignisse unvermittelt auf und/oder die damit einhergehenden Gefühle und/oder Körperreaktionen stellen sich ein. Die Person wird dann davon überflutet, da dies unwillkürlich passiert und sie keinen Einfluss darauf hat. Sie hat das Gefühl, als ob der traumatisierende Vorgang „jetzt“ (wieder) passierte. Daher stellen sich dann auch damit einhergehende Stressreaktionen wieder ein, wie beim Erleben des Traumas selbst.

Therapie
„Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen geht es darum, dass die betroffene Person darin unterstützt wird, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, damit es integriert werden kann und somit zur Erinnerung wird“, erläutert Prof. Dr. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen. Das mehrstufige Behandlungskonzept des Sigma-Zentrums besteht in der Regel aus mindestens zwei 50-minütigen Einzelgesprächen pro Woche, Teilnahme an intensiver Körperpsychotherapie, an einer speziell für traumatisierte Menschen konzipierten Stabilisierungsgruppe sowie ggf. der Teilnahme an Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie und an Entspannungsverfahren.

Wenn Krankheit mutlos macht
Auch Diagnosen wie z. B. Krebs können bei vielen Betroffenen Ängste und Sorgen auslösen und nicht selten auch zu Traumafolgestörungen führen. Der Verlauf der Erkrankung ist oft nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern oft unberechenbar, eine Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen, eine Achterbahn der Gefühle. Diese anhaltende Bedrohung, die nicht von außen, sondern aus dem eigenen Körper kommt, erleben viele Menschen wie eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann und der sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Gelingt es nicht, Gedanken und Gefühle mitzuteilen, sind häufig depressive Verstimmungen und Schwankungen des seelischen Gleichgewichts die Folge. Obwohl die Psychoonkologie für eine patientenzentrierte onkologische Versorgung unabdingbar ist, fehlen in Deutschland für sehr junge aber auch für betagte Patienten oft notwendige, etablierte psychoonkologische Versorgungskonzepte. Die Psychoonkologie im Sigma-Zentrum Bad Säckingen unterstützt diese Patientengruppen mit ihren Angehörigen bei der Verarbeitung der Krankheit und hilft ihnen, in belastenden Situationen Mut, Kraft und Hoffnung zu schöpfen.

Weitere Informationen zur Traumatherapie im Sigma-Zentrum >>>


Saisonale Depression

von: Marketingabteilung | Datum: 4. November 2019

Es ist bekannt, dass die lichtärmeren Zeiten viele Menschen psychisch bedrücken. Im Herbst nimmt die Anzahl der von saisonaler Depression Betroffenen zu. Warum dies so ist, fragten wir den Ärztlichen Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen Herrn Prof. Dr. Christoph Bielitz.

Viele Menschen erleben die dunkle Jahreszeit als sehr belastend. Woran erkennt man eine saisonale Depression?
Die Symptome kommen meist schleichend und zeigen sich individuell unterschiedlich. Oft beginnt es mit Erschöpfung, Konzentrations- und Antriebsstörungen, Grübeln, Sinnlosigkeitserleben, Lustlosigkeit und mentaler Schwäche. Wenn eine saisonale Depression besteht, wiederholt sich diese in den lichtärmeren Jahreszeiten. Sie schleicht sich sozusagen alljährlich ein. Typisch sind hier Energieverlust, erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger auf Süßes, Gewichtszunahme.

Unabhängig von der Jahreszeit steigt die Anzahl der psychischen Erkrankungen seit Jahren an. Was raten Sie Betroffenen?
Es scheint umstritten, ob die Häufigkeit tatsächlich zunimmt oder besser diagnostiziert wird. Wichtig ist, sich einzugestehen, dass etwas nicht im Lot ist, dann darüber mit Vertrauenspersonen zu sprechen und den Kontakt zum Arzt nicht zu scheuen. Früherkennung verhindert Verschlimmerung und Chronifizierung. Keineswegs muss jeder therapiert werden, mitunter reichen Auszeiten, z.B. Urlaub oder ein gesünderer Tages- und Wochenrhythmus.

