Kontakt
+49 7761 5566-0

Sofortkontakt:

+49 7761 5566-0

Früherkennungszentrum:

+49 761 1518713-0

Für Ärzte:

+49 7761 5566-300

Rückruf anfordern:

Gerne können Sie einen Rückruf anfordern. Geben Sie hier einfach Ihre Rufnummer ein und optional Ihren Namen.








 
Danke - wir werden uns bei Ihnen telefonisch melden
 
 
 
 
 
Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Home » Aktuelles

Biofeedback – Bildgebende Therapieform

von: Marketingabteilung | Datum: 20. August 2020

Seit vielen Jahren wird im Sigma-Zentrum mit Erfolg auch die Methode des
Biofeedbacks (ein bildgebendes Computerprogramm) angewendet. Insbesondere dann, wenn bei Patienten ein erhöhtes Anspannungsniveau vorliegt, u.a. bei

  • Depressionen
  • Somatoformen Schmerzstörungen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Angsterkrankungen

Die Biofeedback-Methode bietet somit nicht nur die Möglichkeit der individuellen Diagnose des Reaktions- und Regulierungsverhaltens beim Patienten, sondern auch die Voraussetzungen für ein individuelles, auf den einzelnen Patienten speziell abgestimmtes Behandlungskonzept. Die Patienten profitieren bei dieser Methode von der direkten, visuellen Rückmeldung von Körperreaktionen. Unter anderem kann man den Patienten visuell vor Augen führen, wie sie auf bestimmte Reize, Bilder oder Gedanken reagieren. Die Methode eignet sich nicht nur zur Diagnostik, sondern der Patient kann damit auch lernen, wie er willentlich Körperfunktionen beeinflusst, indem er direkte Rückmeldung der dargestellten Parameter bekommt.

Mit Hilfe elektronischer Apparaturen (Multisensor, Atemsensor und EMG-Sonden) können Störungen im Regelkreislauf der Körperfunktionen bewusst gemacht werden.

Typische Körpersignale können sich beispielsweise bei Angst wie folgt äußern:

  • Mund/Rachen: Die Speichelproduktion lässt nach.
  • Haut: Die Schweißabsonderung nimmt zu
  • Lunge: Die Atemfrequenz wird höher
  • Herz: Der Herzschlag erhöht sich und die Herztätigkeit wird intensiviert
  • Magen: Das Verdauungssystem verlangsamt sich
  • Blutgefäße: Der Blutdruck steigt
  • Blase/Darm: Der Appetit schwindet, Blase und Darm entleeren sich (Bedürfnis auf die Toilette zu müssen)

Die Körpersignale stehen in unmittelbarer Wechselbeziehung mit psychokognitiven Reaktionen wie Schmerzempfinden, Stress (durch spezifische Auslöser-Faktoren), Angst und Depressionen. Ist diese Verbindung deutlich, ebnet dies den Weg zu einer Intensivierung der therapeutischen Intervention.

Ziele der Anwendung von Biofeedback in der Therapie sind

  • Reduktion des Muskeltonus (Muskelanspannung), der Herzfrequenz
    (Puls), des Hautleitwertes (Schweißdrüßenaktivität) und der Atemfrequenz (Atemhäufigkeit)
  • Erhöhung der Durchblutung (Pulsamplitude) und der Atemamplitude (Atemtiefe)

Beispiel aus der Praxis
Ein Patient Mitte Fünfzig mit einer somatoformen Schmerzstörung, die mit einem erhöhten Anspannungsniveau einherging, sollte durch die Biofeedback-Methode lernen, sein Erregungsniveau zu senken, bzw. zu regulieren. Dazu wendete seine Therapeutin in erster Linie Atemübungen und Entspannungsbilder, bzw. -videos an. Da der Patient sehr zwanghaft und leistungsorientiert war, machte er auch außerhalb des Biofeedbacks Atemübungen. In kurzer Zeit war er in der Lage, seine Atmungsfrequenz auf nur vier Atemzüge pro Minute zu senken. Durch Biofeedback zeigt sich aber, dass zwar seine Atmung langsamer wurde, sich dabei jedoch sein allgemeines Anspannungsniveau erhöhte, erkennbar an Parametern
wie z.B. Pulsfrequenz und Hautleitwert. Erklärbar ist dies damit, dass sich der Patient zu sehr unter Druck gesetzt hat, die niedrige Frequenz zu erreichen. Da sich auch kein positiver Übungseffekt einstellte, in dem Sinne, dass sich im Laufe der Zeit auch die anderen Parameter verändert haben, wurde mit dem Patienten seine individuelle Atemfrequenz ausgelotet, die mit der größtmöglichen Entspannung einherging: diese lag bei ca. 6–8 Atemzügen pro Minute. Das Biofeedback-Verfahren hat diesen Entwicklungsprozess unter mehreren Parametern messbar, sichtbar und somit im Dialog mit dem Patienten einstellbar gemacht. Dieses höchst individuell abgestimmte Konzept wird von unseren Patienten sehr gut angenommen.

Annette Topel, Körpertherapeutin

>> Weitere Einträge anzeigen