Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Im Dialog: Angst vor dem Sterben, Angst vor dem Leben

von: Jacqueline Sieber | Datum: 1. Dezember 2017

Im bis auf den letzten Platz besetzten großen Vortragsraum fand im Sigma-Zentrum unter dem Titel „Im Dialog: Angst vor dem Sterben, Angst vor dem Leben“  eine hochkarätige Fortbildung zu dem wichtigen Thema statt, wie therapeutisch mit existenzieller Not umgegangen werden kann. Referiert hat der bekannte Experte für potentialorientierte Psychotherapie, Dr. Wolf Büntig, Mitbegründer und Leiter des Zentrums für Individual- und Sozialtherapie (ZIST) in Penzberg/Bayern.

Nach Überzeugung des Arztes und Psychotherapeuten gibt es zwischen Gesundheit und Krankheit ein breites Spektrum: Wir sind nicht entweder gesund oder krank – wir sind entweder mehr krank oder mehr gesund. Die Medizin kümmert sich gerne um die Pathogenese, also die Frage, was krank macht. Für viel spannender und wichtiger hält Dr. Büntig jedoch die Salutogenese mit der Fragestellung, was uns gesund hält. Essentiell sind dabei die „Potentiale“, die uns „körperlich und bildhaft eingegeben“ sind. Die Bewusstmachung und die Aktivierung dieser Potenziale ist Teil einer guten Gesundheitsvorsorge und jeder Psychotherapie.

Der seit 30 Jahren mit der Entwicklung einer potentialorientierten Psychotherapie befasste Experte beschreibt dabei einen dialektischen Prozess:  „Der Kampf, Kontrolle über das Leben gewinnen zu wollen, ist Teil der Krankheit. Wir können das Leben nicht kontrollieren“. Es geht zunächst um die Bewältigung von Trauma und Mangel und dann weiter um die Verwirklichung eines bewussten, die individuellen Ressourcen und Potenziale ausschöpfenden Lebens.

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