Wenn dies nicht reicht, wie findet man die richtige Therapie?
Der Hausarzt sollte an einen Facharzt für Psychiatrie und / oder Psychotherapie überweisen. Dieser sollte dann gezielt befragen, ob Symptome für eine saisonale Depression vorliegen könnten. Leider wird das gelegentlich übersehen. Es gibt auch Verläufe, bei denen man von saisonalen Depressionsanteilen ausgeht. Wenn man das übersieht, ist das nachteilig für den gelingenden Therapieplan.

Wie behandelt man saisonale Depressionen?
Zunächst wird man die Leitlinien der Depressionsbehandlung auch hier anwenden, also psychopharmakologisch, Psychotherapie, Bewegungstherapie und andere Verfahren. Zudem gibt es die Lichttherapie. Es gibt hierfür spezielle Lichtquellen, die nach dem Medizinproduktegesetz zulässig sind für Behandlung von Depressionen. Dieses Verfahren soll morgens angewendet werden. Es kommt in Kliniken und Praxen zum Einsatz, es gibt aber auch Kleingeräte für den Hausgebrauch.

Die Lichttherapie wirkt stimulierend auf Bereiche des Nervensystems, die für den Schlaf-Wachrhythmus und die Aktivierung des Organismus zuständig sind. Es leuchtet auch Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein, dass Licht hilfreich sein kann. Manche Patienten sprechen hervorragend auf diese Therapieform an. Chronisch saisonal Depressive sind gut beraten, wenn sie schon im September beginnen, die Lichttherapie prophylaktisch einzusetzen, damit sie gar nicht erst depressiv werden.

Wie geht Ihre Klinik dabei vor?
Betreut von einem interdisziplinären Team, zusammengesetzt aus Medizinern, Psychiatern, Psychosomatikern, Psychotherapeuten und Fachtherapeuten wird der Patient in seinem Erkenntnisprozess, der womöglich Problemfelder aufdeckt, begleitet. Einfache ´Patentlösungen´ gibt es nicht. Es gilt, in einem ganzheitlichen Zusammenhang körperlicher Prozesse, besonders die Symptome, als „nonverbale Sprache des Körpers“ zu verstehen. Bei saisonal Depressiven ist Lichttherapie nur ein Baustein.


Wechselwirkungen beherrschen – Psychopharmakologietage im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 16. Oktober 2019

Mit den vom Sigma-Zentrum veranstalteten Bad Säckinger Psychopharmakologie-Tagen wurde das im Sigma-Zentrum bereits etablierte Ärztliche Fortbildungsforum nun bereits zum zweiten Mal für Ärzte aus ganz Deutschland geöffnet. Der europaweit renommierte Pharmakologie-Experte Dr. Gabriel Eckermann aus Berlin hat mit dem Thema Vielfachmedikation ein zentrales Element eines modernen medizinischen Risikomanagements behandelt. Rund 40 Ärztinnen und Ärzte sind der Einladung zu dem medizinisch-psychiatrischen Workshop gefolgt um sich in Bezug auf die Wechselwirkungen von Medikamenten auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen.

Vielfachmedikation ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel im Therapiealltag von Hausärzten, Internisten, Neurologen und Psychiatern, die damit auch schwere körperliche und psychische Erkrankungen behandeln. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden Patienten immer älter und haben viele Erkrankungen parallel (Multimorbidität). Hinzu kommt der Faktor Selbstmedikation; gerade ältere Patienten erwerben in der Apotheke oft zusätzlich rezeptfreie Arzneimittel, um ihre »Gesundheit zu stärken« und um Symptome zu behandeln. Diese Faktoren führen dazu, dass die Liste der eingenommenen Medikamente immer länger wird. Je mehr Arzneistoffe auf dem Medikationsplan stehen, um so größer das Risiko einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW). So beläuft sich das Interaktionsrisiko bei 7 Medikamenten auf durchschnittlich 80 %. Nimmt beispielsweise ein Patient mit fünf Erkrankungen mittlerer Schweregrade leitliniengerecht zehn unterschiedliche Medikamente ein, gibt es dafür dann bis zu 45 mögliche, zum Teil unangenehme oder auch gefährliche Wechselwirkungen. Nach neuesten Forschungsergebnissen sollen ca. 10 % der Krankenhauseinweisungen durch solche Wechselwirkungen bedingt sein.

Da bisher noch keine Datenbank der Welt alle möglichen Wechselwirkungen praktikabel anwendbar wiedergeben kann, kommt es hier auf die Qualifikation der handelnden Personen an. „Die Kunst der individuellen Risikoeinschätzung von potenziellen Wechselwirkungen besteht darin, in der Liste der verordneten Arzneimittel besonders wechselwirkungsträchtige Wirkstoffe zu identifizieren“, betont Dr. Wolfang Krämer, Leiter des Medizinischen Qualitäts- u. Risikomanagements im Sigma-Zentrum sowie Mitglied der Geschäftsleitung, und ergänzt: „Unser durch jahrelange Zusammenarbeit fest verbundener Experte Dr. Gabriel Eckermann supervidiert und berät regelmäßig die Ärzteteams im Sigma-Zentrum, um pharmakologisch auch bei komplexen Fragestellungen passende Lösungen zu finden“. So attestierte die im Frühjahr 2019 erfolgte Wiederholungszertifizierung mit Upgrade nach DIN EN ISO 9001:2015 dem Sigma-Zentrum eine gelebte Qualitätskultur, nicht zuletzt durch das etablierte Critical-Incident-Reporting-System (CIRS) mit Vernetzung zu Experten und anderen Kliniken. Ein zentrales Anliegen der Ärzte des Sigma-Zentrums wurde während der Veranstaltung deutlich: Die routinemäßige und schnelle Einbeziehung bisher vorhandener moderner medizinischer und pharmakologischer Datenbanken mit Warnungen vor UAW sollte Eingang in den ärztlichen Verordnungs- und Verschreibungsalltag der Klinikärzte und auch der niedergelassenen Ärzte finden. Die Handhabung wurde beispielhaft im Rahmen des Workshops demonstriert und geübt. Unter der Voraussetzung einer partnerschaftlichen und offenen Einbeziehung von aufgeklärten Patienten oder betreuenden Angehörigen in die Medikationsplanung lässt sich hierbei eine größtmögliche Sicherheit für die medikamentöse Behandlung erreichen.


Behandlungskonzept Mediensucht

von: Marketingabteilung | Datum: 6. September 2019

Wie geht man mit einer neuen Erkrankung um?

Immer wieder tauchen neue Erkrankungen auf, die allgemein als Problem erkannt werden. Dennoch muss meistens erst bewiesen werden, dass sie medizinisch behandlungsbedürftig sind. So geht es derzeit mit der Mediensucht, in klinischen Fachkreisen pathologischer PC- und Internet-Gebrauch genannt. Viele erkennen das Problem des Umgangs mit Medien an, dass aber Menschen an einer „Störung“ leiden, also einer psychischen Erkrankung, wird in Abrede gestellt. Zum Leidwesen der Betroffenen. Der Unterschied zwischen dem sogenannten normalen Gebrauch und einer Störung wird kleingeredet, als Erziehungsproblem oder gesellschaftliches Problem dargestellt. Fast allen Menschen fällt auf, dass sie hin und wieder zu viel an ihrem Smartphone „kleben“ und wie schwer es ist, sich „zu lösen“. Dieses Phänomen nennt sich „Modediagnose“. Eine Erkrankung wird nicht als solche anerkannt. Zuletzt waren es Störungen der Aufmerksamkeit und Erscheinungen von Hyperaktivität (ADS und ADHS), bei denen es bis in die späten siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts dauerte, bis sie durch Aufnahme in den Katalog psychischer Erkrankungen (damals ICD-9) erforscht und behandelt werden konnten. Heute handelt es sich um eine gesicherte Diagnose, deren Ursachen erforscht werden und deren Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie wirksam und kostengünstig durchgeführt werden kann. Vielen Menschen gelingt dadurch eine deutliche Besserung der Lebensumstände, und ein leidvolles Schicksal mit privaten und beruflichen Problemen kann merklich gemindert werden.

Mediensucht als anerkannte Erkrankung
Die USA, in medizinischer Hinsicht oft das Vorbild für Entwicklungen in Europa, haben nun beschlossen, die Mediensucht in ihren Katalog psychischer Erkrankungen, das sogenannte DSM-V, aufzunehmen. Dort wird sie nun als „weiter zu erforschende Störung“ geführt. In Europa wird dem dadurch Rechnung getragen, dass angekündigt wurde, diese Störung nächstes Jahr in die neueste Fassung des ICD (ICD-11) zu übernehmen.

Welche Symptome hat ein Mediensuchtiger?
Die „Internet Gaming Disorder“, wie sie in Amerika genannt wird, zeichnet sich durch spezifische Symptome aus: andauernde Beschäftigung mit dem Medium sowie Entzugssymptome wie Unruhe, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Aktivitäten, exzessives Spielen trotz Wissens um die Nachteile, Täuschungen in Bezug auf das Ausmaß der Aktivität und Funktionalisierung zur Vermeidung negativer Emotionen. In dieser Definition finden sich die klassischen Suchtsymptome angepasst wieder. Folgerichtig hieß es bei der Ankündigung für die neue Version der europäischen Klassifikation psychischer Erkrankungen, dem ICD-11, dass es diese Störung ebenfalls geben und sie dem Bereich F10 „Psychische und Verhaltensstörungen durch“ zugeordnet werde. In diesem Bereich finden sich auch die Alkoholabhängigkeit und die Glückspielsucht.

Wie viele Menschen sind betroffen?
Derzeit sind laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2017 3 Prozent der Erwachsenen und 6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen betroffen.

Was tut das Sigma-Zentrum?
Dieser Entwicklung wird das Sigma-Zentrum seit zwei Jahren dadurch gerecht, dass es eine Arbeitsgruppe „Mediensucht“ ins Leben gerufen hat. Diese Arbeitsgruppe hat ein auf die multimodale Behandlung und das kybernetische Menschenbild ausgerichtetes Konzept zur Behandlung dieser Störung erarbeitet. Es umfasst eine exakte Diagnostik und Differentialdiagnostik zum Ausschluss verwandter oder ähnlicher Störungen sowie mögliche Komorbiditäten, sprich andere Störungen, die mit der Mediensucht einhergehen können, wie zum Beispiel Depressionen und Angststörungen. Die Einzeltherapie umfasst verhaltenstherapeutische und psychodynamische Aspekte (Motivational Interviewing, respektive OPD-2 Abhängigkeit zur Aufklärung der zum Teil unbewussten motivationalen Anteile). Zur Förderung der Einsicht in die Problematik und deren Behandlung sieht das Konzept zudem die Teilnahme an der psychoedukativen Gruppe „Suchtprävention“ vor. Der soziale Rückzug wird thematisch in der interaktionellen Gruppentherapie aufgegriffen und bearbeitet. Um den bisher in der „Zweitwirklichkeit“ errungenen Selbstwert auch im oft frustrierenden Alltag zu fördern, können im Training selbstsicheren Verhaltens selbstwertsteigernde Verhaltensweisen in Rollenspielen geübt werden. Zudem werden durch die angepasste körperliche Aktivierung, je nach Vermögen und Bedarf, die Gesundheit gefördert und eine Bewältigungsressource aufgebaut. Individuellen Besonderheiten trägt die passende Zuteilung in das breite zur Verfügung stehende Spektrum aus psychoedukativem, interaktionellem und fachtherapeutischem Angebot Rechnung. Auf diese Weise wird der Patient sowohl in der Störung erkannt, anerkannt und behandelt sowie in ihrer einzigartigen Menschlichkeit gesehen und respektiert.

Und wie geht es weiter?
Der momentane Schwerpunkt der Arbeitsgruppe „Mediensucht“ des Sigma-Zentrums liegt darin, das Angebot weiter auszubauen. Neben den Erkrankten weisen 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 15 Prozent der 18- bis 25-Jährigen einen problematischen Gebrauch von Medien auf. Erweitert man das Problemfeld auf das Fernsehen, mit 2017 durchschnittlich 3 Stunden und 41 Minuten pro Tag, sieht es bei den Erwachsenen nicht besser aus. Da der exzessive Mediengebrauch den Stress nur scheinbar reduziert und wir wissen, dass er Ursache oder Aufrechterhalter fast aller Störungen ist, müssen medienpädagogische Fähigkeiten störungsübergreifend gefördert werden. In einem Gruppenangebot zur Stressbewältigung sollen Patienten künftig einen gesunden Umgang mit diesem und anderen „Kraftfressern“ lernen. Ebenso wie bei ADS, ADHS und vor knapp 150 Jahren bei Depressionen, braucht es keinen Streit darum, wer Recht hat, sondern ein Umdenken. Den Erkrankten muss die Hilfe zukommen, die sie brauchen um gesund zu werden; den gesundeten Erkrankten wie den Gesunden muss das Werkzeug an die Hand gegeben werden, gesund bleiben zu können. Dem trägt das Sigma-Zentrum Rechnung und es wurde durch eine interne Fortbildung im Juni 2019 das erworbene Wissen und einen Einblick in die Behandlung an Interessierte weitergegeben.

Mag. phil. Benedikt Mayer

 


Chronische Schmerzen – was nun?

von: Marketingabteilung | Datum: 26. August 2019

Ein Schmerz wird als chronifizierter Schmerz definiert, wenn er sechs Monate oder länger anhält.

Mit der Überalterung der Bevölkerung nehmen Schmerzen an Häufigkeit zu. Das liegt oft an den chronischen Erkrankungen, besonders im Skelettsystem. Verschleißerscheinungen der großen und kleinen Gelenke, der Wirbelsäule, aber auch Rheuma, Polymyalgia rheumatica, Fibromyalgie und andere Erkrankungen plagen weite Teile der Bevölkerung. Nicht zu vergessen ist das gefürchtete Restless Legs Syndrom. Hierbei leiden Patienten vor allem nachts an unerträglichen Kribbelphänomenen, Unruhezuständen, Bewegungsdrang, teils mit Krämpfen in den Waden. Sie müssen dann die Beine bewegen, aufstehen, umhergehen, um wenigstens kurzzeitig Linderung zu erfahren. Es stellt sich die Frage nach Therapieansätzen. Letztgenanntes Syndrom ist gut behandelbar mit Medikation. Bei vielen Schmerzerkrankungen ist es aber erforderlich, multimodal vorzugehen. Damit sind neben Schmerzmedikation verschiedene Therapiemethoden zu kombinieren. Es reicht eben oft nicht, sich auf die Schmerzmedikation zu beschränken. Da viele Patienten mit chronischen Schmerzen depressiv werden, sollte schon in einem frühen Stadium das Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie einbezogen werden. Das Sigma-Zentrum in Bad Säckingen arbeitet u.a. mit Methoden der psychologischen Schmerztherapie. Dazu gehören beispielsweise eine spezielle Psychotherapie, Gymnastik, Bewegung und das computergestützte Biofeedback, mit dem man Entspannungsverfahren lernen kann. In einem ambulanten Schmerzzentrum können dann Patienten auch ergänzend mit Akupunktur, Akupressur und Methoden der manuellen Medizin wie z.B. Osteopathie behandelt werden. Wichtig ist, dass die Methoden aufeinander abgestimmt sind und stets der Patient mit seiner Wahrnehmung, seinen Ängsten, aber auch Vorerfahrungen in die Therapie seiner Schmerzen einbezogen wird. So stellt sich dann oft heraus, dass trotz jahrelanger Schmerzkarriere doch noch Fortschritte erzielbar sind. Nicht selten sind dafür die Psychotherapie und Psychopharmaka verantwortlich.

Geduld erforderlich

Was viele nicht wissen: man kann mit Psychopharmaka Schmerzsyndrome z. T. erfolgreich mitbehandeln, vor allem mit Antidepressiva. Allerdings kostet das Überzeugungsarbeit und Geduld. In den letzten Jahren hat sich zudem die Erkenntnis etabliert, dass Schonung über längere Zeiträume die Schmerzerkrankung ungünstig beeinflusst. Deshalb wird im Sigma-Zentrum zunehmend auf Aktivierung mit gestuften Behandlungsplänen gesetzt. Hierfür müssen die Patienten in der Psychotherapie vorbereitet werden, um Vorbehalte auszuräumen. Die größte Hürde ist nämlich oft die Bequemlichkeit, die in Verbindung mit der Angst überwunden werden muss. Denn chronisch Schmerzkranke haben natürlich Angst, sich mehr zu bewegen, weil sie Angst vor der Intensivierung der Schmerzen haben. Generell gilt: man kann chronische Schmerzen sehr oft erfolgreich lindern, wenn man multimodal vorgeht und die Patienten in die Therapieplanung individuell einbezieht. Das kennzeichnet das Sigma-Zentrum. Dessen Kompetenz ist es vor allem, eine Integration der Befunde, Vorerfahrungen der Patienten und der Therapiemethoden zu leisten. Dies ist zwar auf den ersten Blick einleuchtend, bedarf aber genauerer Betrachtung, um zu verstehen, was der Hintergrund ist. Wenn man sich vorstellt, dass in der Medizin überwiegend linear vorgegangen wird, also leitlinienorientiert und ausgerichtet an dem, was Krankenkassen für richtig erachten, ist das basierend auf gesichertem Wissen. Da aber nun jeder weiß, dass dieses Wissen in atemberaubendem Tempo wächst, ist es geboten, sich immer wieder aufs Neue mit Therapiemethoden zu beschäftigen, die womöglich noch nicht dem Patienten zugutekamen. Hierfür müssen wir diesen einbinden und zudem dafür gewinnen, neue Wege zu beschreiten.

Ganzheitliches Verständnis

Dazu gehört nach einem ganzheitlichen Verständnis eine hochdifferenzierte Psychotherapie, die dem Schmerzgeschehen einerseits Aufmerksamkeit widmet und andererseits den Patienten durch Integration anderer Themenfelder und weiterer Therapieverfahren in Gruppen- und Einzelsettings empfänglicher für neue Wege des Denkens und der Schmerzbewältigung macht. Die Analyse der womöglich aufrechterhaltenden Schmerzfaktoren gehört ebenso dazu wie die Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien analog der individuellen Belastbarkeit. Erfahrenen Therapeuten gelingt es somit, die Aufmerksamkeit umzulenken und durch Aktivierungs- und Verstärkermethoden die Bewältigung des Schmerzgeschehens zu erleichtern, wofür initial auch die Arbeit an der Bewertung des Schmerzes durch den Patienten selbst wichtig ist. Somit gelingt es, in Verbindung von Medikation mit Schmerzmitteln, Psychopharmaka, Psychotherapie, Physiotherapie, Bewegung, Entspannungsverfahren, Biofeedback, Musik- und Gestaltungstherapie über 90 Prozent der Schmerzpatienten zu helfen. Wichtig ist dabei die Bereitschaft des Patienten, sich auch mit Teilerfolgen arrangieren zu können und Selbstwirksamkeitserleben zu entwickeln. Die Psychotherapie hat dabei eine zentrale Aufgabe, weil hierfür behutsam an Widerständen gegenüber notwendigen Veränderungen gearbeitet werden kann. Geschieht dies in einem wohlwollenden Schutzrahmen, angstfreier Atmosphäre und ohne Zeitdruck, kann Linderung sehr oft gut gelingen.

Prof. Dr. med. Christoph Bielitz


Ein tierischer Geburtstag im Sigma-Zentrum

von: Marketingabteilung | Datum: 18. April 2019

Am Sonntag hat unsere tierische Mitarbeiterin Amy ihren 11. Geburtstag gefeiert. Verbracht hat sie diesen Tag mit ihrem Geburtstagskuchen und einem freien Tag auf der Weide. Den Kuchen hat sie ratzeputz verspeist, übrig geblieben sind diese Bilder.

Information zur pferdegestützten Therapie im Sigma-Zentrum: www.pferd.sigma-zentrum.de


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